Über Sterbehilfe und meine Auffassung dazu hatte ich erst kürzlich berichtet. Doch ein jetzt beim Spiegel gefundener Artikel zum Thema Sterbehilfe im Zusammenhang mit der Demonstration eines Tötungsautomaten von Ex-Senator Kusch bringt mich zu dieser Thematik erneut zurück.

„Die gut vorbereitete Demonstration mit Mineralwasser und Karottensaft“ wurde vom Gründer der Dr. Roger Kusch Sterbehilfe durchgeführt. Soweit so gut. Allerdings sind ein paar Dinge, die mich an diesem Bericht stören.

Es ist von einem handelsüblichen Infusionsgerät die Rede, hat ja sicherlich jeder zuhause stehen oder kann es billig kaufen, klar. Bereits an diesem Punkt könnte das Vorhaben eines sterbewilligen Menschen scheitern. Doch noch bitterer stößt mir der Satz auf,

Ein Arzt soll zunächst einen Zugang zum Blutkreislauf legen ……

Ähm? Hallo? Wenn ich morgen meinen Hausarzt bitte, mir einen venösen Zugang zu legen, dann wird der dies auf jeden Fall hinterfragen. Denn den Wunsch ein Infusionsgerät angeschlossen zu bekommen dürfte nicht ganz der täglichen Hausbesuchsnorm der Ärzte entsprechen. Und dann? Dann sag ich ihm „ach wissen Sie, ich möchte mir Kaliumchlorid injizieren, weiter nichts…..“.

Immer dann wenn der Wunsch Vater des Gedanken ist, sollte man schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren!

Die Ärzteschaft Hamburg lehnt Kusch ´s Tötungsfantasien auf jeden Fall ab.

Gut dass wir darüber gesprochen haben….. :roll:

[update] 20.02.2009: Wirft Roger Kusch hin? Einem Bericht des NDR zufolge stellt der Hamburger Ex-Senator seine Suizidbegleitung aufgrund der Entscheidung des Verwaltungsgerichts ein, sieht die Entscheidung aber als falsch an! Ob es beim Ausstieg von der Sterbehilfe bleibt wird man am Ende aller gegen ihn gerichteten Prozesse sehen.