Wie man aus dem schwäbischen Augsburg nun hört, mischt sich die katholische Kirche dort schon wieder in politisches Geschehen ein, von dem sie eigentlich Abstand nehmen sollte. Nach dem Plänen der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen wäre es so, dass bis zu 80 % der Frauen bereits 12 Monate nach einer Geburt wieder ins Berufsleben eintauchen sollen.

Dies bezeichnet der Augsburger Bischof Mixa als inhuman, es wäre gegen die Würde der Frau, so das Augsburger Kirchenoberhaupt weiter. Erstens stellt sich mir da die Frage, wie ein Bischof die Würde einer Frau beurteilen kann, wenn er von amtswegen nicht mal die geringste Ahnung von Familien-Praxis hat, da er selbst keine hat.

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Zweitens, wieso ist es inhuman, wenn eine Frau nach 12 Monaten wieder ins Berufsleben zurückkehrt? Ein Wiedereinstieg ins Berufsleben fällt nach 1 Jahr doch erheblich leichter als nach 3 oder noch mehr Jahren. Also kommt dies ja letztlich auch der Mutter zugute. Und Drittens halte ich persönlich nichts von der bisherigen Möglichkeit, den Erziehungsurlaub bis zum Sankt Nimmerleinstag hinauszuschieben, auf vier, sechs und sogar über zehn Jahre.

Sowas gibt es tatsächlich, kenne einen solchen Fall. Nach 10 Jahren zurück an den alten Schreibtisch, dass kann weder für Firmen noch für den Angestellten leicht werden. Und weiter…. wenn jemand den Erziehungsurlaub solange hinauszögert, blockiert er letztlich in gewisser Hinsicht einen Arbeitsplatz, der bis zur Rückkehr immer nur befristet besetzt werden kann.

Ist es für Arbeitnehmer human, wenn sie immer nur kurzeitig befristete Arbeitsverträge bekommen, weil es ja sein kann, dass die bisherige Arbeitnehmerin zurückkommt……. oder auch nicht….. Politik und Kirche passen nicht zusammen.

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Also meiner Meinung nach, besser raushalten, Beichtstuhl und Plenarsaal sind nicht das gleiche!