Praxistest, Test, Erfahrungen

Früher gab es einfach Personenwaagen, drauf stellen und Gewicht ablesen, fertig. Einen weiteren Sinn und Zweck hatten sie nicht. Heute wenn wir uns auf eine Waage stellen wird unser Körper mittels einer sogenannten Körperfettwaage über das Bioimpedanz-Verfahren richtiggehend analysiert. Schwacher Strom wird durch uns geleitet und die sich darauf ergebenden Widerstände ergeben dann Werte u.a. zu Fett- und Muskelmasse. Die Daten werden meist an eine App gesendet die dann die Auswertung übernimmt. Hört sich kompliziert an, ist es aber durchaus nicht. Und – eine Körperfettwaage ist nicht nur etwas für Sportler sondern auch für den „normalen und technikaffinen Durchschnittsmenschen“. Ich habe mir die Körperfettwaage von Mybeo* zugelegt – hier sind meine Erfahrungen mit dieser Waage.

Funktionsumfang

Die Waage ermittelt die folgenden Werte:

  • Körpergewicht
  • Muskel- und Knochenmasse
  • Feuchtigkeit
  • BMI (Verhältnis Körpergröße / Körpergewicht)
  • Viszeralfett (frei in der Bauchhöhle eingelagertes Fett)
  • Subkutanes Fett (Unterhautfettgewebe – direkt unter der Haut sitzendes Fett)
  • Proteingehalt
  • Grundumsatz
  • KFA

Test der Körperfettwaage von Mybeo

Die Installation, sofern man hier davon überhaupt sprechen kann besteht darin, die Batterien (4 x 1,5 V / AAA) einzulegen und der Waage einen Standort zuzuweisen. Von der Verwendung wiederaufladbarer Akkus rät der Hersteller ab, weil sie die Funktionen der Körperfettwaage eventuell beeinflussen könnten. Die passende App „AlFit“ gibt es hier für Android und dort für alle Apple-Nutzer. Diese App konnte zwar auf einem Lenovo-Tablet installiert und eingerichtet werden, eine Synchronisation mit der Körperfettwaage war jedoch trotz vieler Versuche nicht möglich. Der Test wurde schließlich mit einem Huawei P20 durchgeführt wo der Synchronisationsvorgang ohne Probleme funktionierte. Sowohl das Lenovo Tablet Tab E 10* als auch das Smartphone verfügen über den gleichen Softwarestand.

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Ganz wichtig zu beachten ist der Hinweis in der Bedienungsanleitung, dass die Waage zwingend auf einem festen Untergrund stehen muss um korrekte Werte ermitteln zu können. Der Unterschied bei meinen Messergebnissen zwischen (unebenen) Teppichboden und einem geeigneten Fließenboden betrug „einfach mal so“ rund 30 kg. Schön für alle die manipulierte Zahlen lieben, ungünstig für alle die sich bei ihrer Fitness nicht selbst belügen möchten.

Die Waage verfügt über einen klassischen Schalter sonder aktiviert sich automatisch beim Betreten der Wiegefläche. Die Zahlen im Display sind XXX cm hoch, hell erleuchtet und damit sehr gut ablesbar. Angezeigt wird nur das Körpergewicht, alle weiteren Analysedaten werden über die App ausgegeben sobald diese sich verbindet. Diese Variante der Darstellung ist in jedem Fall jener vorzuziehen, bei welcher die Daten „durchlaufend“ angezeigt werden, ich sehe dies als Pluspunkt. Wer natürlich die App nicht nutzen möchte kann ausschließlich das Körpergewicht ermitteln bzw. ablesen. Es kommt hier wirklich ganz auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen an.

Positives

  • stabile und robuste Bauweise
  • Größe 31x31x2,5 cm
  • gut ablesbares Display
  • deutsche Bedienungsanleitung

Negatives

  • ohne App-Nutzung nur Ermittlung von Körpergewicht
  • Registrierungszwang / Datenschutz bei der App
  • Fitness-Werte nicht nach deutschem / europäischen Standard
  • App funktioniert offenbar trotz neuestem Betriebssystem nicht mit allen Androidgeräten

Persönliches Fazit zur Mybeo Körperfettwaage

Natürlich darf man von einer solchen Waage jetzt nicht -rein medizinisch betrachtet – die hochwertigsten Messdaten erwarten und in wie weit die ausgegebenen Werte generell stimmig sind bleibt mangels ärztlicher Referenzwerte dahingestellt. Dafür sind Waagen in dieser Preisklasse letztlich auch nicht konzipiert worden. Und trotzdem geben solche Waagen einen ersten Aufschluss, eine generelle Übersicht zu gesundheitlichen Eckdaten unseren Körper betreffend. Für Menschen die zum einen technikbegeistert sind und sich zum anderen auch ein wenig für körperliche Analysedaten interessieren ist diese Waage gut geeignet.

Und die Waage ist flexibel in ihrer Funktion. Die Mybeo Körperfettwaage* kann sich auf Wunsch mit GoogleFit verbinden und unterstützt auch FitBit via der dazugehörenden App. Auf diese Weise kann jeder Nutzer sein “ ganz persönliches Analysenetzwerk“ zusammenstellen und mit Daten befüllen. Was dies wegen der meist vorhandenen Registrierungszwänge bei den Apps unter Umständen für den Schutz der persönlichen Daten bedeuten kann muss jeder für sich alleine abwägen.

durchschnittlichDass der Personenwaage bei Lieferung ein Benutzerhandbuch in deutscher Sprache und in einer angemessenen Schriftgröße beiliegt möchte ich abschließend nur kurz erwähnen, weil dies leider immer öfter nicht der Fall ist und nicht alle Nutzer mit den teilweise sehr abenteuerlich übersetzten englischen Originaltexten zurecht kommen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist bei einer durchwegs ordentlichen Verarbeitung absolut angemessen, die Installation / Bedienung der Waage – inkl. der App – recht einfach gehalten auch wenn diese auch mal beim einen oder anderen – wie bei mir – Zicken machen kann.

Alles in allem kann ich die Waage anhand meiner persönlichen Erfahrungen jedem empfehlen der mit den gebotenen Eigenheiten in Einklang ist. Zu den Punktabzügen führte bei meinem Test letztlich der gebotene Regstrierungszwang (Datenschutz) bei der App, die erhebliche Einschränkung bei Nichtverwendung dieser App und vor allem auch die von deutschem Standard (teils deutlich) abweichenden Fitness-Werte wie z.B. der BMI etc.. Daraus resultieren unter dem Strich „falsche Aussagen“ zu Körperfett, Muskelmasse und anderen wichtigen Fitnesswerten. Für Asien mögen diese Parameter stimmig sein, für Europa sind sie es jedenfalls nicht. Eine Anpassung an „regionale Standards“ ist leider nicht möglich.

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