rausbrüllen genervt zornig

Früher war alles besser – nein ganz so pauschal will ich es generell nicht darstellen, egal um was für eine Thematik es auch gehen mag. Es gibt in allen Belangen des menschlichen Lebens Dinge die früher besser gewesen sind als sie das heute sind und umgekehrt wird natürlich genauso ein Schuh daraus. Den Maßstab „alles über einen Kamm zu scherer“ darf man hier fairerweise nicht ansetzen. Geht es jedoch um den Bereich von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus oder Hassreden im allgemeinen so geht mir diese Thematik schon langsam auf den Senkel. Nicht weil ich ein Fürsprecher des genannten bin sondern weil es immer schlimmer wird mit der Klassifizierung des ganzen Mist’s.

Schon in der realen Gesellschaft ist dieses Thema höchst kompliziert. Im Internet aber – in den sozialen Medien sowieso – wird hier sehr oft über das Ziel hinaus geschossen, verurteilt und gemaßregelt. Nur weil ich mal rede (schreibe) wie mir nun mal der Schnabel gewachsen ist, wenn es sein muss auch mal deutlicher werdend, bin ich noch lang kein Verbreiter einer Hassrede. Ich bestreite definitiv nicht, dass es im Netz und auch anderswo fremdenfeindliche Aussagen, Schriften oder weiß der Geier was alles gibt.

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Und trotzdem – in der Klassifizierung desselben sollte man schon noch auf dem Teppich bleiben. Und das ist speziell an jene gerichtet, die öffentlich oder auch nicht öffentlich als Maßregler aufzutreten versuchen bzw. es auch leidenschaftlich tun. Spitzel nannte man sowas – nicht nur in der ehemaligen DDR.

Wenn man nicht mal mehr Klartext sprechen darf, keine Kritik mehr üben an Personen die anscheinend – von wem auch immer – auf einen goldenen Sockel gestellt werden und folglich als „unkritisierbar“ gelten dann hat das nichts mehr mit einem entschlossenen Entgegentreten gegen Rassismus, Hassrede & Co. zu tun. So geschehen gerade bei Facebook wie Hans berichtet. Frei nach dem Motto „Du böse – Du gesperrt“. Einfach lächerlich sowas und schon gleich mal, wenn diese Sperre von einem Unternehmen kommt das in einem Land ansässig ist in dem praktizierter Rassismus kein wirkliches Geheimnis mehr ist oder auch noch nie war. Ähnliches war auch ein Grund, warum mein Facebook-Account völlig brach liegt. Denn was und wie ich es schreibe schreibt auch mir ein Herr Zuckerberg garantiert nicht vor!

Zurück in die Zukunft?

Früher war alles besser – irgendwie schon ein bisschen wenn ich mir diese Frage jetzt nochmal stelle. Denn früher konnte ich in die Bäckerei gehen und einen Mohrenkopf kaufen. Niemand sah mich „krumm“ an oder fühlte sich deswegen diskriminiert. Früher konnte ich auch ins Gasthaus am Eck gehen und mir ein leckeres Zigeunerschnitzel mit Pommes bestellen. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen das sogleich als politisch inkorrekt einzustufen und es einen Affront gegen eine Minderheit zu nehmen. Und wenn ich zu meinem Kfz-Mechaniker nach dem er mir die Rechnung präsentierte sagte „Du Jud`, wäre das nicht billiger gegangen“ wäre dieser mit Nichten auf den Zug aufgesprungen, dass es sich bei dieser Redensart um ein Art von antisemitischem Mobbing handle.

Keines dieser drei aufgezeigten Beispiele – und man könnte das getrost noch weiter fortführen – hat etwas mit Fremdenfeindlichkeit, Hassrede oder Rassismus zu tun, kein einziges davon. Damals jedenfalls nicht. Heute so ausgesprochen wirst Du schneller eine Akte beim Staatsschutz haben als Dir das lieb ist. Und von Deinen Mitmenschen wirst Du geächtet als Nazi und dergleichen. Weil eben alles nur noch negativ ausgelegt wird – und zwar pauschal. Eine Differenzierung zwischen echtem Hass und dem was man „umgangssprachlich“ nennt gibt es nicht mehr. Dann nennt mich eben Ausländerfeind, Nazi oder was Euch immer beliebt. Damit kann ich gut leben, sehr gut sogar. Irgendwie bin ich froh „schon so alt zu sein“, denn besser (vernünftiger) wird das wohl nicht mehr. Umgekehrt wird wohl hier eher ein Schuh daraus. Denkt mal darüber nach ihr Hobby-Denunzianten! Das musste jetzt einfach mal raus……

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12 Kommentare zu „Nur noch Fremdenfeindlichkeit, Hassrede und Rassismus“

  1. Hi Thomas,
    ich weiß was du meinst…
    Aber an einer Stelle muss ich mal was sagen: mein Opa ist tot. Ist es deshalb nun mein ehemaliger Opa?
    Viele Grüße Miki

    1. Zielst Du jetzt auf meinen Hinweis auf die „ehemalige DDR“ ab oder wie :-) .
      Natürlich ist Dein Opa nicht Dein ehemaliger Opa….!
      So ganz weiß ich nicht worauf Du hinaus willst… klär mich auf.

      1. Ja, ich ziele auf die unsinnige Begrifflichkeit „ehemalige DDR“.
        Die DDR hat ein Gründungsdatum und ein Enddatum ihrer Existenz. Damit ist der Zeitraum genau definiert (genau wie bei meinem Opa, Geburtstag – Sterbetag).
        Ich bin in der DDR geboren. Ich muss nicht sagen „in der ehemaligen DDR“.
        Es ist doch einfach überflüssig. Aber auch bei anderen Formulierungen muss wohl erst eine ganze Generation tot sein… „neue Bundesländer“ ist ja nach 30 Jahren auch niedlich. Und so.
        War ja nicht Inhalt deines Beitrages… aber je mehr damit aufhören oder es sich bewusst machen, um so eher ist man diese dämliche Formulierung los.
        (hab ein Beispiel gesucht; wenn man an einer Uni irgendwas studiert hat, steht das im Lebenslauf. An Uni XY studiert. Wenn es die Uni inzwischen nicht mehr gibt, steht da auch nicht „studiert an der ehemaligen Uni XY“, sondern einfach der Name der Uni.)

        1. Es mag für Dich unsinnig klingen, dass war dann nicht meine Absicht Dir gegenüber. Für mein ganz persönliches Empfinden ist es nicht „unsinnig“ – weil… einerseits ist es die ehemalige DDR und andererseits auch wieder nicht, weil es sie in gewissen Dingen noch heute für mich gibt. Also dann nicht ehemalig. Das ist schwer zu erklären und wahrscheinlich auch zu verstehen. Ich glaube, dazu muss ich mal einen eigenen Artikel verfassen….!

          1. Das wird lustig, falls die richtigen Leser kommen, hab da schon viel gesehen…
            Nur schnelle Grüße von unterwegs, nur damit du weißt, dass ich da nix persönlich nehme… :-)

      2. Früher gab es ja noch die „sogenannte DDR“. Fand ich als Wessi schlimm. Es war nun mal ein eigener Staat, der sich so nannte, also DDR. Und das war, nach meinem Rechtsempfinden, so zu akzeptieren.
        Es gibt viele Länder auf der Erde, die sich im Lauf der Zeit einen neuen Namen gegeben haben. „Ehemalige DDR“ beschreibt doch ganz gut, wie die politischen Verhältnisse mal gewesen sind.

        1. Das sehe ich auch so, „es war einfach zu akzeptieren“. Hab da auch so meine ganz eigenen Erlebnisse gehabt mit diesem Staat, darüber werde ich noch extra berichten.

  2. Es ist leider wahr, das man heute wirklich aufpassen muss was man sagt. Ich erlebe das schon mal häufiger, wenn ich zum Beispiel mit meinen Kumpels der AH-Mannschaft rumflachse. Wir kennen uns teilweise 40 Jahre und länger und da bleibt der ein oder andere gegenseitige Seitenhieb bezüglich Herkunft nicht aus. Aber jeder weiß wie es gemeint ist. Wenn andere diese gegenseitigen Zuneigungen mitbekommen, erntet man allerdings schon mal ungläubige Blicke.

    Um mal auf meinen Fall zu kommen… Wenn ich mir meine Timeline ansehe, da werden fast täglich von einigen Unzufriedenen irgendwelche Bildchen mit entsprechenden Kommentaren gepostet, die das Thema „Hassrede“ in meinen Augen eher treffen. Einige dieser Figuren hab ich schon geblockt, doch sie sterben nicht aus. Naja, ich könnte auch prima ohne Facebook leben, da geht es für mich vorrangig um die Kommunikation mit Freunden und Bekannten, die man eben nicht jeden Tag sieht. Einzig die Biker-Gruppe würde ich vermissen, da interagiere ich mit Abstand am meisten. Aber da gibts ja mittlerweile auch andere Möglichkeiten, solche Bekanntschaften nicht sterben zu lassen.

    Ich werde meine Meinung jedenfalls nicht von FB vorgeben lassen und wenn noch einmal so etwas geschieht, dann bin ich eben weg.

    1. Ja genau das meinte ich damit… das „Rumgeflachse“ hat nichts mit Hass und dem allen zu tun. So denken und handeln können sie mal, wenn all die Generationen ausgestorben sind die tatsächlich wussten was eine Mohrenkopfsemmel ist. Und eben dieses Verhalten regt mich auf, diese Verallgemeinerung. Ein guter Bekannter von mir – er ist gebürtiger Italiener – wird von seinem Freundeskreis als Katzelmacher tituliert. Da sehen einige ja auch schon wieder Fremdenhass dahinter, Diskriminierung usw. Er lacht drüber, nimmt das keinesfalls als Beleidigung auf und hat es auch nie getan.

      Es sollte manchen Kritikern zu denken geben, wenn es sogar Restaurants gibt die z.B. Katzelmacher heißen und dazu noch von Italienern betrieben werden. Dieses ganze Gesabbere ist vordergründig ein „deutsches Problem“, so sehe ich das. Und dann immer dieser Heuchel-Hype. Damals bei dem Anschlag auf Charlie Hebdo posteten sie alle Trauerbildchen, heute spricht kein Mensch mehr davon. Und jetzt wegen den Unruhen in den USA sah man gestern unzählige „schwarze Bilder“ bei Instagram. Und wer nicht mitmacht wird gleich von manchen geächtet. Nur… ich spiele da nicht mit. Das Verhalten ist mir einfach zu doof, es hängt mir zum Halse raus.

      Deine Haltung bezüglich Facebook und der Sperre kann ich jedenfalls vollkommen nachvollziehen – geht gar nicht sowas. Klar lebt es sich ohne FB auch gut. Die Kommunikation läuft über WhatsApp, den Messeneger beachte ich gar nicht mehr. Und der Rest bei FB ist aus meiner Sicht zu vernachlässigen. Schönen Tag Dir und Grüße nach Cologne.

  3. Ich bin ein fanatischer Gläubiger. Das Motto „Früher ™ war alles besser“ könne echt von mir sein. Ich finds putzig, wenn sich dann Leute Mühe geben, mir das Gegenteil zu beweisen. Ich sag mir dann: „Scheiß drauf, die leben halt zur falschen Zeit, die armen Hunde“. Was waren die 70er doch für eine tolle Zeit. Keine Kriege, kein Terror, kaum Hungertote und eine deutsche Regierung, die man noch als solche bezeichnen konnte. :-) Und es gab 2 Deutschlands, zwei davon. Kaum zu glauben. Heute haben wir nur noch die Hälfte. Tja, waren das noch Zeiten als wir noch mit der Mark bezahlten.

    Was treibt mich an zu versuchen, mich selbst zu widerlegen?

    Ich werde 67 dieses Jahr. Ich werde langsam alt, leider aber nicht weise. Ich dreh durch, wenn ich mich im Internet umschaue und all diesen Quatsch lese, der dort verzapft wird. Was hat es mich früher gejuckt, wenn Franz-Josef Strauß seine Beleidigungen gegen die Roten losgelassen hat? Er steckte in einer Schublade, die fest geschlossen war. Man kannte seine Einstellung und schüttelte milde sein Haupt, wenn er wieder einen rausgehauen hatte. Das gleiche war der Fall, wenn Herbert Wehner schimpfte, dass die Heide wackelt. Wenn dagegen heute der alte Gauland oder gar ein Höcke seine Parolen verzapft, kriege ich Brechreiz. Bei Trump ist es kein Stück anders, auch nicht bei Johnson oder Bolsenare. Ich bin da so allergisch, dass ich mich oft selbst nicht mehr verstehe. Mit etwas Abstand denkt man aber vielleicht darüber nach und sieht die Gefahren, die für unsere Gesellschaften darin liegen. Und dann die sozialen Hetzwerke. Ich habe mich aus allen zurückgezogen, weil ich dieses Geblubber irgendwann nicht mehr ertragen habe. Auch Instagram ist nix für mich. Dafür fehlen den meisten ohnehin die Titten. Zack, lieber Thomas. Das wäre jetzt so’n Fall für die Aufpasser Netz. Eine höchst frauenfeindliche Bemerkung, könnte man sagen. Ich finde, es ist eine normale Reaktion auf den Missbrauch solcher Plattformen, die auch nichts anderes tun, als junge Leute (namentlich junge, hübsche Frauen) für ihre Zwecke auszunutzen. Nur – die machen das ja freiwillig. Weil sie es können…

    Kurz gesagt, ich verstehe gut was du meinst, Thomas. Wir übertreiben immer mehr und diese negative Entwicklung scheint immer schneller voranzugehen.

    1. Treffend formuliert und in weiten Teilen bereits von mir so unterzeichnet zu werden. Du hast es auf den Punkt gebracht, die negativen Entwicklungen was das alles angeht laufen schneller als uns das lieb sein sollte. Aber aufhalten wird sie niemand vermute ich. Wenn das alles letztlich gegen die Wand rauscht bin ich nicht mehr da. So hoffe ich zumindest, denn wirklich tollen zeiten in vielerlei Hinsicht gehen wir garantiert nicht entgegen, soviel scheint mir sicher.

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