Die religiöse Seite von Ostern mal ganz außen vor gelassen, aber der Karfreitag und seine gesetzliche Auslegung ist wirklich mehr als veraltet. Eine Überarbeitung der  Feiertagsschutzverordnung von 1957 wäre meines Erachtens dringend erforderlich, zumal diese Verordnung bundesweit nicht einheitlich ist. Wie so oft kochen auch hier verschiedene Bundesländer ihr eigenes Süppchen. Hinter den zu verhängenden Bußgeldern von bis zu 10000 € könnte man auch die Absicht vermuten einfach zusätzlich Geld in die gebeutelten Stadtkassen zu spülen leicht verdientes Geld sozusagen.

Für mich stellt sich die Frage, werden wir von „links-mitte-rechts“ sprich Parteien oder „oben-unten“ sprich Himmel und Hölle regiert? Das „Rechts“ ist hierbei natürlich nur symbolisch erwähnt. Das christliche Getue unserer Parteien geht mir sowieso auf den Geist. Gerade jene mit dem „C“ im Namen sollten sich mal selbst fragen ob sie mit ihrem Tun immer in Gottes Namen handeln!

Klar gibt es Stimmen die sinngemäß sagen, „wer an den übrigen Tagen nicht genug einnimmt dem ist sowieso nicht mehr zu helfen“, dem pflichte ich weitestgehend auch bei. Es geht allerdings nicht nur ums Geldverdienen, Tage wie dieser bieten einfach auch den nötigen Freiraum für Unternehmungen dieser Art. Und den Freiraum „Feiertag“ gibt es speziell im Norden erheblich weniger als im Süden des Landes. Unter diesem Gesichtspunkt wirkt sich die „Beschneidung der Unterhaltung“ dort entsprechend weniger aus.

kirchgangDie stetig rückläufigen „Mitgliederzahlen“ der beiden großen Religionsgemeinschaften in Deutschland sprechen eigentlich andere Sprache. Wer der Kirche den Rücken kehrt hat mit ihr nicht wirklich viel am Hut – Kirche und Glaube sind sowieso zwei verschiedene paar Stiefel. Und mit den sinkenden Mitgliederzahlen schmilzt auch die Zahler derer, die vehement an der  staatlich verhängten Zwangstrauer  festhalten. Es sieht einfach so aus, dass sich die Kirche in Deutschland noch ein klein wenig vermeintliche Macht erhalten will.

In Österreich ist der Karfreitag kein gesetzlicher Feiertag, gleichwohl gelten dort unter Strafandrohung auch die Unterhaltungsverbote. Dort fand man hinsichtlich eines Eishockey-Tuniers die kuriose Regelung, das Karfreitagsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen. Die TV-Übertragung ist dagegen erlaubt weil – so ein Jurist – ein Veranstaltungsbesuch  physische Anwesenheit bedingt. Im fränkischen Weißenburg verbot der Bürgermeister ein Schachtunier, dass traditionell in der Karwoche stattfindet weil er „Angst“ vor der Kirche hat. Bei einem Schachspiel habe ich zwar noch niemanden tanzen sehen aber egal. Dafür eröffnet am Karfreitag das Strandbad am Berliner Wannsee welches sicher mehr Lärm verursachen dürfte als ein Brettspiel.

Ich würde mal sagen „dümmer gehts wirklich nimmer“.

Die gespaltenen Meinungen hierzu werden wohl solange bleiben bis diese Steinzeitverordnung eine Änderung erfährt. Bis dahin mahnt die Polizei Wirte schon im Voraus.  Ob zukünftige Protestaktionen und juristisches Tauziehen rund um die Tanzverbote etwas bewirken werden muss die Zeit zeigen.

In diesem Sinne, einen besinnlichen Karfreitag….. und nicht zu laut in die Tasten hauen….. der Nachbar könnte sich sonst gestört fühlen!