Die  Patellaluxation bei Hunden ist eine schleichende und ernstzunehmende Knieverletzung bei der es auf rechtzeitige Behandlung ankommt. Nicht selten tritt die Patellaluxation als Erbkrankheit auf die zunächst beim Kauf eines Welpen vom neuen Besitzer nicht bemerkt wird. Gerade im Anfangsstadium und für „Laien“ sind die Anzeichen nur schwer zu erkennen. Die Patellaluxation ist in ihrem Verlauf in vier Grade ( I bis IV ) eingeteilt.

Schreitet die Luxation weiter voran kann man am betroffenen Bein ein minimales aber nicht ständiges Hinken erkennen. Spätestens ab Grad III kommt als weiteres Anzeichen das häufige Anheben des Beins hinzu. Wer bis jetzt nicht beim Tierarzt war sollte dies nun in jedem Fall tun!

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Gerade in einschlägigen Diskussionsforen wird immer wieder die Aussage getroffen

bevor der Hund nicht mindestens 9 Monate ist kann man hier nicht operieren, der Hund ist noch zu jung dafür

Davon sollte sich ein Hundebesitzer keineswegs beirren lassen und auf jeden Fall fachmännischen Rat einholen. Auch an die Einholung einer Zweitmeinung sollte man hier unbedingt denken! „Verlegenheitsdiagnosen“ wie etwa

das gelegentliche Hinken kann auch am Wachstum liegen… Knochen und Sehnen wachsen nicht gleichmäßig schnell…

sollten nicht blind hingenommen werden. Hier gilt in jedem Fall „lieber einmal zuviel beim Tierarzt“!

tierarztBei unserem Merlin  – einem  Zwergpudel – traten die ersten Anzeichen einer Patellaluxation im Alter von 4,5 Monaten auf. Durch mehrere Röntgenbilder wurde die letztendliche Diagnose gestellt – Patellaluxation an beiden Hinterläufen. Links im Grad I und somit nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig, rechts allerdings Grad IV (Endstadium). Es handelt sich definitiv um einen Fehler im Erbgut.

Würde man jetzt den Ratschlägen mancher Internetforen Glauben schenken, dass erst mit 9 Monaten operiert werden sollte würde dies bedeuten, dass Merlin noch 4 Monate damit leben muss. Ein gesunde Menschenverstand sagt hier, dass dies auf keinen Fall ohne noch größere Schäden ablaufen würde. Abgesehen davon gibt es nichts schlimmeres für einen Welpen / Junghund wenn er nicht toben kann weil er Probleme mit den Beinen hat.

Auch die Tierklinik bestätigte dies und setzte jetzt binnen 2 Tagen einen Operationstermin an.

Ein Folgeschaden der Patellaluxation wäre in jedem Fall, dass das mit Grad IV betroffene Bein schief weiterwachsen würde. Daraus würde dann wiederum ein Hüftschaden entstehen. Da sich die verrutschende Kniescheibe manuell repositionieren lässt steht die Prognose nach der OP sehr positiv.

Internetforen in allen Ehren, den einen oder anderen Tipp kann man dort durchaus finden. Leider tummeln sich dort aber auch viele Schlaumeier die mit ihren Tipps im schlimmsten Fall ein wahres Desaster anrichten können.

Über den weiteren Verlauf werde ich sicherlich berichten. Vor allem steht auch noch ein Gespräch mit dem Züchter an…..! Jetzt wollen wir erst mal den morgigen Tag hinter uns bringen und zusehen dass Merlin wieder im wahrsten Sinne des Wortes auf die Beine kommt!

[update 23.01.2012] Merlin nach seiner Patella-Operation.

zuletzt aktualisiert am

4 Kommentare zu „Patellaluxation bei Welpen / Junghunden“

  1. Naja wenn es um Behandlungen bei Tieren und Menschen geht, sollte man sowieso immer einen Fachmann fragen und nicht in Foren nach Meinungen suchen. ich glaube das ist von Fall zu Fall unterschiedlich zu betrachten und kann nicht allgemein gesagt werden.

    1. @Sven: Nicht dass hier der Eindruck entsteht ich würde in solchen Fällen „nur“ das Internet bemühen… das keineswegs. Allerdings begibt man sich auf die Suche um auch an einem gewissen Erfahrungsaustausch teilzunehmen. Diagnosen selbst besorge ich nicht im Netz!

  2. Pingback: Buttermilchmaus

  3. Pingback: Merlin und sein “Hausanzug” › Nicht spurlos

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