Binaerzahlen

Bei Hombertho war kürzlich ein Beitrag zu lesen, der sich mit Onlinespeichermedien beschäftigte. In seinem Beitrag ging es explizit um Humyo.de. Diesen Dienst hat er auch selbst getestet. In seinen Kommentaren gibt es einiges an Für und Wider zu Dienst dieser Art. Seiner Aufforderung, ich könne den Dienst auch selbst testen komme ich hiermit gerne nach.

Um Humyo zu testen genügt der kostenlose Account mit 5 GB Speicherplatz. Nach der Anmeldung gelangt man umgehend „ins Innere“ von Humyo was mich im ersten Moment überraschte, so ganz ohne Bestätigungslink via E-Mail. Erst auf den zweiten Blick sieht man den Hinweis, dass vor der eigentlichen Nutzung erst die Mailadresse verifiziert werden muss. Um aus dem „Nur gucken und nichts anfassen“ – Modus herauskomme klickte ich eben den Link. :cool:

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Upload und Download von Dateien

Es stehen zwei Modis zur Verfügung – der Standard-Upload und der erweiterte Uploadmodus. Beim Standard-Upload sind nur einzelne Dateien möglich, die man nach und nach hinzufügen und letztlich hochladen kann. Für gezippte Datensicherungen die nur aus einer oder zwei Dateien bestehen sicherlich kein Problem. Für eine größere Anzahl an Dateien ist der Standard-Modus eher weniger geeignet, sofern man sich keinen Wolf klicken will und ständig darauf achten muss, welche Datei schon hinzugefügt wurde.

Javascript Hinweis bei Humyo

Hinweisfenster beim erweiterten Uploadmodus

Ganze Ordner nach Humyo zu verschieben ist nur im erweiterten Uploadmodus möglich. Dies geht nur innerhalb einer Javascript-Routine die erlaubt werden muss. Und hier scheitert man bereits als Linux-User. Humyo behauptet nämlich im nächsten Hinweisfenster

Da Sie oder die Sicherheitseinstellungen Ihres Computers diese Erlaubnis verweigert haben, konnte der erweiterte Upload-Modus nicht aktiviert werden.

Falsch! Java ist sowohl installiert als auch aktiviert. Auch der angebotene „Trick“ mit dem Schließen des Browsers und dem erneuten Öffnen führt zu keinem Erfolg. Humyo arbeitet nicht mit Linux-Systemem zusammen was man auch schon daran erkennen kann, dass Humyo Smart Drive nur für Windows und MAC OS angeboten wird. Die Humyo Smart Drive wäre für die automatische Syncronisation und die Nutzung von Humyo als virtuelles Laufwerk.

Nicht zuletzt deswegen kommt Humyo als Datensicherung bzw. -auslagerung für mich nicht in Frage. Ein weiterer Grund ist auch die Geschwindigkeit mit der die Daten verschoben werden. Beim Upload von 3 Testdateien mit einer Gesamtgröße von rund 29 MB benötigte ich 7 Minuten.

Uploadgeschwindigkeit Humyo

Auch der Download erreichte die oben gezeigten Geschwindigkeiten. Während bei Upload im Standard-Modus zumindest mehrere Dateien, wenn auch einzeln, zusammengefasst werden konnten, musste ich beim Download jede Datei einzeln laden. Der erweiterte Modus würde höchstwahrscheinlich eine komfortablere Handhabung zulassen.

Ich habe meinen Testaccount wieder geschlossen. Hier war ein wenig nervig, dass gelöschte Dateien erst noch vom Papierkorb entfernt werden mussten, ehe der Account geschlossen werden konnte. Wenn ich den Account durch Passwortabfrage lösche sollte dies eigentlich automatisch von statten gehen.

Mein Fazit

Humyo ist ein Dienst unter etlichen anderen. Durch die Tatsache, dass nur Windows und MAC OS unterstützt wird schränkt sich der Kreis möglicher Nutzer ein. Ob sich hier zukünftig etwas tun wird ist nicht bekannt. Durch die fehlende Möglichkeit von FTP-Übertragungen braucht man je nach Verbindungsgeschwindigkeit viel Zeit um Daten zu verschieben.

Der kostenlose Account mit 5 GB Speicherplatz ist für Privatpersonen ganz in Ordnung, wenn auch nicht gerade üppig. Vor Abschluss eines Premium-Accounts sollte man Humyo   erst ausgiebig testen und mit den Funktionen vertraut machen. Für Verwender von Linux-Systemen kommt dieser Account wohl eher weniger in Betracht.

Meine Bedenken bei dieser Art von Datensicherung sind immer darin, was passiert wenn die Firma „dicht“ macht. Wohin wandern die Daten ggf. nach Löschung des Accounts? Daten die „außer Haus“ gelagert werden scheinen mir persönlich nicht sicher genug aufbewahrt. Die Datenpannen bei großen Firmen haben dies gezeigt.

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Jeder muss selbst entscheiden ob er u.U. sensible Daten in die Hände anderer legen möchte. Auch wenn es nur Fotos vom letzten Urlaub sind – in anderer Leute Finger möchte ich auch diese nicht wissen. Festplatten kosten heute fast nichts mehr im Vergleich zu früher. Und wem Mobilität bei seinen Daten wichtig ist… USB-Sticks tun gute Dienste. Diesen kann man zwar auch verlieren, doch dann muss ich ich nur selbst an der Nase packen und mich nicht mit „untergegangenen Firmen“ herumschlagen wenn Datenmaterial sein sollte.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
2 Kommentare
  1. Aquii sagte:

    Also wer in Zeiten von billigem Speicher und viel wichtiger: vielen Datenpannen so blöd ist, dafür noch geld zu zahlen, dem kann wirklich nicht mehr geholfen werden. Ein NAS mit FTP Zugang ist schon für 100 Euronen zu haben und ich habe auch weltweiten Zugriff drauf, aber ich weiss, wer sich meine Dateien ansieht ;)

    Antworten
    • Thomas sagte:

      Der Kunde entscheidet immer selbst… sollte sich natürlich bewusst sein, was er wo tut. 100% Sicherheit gibt es eh niemals, doch man muss nicht „mit Gewalt“ in die falsche Richtung gehen.

      Antworten

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