Da bemüht man sich lange Zeit mit darum, für unseren „Großen“ einen Arbeitsplatz zu finden und erhält jede Menge Absagen. So wie das heute eben ist. Ich weiß heute nicht mehr was mich geritten hatte, als ich ein Bewerbungsschreiben auch an die Deutsche Bahn (Autozug) gelenkt hatte. Vielleicht auch deswegen, weil es sich bei diesem Arbeitgeber um einen Jugendtraum von mir handelt, ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen.

Auf jeden Fall kam nicht sonderlich lange danach ein Schreiben der „Bahntochter“ mit einem Termin zur Einstellunsguntersuchung und anschließendem Vorstellungsgespräch. Das hörte sich schon mal gar nicht schlecht an und bedeutete „den Fuß in der Tür“ zu haben.

Wer sich nach erfolgreichem Abschluss des Arbeitsvertrages mehr freute, der Große oder ich ist auch schwer zu beurteilen. Jeder wahrscheinlich aus seiner Warte heraus gleichermaßen. Es ist eben eine Ironie des Schicksals dass ich, der ich vor Jahrzehnten von der Bahn als „untauglich“ abgewiesen wurde jetzt dem Sohn meiner Verlobten genau dort einen Arbeitsplatz verschaffe.

Der Grund für meine einstige Abweisung bei der Bahn war meine angebliche Farbenblindheit. Auch hier wieder die Ironie – ich war anschließend 22 Jahre als Drucker tätig. Ich kann mir viel vorstellen, aber einen Drucker der farbenblind ist und mehr als zwei Jahrzehnte problem- und reklamationslos seinen Job ausübt? Das fällt nicht nur mir als Betroffenen schwer zu glauben nehme ich mal an.

Es stellte sich viele Jahre nach dieser ominösen Untersuchung heraus, dass das Untersuchungsverfahren mit diesem „gepunkteten Heftchen“ völlig ungeeignet war um eine Rot-Grün-Schwäche festzustellen. Diese Erkenntnis kam für meinen Traumjob allerdings zu spät und er war längst zerplatzt. Take it easy… sagt sich so leicht.

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Sei es drum. Jetzt fährt eben unser Großer die Strecken von Hamburg nach Narbonne, Triest, Lörrach und München und hat seinen Spaß dabei. Zugegeben – ein wenig Wehmut schwingt schon in mir hoch, wenn er mit seinem Köfferchen in Richtung Bahnhof fährt, auch heute noch! Zumindest kann ich behaupten, „einen von den meinen“ doch zu Eisenbahn gebracht zu haben :cool: .