Nichts ist schlimmer als wenn die eigene Rufnummer einmal den Kreisen von Telefonmarketern in die Hände fällt. Der daraus resultierende Telefonterror nimmt seinen Lauf und wird ggf. immer massiver.

Durch die Erweiterung des § 102 Telekommunikationsgesetz ist es Anrufenden die telefonische Werbung betreiben nicht mehr gestattet die Rufnummernübermittlung zu unterdrücken. Bußgelder bis zu 10000 € können hier verhängt werden.

Genau hier liegt die Chance des Verbrauchers derartige Cold Calls rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu „steuern“. Damit ist nichts anderes gemeint als dass durch entsprechende technische Voraussetzungen diese Anruf blockiert oder umgeleitet werden können.

Die technische Voraussetzung auf die ich weiter unten etwas näher eingehen möchte heißt FritzBox.

Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung

In Kooperation mit der Webseite von Tellows lässt sich leicht identifizieren wer angerufen hat bzw. um was es sich handelt. Voraussetzung damit dies funktioniert ist, dass die Verbraucher dort derartige Rufnummern über ein Webformular melden. Dies hilft und nützt letztlich allen Bestätigten. Bereits bekannte Rufnummern können mit entsprechenden Kommentaren versehen werden.

Über das Bewertungssystem von 1 bis 9 wird bei Tellows die Aggressivität der Anrufer festgehalten.

Dabei steht die 1 für einen seriösen Anrufer, die 5 für neutral und schließlich die 9 für unseriös. „Neutral“ kann zum einen bedeuten, dass es sich um eine noch unbekannte Rufnummer handelt, zum anderen aber auch dass noch zu wenige Kommentare / Bewertungen dazu abgegeben wurden. Das verdeutlicht wie wichtig die Mitarbeit der Verbraucher-(innen) hierbei ist.

Die Nutzung von Tellows ist kostenlos und ohne eine Form der Registrierung möglich.

Telefonwerbung

Beispiel einer aggressiven Telefonnummer

Das es sich seit langem nicht mehr nur um 0180-Rufnummern handelt sondern um „ganz normale“ Ortsnetze kann alleine daran kein Verdacht mehr vor der Rufannahme begründet werden. Die Anrufe kommen aus Berlin, Düsseldorf, München oder anderen deutschen Städten. Einen endgültigen Riegel auch seitens der Gesetzgebung wird man gegen diese – ich nenne sie einfach mal Telefonterroristen – wohl nicht vorschieben können.

Deswegen sollte man sofern möglich alle zur Verfügung stehenden Mittel ausnützen um den Organisatoren das Leben so schwer wie möglich zu machen eine Verbindung zu erhalten.

Werbeanrufe mit Fritzbox identifizieren

Wer eine Fritzbox der Modelle 6360, 7270, 7330, 7390, 7490 im Einsatz hat kann eine einschlägige Liste aller unseriösen bzw. aggressiven Anrufer erwerben und diese mittels Import in der Fritzbox hinterlegen. Wie dies genau geht ist hier beschrieben. Die beiden Liste kosten 9,95 €. Diese Investition ist in jedem Fall günstiger als der Ärger den man sich u.U. einhandelt wenn es zu „Vertragsabschlüssen“ mit vermeintlichen Gewinnen etc. kommt.

Zuerst ist es notwendig im Backend der Fritzbox ein neues Telefonbuch anzulegen. Dies funktioniert über das Menü Telefonie / Telefonbuch.

fritzbox-telefonbuch

Fritzbox Telefonbuch für Spamanrufe

Der Name dieses Telefonbuchs kann frei gewählt werden, ich habe hier passender Weise „Spamanrufe“ verwendet. Die Anlage am Ende mit OK bestätigen. Danach wird ebenfalls über den Menüpunkt Telefonie / Telefonbuch / Wiederherstellen das von Tellows heruntergeladene Telefonbuch vom PC-Verzeichnis importiert. Dies funktioniert über die gewohnte Prozedur einer Dateiauswahl und ist soweit selbsterklärend.

Die Bezeichnung des Telefonbuches kann selbstverständlich jederzeit noch nachträglich editiert werden. Genauso können auch manuell noch weitere Rufnummern hinzugefügt werden.

fritzbox-telefonbuch-import

Zum Abschließen des Imports „Wiederherstellen“ klicken. Die Fritzbox bestätigt dann den erfolgreichen Import des Telefonbuches. Das neue Telefonbuch ist nun in der Fritzbox hinterlegt.

Da es zwei Telefonbücher von Tellows gibt (Score 7 und Score 8+9) wird mit dem zweiten Telefonbuch in gleicher Weise verfahren.

Ein Zuordnung des Telefonbuches zu einer bestimmten Rufnummer der Fritzbox ist nicht erforderlich, somit sind auch in den jeweiligen Telefonbüchern der Festnetzgeräte weder die Rufnummer noch der Name sichtbar hinterlegt. Dies würde auch eher irritierend sein.

fritzbox-spamanrufe

fertiges Telefonbuch mit den Rufnummern unerwünschter Anrufer

tellows-aggressive-werbung

Anzeige Telefondisplay

Wenn künftig ein Anruf der in diesen Telefonbüchern bekannten „Spammer“ eingeht wird dieser mit dem im Telefonbuch hinterlegten Namen im Display angezeigt. Voraussetzung natürlich, dass das Telefon diese Anzeige leisten kann. In meinem Test war dies das Fritzfon.

Somit ist man vor einer eventuellen Rufannahme gewappnet und kann dem Anrufer entsprechend „gegenübertreten“.

Ich mache mir den Spaß, dass ich mich entweder z.B. als „Katholischer Hundefriedhof“ melde oder den Anrufer mit anderen Scherzen in die Irre führe. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ich bin hierzu bereits in einem anderen Artikel Auge um Auge – Tipp gegen Telefonabzocker näher eingegangen.

Leider lässt sich derzeit die Fritzbox* noch nicht dahingehend einstellen, dass Anrufer eines bestimmten Telefonbuches umgeleitet werden… z.B. auf den Anrufbeantworter oder auch abgewiesen werden. Mit dieser Funktionserweiterung wäre die ganze Angelegenheit noch ein Stückchen effektiver gestaltbar.