Smartphone

Die gute alte SMS ist noch nicht ausgestorben, doch das ehemalige Erfolgskonzept für die kostenpflichtige Kurzmitteilung wird mit diversen kostenlosen Apps  immer weiter eingeschränkt. Einst eine mehr als lukrative Einnahmequelle für Mobilfunkanbieter rückt die SMS bei Handybesitzern immer weiter ins Abseits.

Ob Joyn wirklich ein „würdiges“ Konkurrenzprodukt zu Google Talk und WhatsApp ist habe ich mir etwas näher angesehen und getestet.

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Erster Eindruck von Joyn

In der Version 3.0.9 läuft die App immer noch als Beta-Version und ist somit offenbar noch nicht wirklich ausgereift. Die App wird dennoch im Google Playstore zum Download angeboten. Die Kosten für den Versand von Kurzmitteilungen, Bildern etc. wird über das gebuchte Datenpaket abgerechnet, Extrakosten fallen dafür jedoch nicht an.

Nach Installation und Start der 8,3 MB großen App fällt bereits ein erstes Manko auf, die Darstellung ist nur im Hochformat möglich. Für Smartphones spielt das keine Rolle, als Nutzer eines Tablets wäre hier die unterstützte Darstellung im Querformat von großem Vorteil. Ins Querformat springt die App nur wenn ein Chat geöffnet wird.  Das Tab für die Nutzung immer wieder drehen zu müssen sehe ich hier als sehr unkomfortabel an.

Joyn im Einsatz

Joyn Anmeldung

Startbildschirm bei erstmaliger Inbetriebnahme von Joyn

Zunächst fordert die App zur Eingabe der eigenen Mobilfunknummer auf, sofern die Verbindung ins Interner über das WLAN hergestellt ist. Bei Verbindung über UMTS entfällt die Eingabe da die Rufnummer automatisch erkannt wird.

Einmal bei Joyn registriert werden alle im Gerät hinterlegten Kontakte angezeigt. Wie bei anderen Messengern muss natürlich die andere Person ebenso bei Joyn registriert sein um eine Verbindung aufbauen zu können. Kontakte aus dem Adressbuch die bereits bei Joyn angemeldet sind erkennt man am gelben Joyn-Symbol hinter dem Namen.

Joyn geht hier aber einen anderen Weg um Kontakte „einzuladen“. Während Google Talk beispielsweise eine E-Mail zur Einladung verschickt geht Joyn den Weg der kostenpflichtigen SMS.

Joyn Einladung

Andere Personen zu Joyn einladen wird kostenpflichtig

Kundenfreundlicher wäre es hier, wenn ebenfalls eine Einladungsmail verschickt werden könnte. Vom Weg der Einladung abgesehen kommt hinzu, dass Joyn nicht für alle Netze bzw. Geräte verfügbar ist. Derzeit wird die App für die Netze von Vodafone, T-Mobile und O2 angeboten.

Dadurch schränkt sich die Einsatzmöglichkeit um ein weiteres Stück ein weil das E-Netz komplett außen vor bleibt. Allein anhand der Rufnummer ist heute wegen der Möglichkeit der Rufnummernmitnahme nicht mehr zu sagen welches Netz die betreffende Person letztlich nutzt.

Die verschickte SMS verpufft somit lediglich als Kostenfaktor ohne Erfolg wenn die Kriterien nicht stimmen.

Joyn Chat

Chat beginnen, Anruf starten SMS oder E-Mail schreiben mit Joyn

Die Funktion eine Datei versenden zu können ist ein klarer Vorteil gegenüber Google Talk – WhatsApp bietet diese Möglichkeit an. Die Möglichkeit eine SMS zu senden erschließt sich mir hier nicht wirklich da diese sofern kein SMS-Paket gebucht ist wieder mit Kosten verbunden ist. Dabei soll die App doch die kostenfreie Kommunikation ermöglichen, von den verschwindend geringen Kosten fürs Datenvolumen mal abgesehen.

Fazit

durchschnittlichJoyn ist wahrlich noch im Beta-Status, es „klemmt“ an der einen oder anderen Ecke noch gewaltig was einerseits den Service (Stichwort Einladungen) betrifft oder andererseits die wechselnden Darstellungen (Hoch-/Querformat). Mit den entsprechenden Nachbesserungen ist Joyn sicher als ein Konkurrent zu WhatsApp und Google Talk zu betrachten. Das fehlen des E-Netzes wäre noch zu „verschmerzen“, die zuschaltbare Kamerafunktion (Videotelefonie) kann aber die „Kinderkrankheiten“ nicht wett machen.

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Im derzeitigen Entwicklungsstatus kann ich diese Konkurrenz nicht wirklich erkennen.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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2 Kommentare
  1. Stefan sagte:

    Wofür brauche ich solch eine extra App wenn es doch jede menge, zumeist kostenlosen, Alternativen gibt? E-Mail als klassisches Beispiel, gefolgt von Twitter, Google+, Facebook und Co.!

    Joyn ist nur mal wieder mehr ein Versuch der Telcos den naiven Kunden weiter an sich zu binden um ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Antworten
  2. Alex sagte:

    Von Joyn las ich auch schon einmal letztes Jahr und hielt gleich Ausschau nach interessanten Domains! :D War aber alles bereits abgegriffen. Der Sinn von Joyn erschließt mir auch nicht wirklich. Aber schon mal schön hier bei dir einen Einblick zu erhalten. Danke dafür und lassen wir uns mal überraschen was noch kommen wird. Ich jedenfalls benutze noch die guten alten SMS! :D

    Antworten

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