Sie sterben einfach nicht aus. Die Rede ist von Gewinnspielabzockern bzw. deren Kumpanen – gerne auch mal Rechtsanwälte – die mit massiven Drohbriefen versuchen angebliche Einsätze nebst Mahngebühren und dergleichen einzutreiben. Zu tausenden verschicken diese bandenähnlichen Vereinigungen Mahnungen und Androhungen von Gerichtsverfahren wenn man nicht sofort überweisen würde. Dabei sind die geforderten Beträge mit 90 bis 120 € „schlau“ ausgewählt. Viele Empfänger dieser Schreiben lassen sich einschüchtern, fürchten ein gerichtliches Mahnverfahren und überweisen „damit Ruhe herrscht“.

In letzter Zeit ist ein vermeintlicher Rechtsanwalt aus Hannover für eine Lotto-Tippgemeinschaft namens  MaxiTip Ltd.  tätig und verschickt Forderungen über 122,50 € für eine nicht bezahlte Lottoteilnahme. Die erste Besonderheit an dem Schreiben, der Rechtsanwalt hat seine Kanzlei in Griechenland (Athen)  die Postadresse ist jedoch in 30158 Hannover, Bahnhofstraße 8. Die Adresse in Hannover wird wahrscheinlich nur deswegen verwendet, weil es sonst bei einem Blick auf die Frankierung des Briefes auffallen würde das etwas nicht stimmt.

Ein Brief aus Griechenland mit einer deutschen Briefmarke und einem deutschen Poststempel? Ganz so dumm ist der Absender dieses Schreibens nicht. Als besonders schlau stufe ich ihn allerdings auch nicht ein, denn es wird mir vorgeworfen,

… aufgrund Ihrer Rücklastschrift von Ihrem Konto 96832019 BLZ 55190000 wurde Ihre Mitgliedschaft beendet.

gaunerIch habe kein Konto bei der Mainzer Volksbank der diese Bankleitzahl zugeordnet ist. Diese Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl wird in nahezu allen Schreiben identisch verwendet. Alleine darüber sollte der misstrauische Empfänger solcher Abzock-Abmahnungen stolpern und ins grübeln kommen. Leider lassen sich viele vom Briefkopf (Rechtsanwalt) bereits so schocken, dass sie diese „Kleinigkeit“ mit der angeblichen Bankverbindung übersehen und ins zittern geraten.

Eine weitere Besonderheit sehe ich in der Bankverbindung auf die ich den Betrag von 122,50 € transferieren soll, die Eurobank in Griechenland.  Mal angenommen die Kanzlei hätte tatsächlich eine Niederlassung in Hannover, warum soll ich dann ins Ausland überweisen? Dies hat einzig und alleine den Zweck um das Geld „schnell beiseite schaffen zu können“ ohne dass der Absender zunächst viel tun könnte.

Gründe warum man nicht bezahlen sollte

  1. Eine Rechtsanwaltskanzlei namens Markou & Partner gibt es in Hannover unter der angegebenen Adresse nicht.
  2. Die genannte Bankverbindung von der es angeblich zur Rücklastschrift gekommen ist dürfte frei erfunden sein, zumindest ist es nicht meine eigene.
  3. Die im Schreiben genanten § § 280 und 286 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) regeln weder Auslagen noch Auskunftskosten.
  4. Eine Firma  MaxiTip Ltd.  ist im Internet nicht zu finden. „Maxi Tipp Service für Spielgemeinschaften GmbH“ in Frankfurt/Main  hat mit der Bezeichnung MaxiTip Ltd. nichts zu tun!

Außerdem weiß jeder von sich selbst, ob er bei einem Lottospiel der Firma  MaxiTip Ltd. mitgespielt hat oder nicht. Wenn nein gibt es erst recht keinen Grund für eine Überweisung.