„Unsterbliche“ Persönlichkeiten gibt es in den Reihen des FC Bayern München ohne Zweifel sehr viele – Spieler, Trainer und Funktionäre zählen mit dazu. Jupp Heynckes gehört in jedem Fall mit in diese Riege.

Mit dem „schnellsten“ Meistertitel 2012/2013 bereits in der Hand, den DFB-Pokal sowie die Champions-League-Trophäe in greifbarer Nähe verabschiedete sich der 68-Jährige heute beim letzten Bundesligaspiel in Mönchengladbach aus der 1. Fussball-Bundesliga in deren 50. Saison.

Abschied von alten Traditionen und neuen Rekorden

Nicht nur dass Jupp Heynckes seine Laufbahn im Jubiläumsjahr der Fussball-Bundesliga (50 Jahre) beendet, das Ende seiner Trainerlaufbahn findet genau dort statt wo es ursprünglich als Spieler im Jahre 1963 begonnen hat – bei Borussia Mönchengladbach. Wenn man möchte kann hier durchaus von einem sich schließenden Kreis gesprochen werden.

Gladbach gegen Bayern, der ewige Bundesligaklassiker war heute das letzte Spiel für Jupp und auch dieses gewann der FC Bayern mit 3:4. Keine Frage ein verrücktes Spiel, insbesondere in den ersten 12 Minuten. Aber diese Saison wäre Bayern nicht Bayern wenn am Ende nicht der bedingungslose Siegeswille obenauf gewesen wäre. Nur zwei Treffer fehlten am Ende um bei den geschossenen Toren dreistellig zu werden, 98 ist dennoch eine sehr stattliche Anzahl die erst einmal überboten werden muss.

Gladbach selbst kann sich auf die Fahnen schreiben, dass sie es geschafft haben in 10 Minuten mit 3 Treffern 75% aller Rückrundengegentreffer bei den Bayern erzielt zu haben.

Zieht man heute einen Schlussstrich dann zählt Heynckes zu den erfolgreichsten Spielern/Trainern der gesamten Bundesligageschichte und überholte damit sogar den legendären Otto „Rehakles“ in Sachen Bundesligaerfolge.

Die absolute Krone könnte sich Heynckes mit dem Sieg der Champions-League aufsetzen, es wäre ihm absolut zu gönnen.

Und trotz aller Erfolge – diese Saison und in der gesamten Laufbahn – blieb Jupp Heynckes immer ein freundlicher und gelassener Mensch. Er kann sich etwas „einbilden“ was er alles geleistet hat, tut es jedoch nicht. Kein Hochmut, keine Skandale – nichts. Eine Eigenschaft die nicht unbedingt als Selbstverständlichkeit ist wenn man manch anderen Trainer sieht.

Heynckes formte eine Spitzen-Elf

Seit 2009 (mit Unterbrechung ab 2011) ist Heynckes für die Bayern tätig. In dieser Zeit formte er eine Elf von ganz besonderer Güte. Die Bayern die ich heute wieder gesehen habe waren „früher“ nicht vorstellbar. Kampf um den Ball, bedingungslos nach vorne stürmend und immer den Sieg im Auge habend… das sind die Bayern 2013.

Zwei Spiele sind es noch bei denen Heynckes als Trainer auf der Bank sitzt. Kommenden Samstag im Champions-League-Finale in London und am 01.06.2013 im DFB-Pokal-Finale in Berlin. Danach hat er sich wirklich seinen Ruhestand wahrlich verdient.

Für Erfolge in beiden Finals spricht, dass der FC Bayern 2013 einen noch stärkeren Kampfgeist besitzt als er das im „Finale dahoam“ gezeigt hat. Das Triple wäre für Bayern die Krönung einer grandiosen Saison, für „unseren Jupp“ ein tolles Abschiedsgeschenk. Schau ´mer mal…

[Update] 26.05.2013: Der Gewinn der Champions-League 2013 ist der zweite von drei Streichen die Heynckes und seine Elf für sich entscheiden konnten.