Mit dem Surfstick von O2 gibt es eigentlich keine größeren Probleme – sofern sich der Laptop stationär an einer Stelle und nicht fern ab jeglicher Zivilisation befindet.

Mobiles Internet im ICE zu nutzen bietet sich nicht nur bei längeren Fahrten an. Auf der Strecke München – Hamburg konnte jetzt der O2 Surfstick (Huawei E 160) ausgiebig getestet werden, wie mobil man wirklich mit O2 sein kann und ob es auch Spaß macht das Internet zu nutzen. Der Praxistest erfolgte in einem ICE-1 in einem extra für Handynutzung ausgewiesenem Großraumwagen.

Die jeweiligen Streckenabschnitte wurden danach beurteilt, ob ein Empfang generell möglich war bzw. ob es sich um stabile Verbindungen ins Internet gehandelt hat, die ein halbwegs flüssiges Surfen im Internet ermöglichten. Die Qualität der Verbindung in Prozenten ist eine persönliche Einschätzung ohne technische Daten im Hintergrund.

Die ICE-Strecke München – Hamburg ist in folgende Abschnitte unterteilt.

München – Augsburg – Donauwörth: Empfangsqualität bei 70%. Auf einigen wenigen Streckenabschnitten Verbindungsabbrüche, die jedoch relativ kurzfristig wieder hergestellt werden konnten.

Donauwörth – Ansbach – Würzburg: Empfangsqualität bei 25%. Verbindungsabbrüche nahezu im 2-Minutentakt. Der Aufbau von Internetseiten wegen der sehr schlechten Signalstärke nur sehr schwer möglich. Arbeiten, das eine stabile Verbindung voraussetzt ausgeschlossen. Tipp: Akku sparen, zurücklehnen und auf jeden Fall Würzburg abwarten.

Würzburg – Fulda – Kassel: Empfangsqualität bei 60%. Wenn das Signal anliegt liefert es auch eine ordentliche Stärke. Auf diesem Streckenteil gibt es sehr viele Tunnelabschnitte in denen die Verbindung fast generell abbricht. Die vielen, sehr kurz aufeinander folgenden Tunnel lassen nur ein geringes Zeitfenster für die Wiederherstellung der Verbindung. Dauerhafte und stabile Verbindung eher ausgeschlossen.

Kassel – Göttingen – Hannover: Empfangsqualität bei 75%. Gute Verbindung die immer wieder mal kurzzeitig, hauptsächlich zwischen Kassel und Göttingen unterbrochen wurde.

Hannover – Hamburg: Empfangsqualität bei 80%. Die Zahl der Verbindungsabbrüche ging in diesem Abschnitt im Vergleich des bereits erlebten etwas zurück. Ausgeschlossen waren aber auch hier die Rauswürfe aus dem Netz nicht. Die Wiedereinwahl gestaltete sich teilweise etwas schwierig.

Auch der Huawei E 160 trieb sein undurchsichtiges Spiel, in dem eine angebliche Verbindung ins Internet „vorgegaukelt“ wurde, die aber eigentlich gar nicht bestanden hatte. Erst eine Trennung und Neueinwahl brachte manchmal – bei weitem nicht immer – den erhofften Erfolg.

Fazit: Wirklich effektiv nutzen lässt sich das mobile Internet nur zwischen Hannover und Hamburg, mit etwas Einschränkung bereits ab Göttingen. Alles was   zwischen Donauwörth und Kassel in Sachen UMTS mit dem O2-Surfstick geboten wird ist nach diesem Test absolut nicht in der Kategorie „macht Spaß“ einzuordnen und teilweise wirklich völlig unzumutbar.

Das Spiel mit dem UMTS von O2 und dem Stick bzw. dessen Verhalten verderben recht schnell den Spaß am Versuch die Fahrt kurzweiliger zu machen. O2 wird bei einer Umentscheidung in Sachen mobiles Internet sicherlich nicht an oberer Stelle stehen. Logischerweise lies auch die Sprachtelefonie via O2 sehr zu wünschen übrig.

Wer auf ausdauernde Kommunikation im ICE steht, für den ist O2 nach meiner Sicht und Erfahrungen mit diesem Surfstick ein No-Go.