Das Gespräch zwischen Tür und Angel

Vertreter: Guten Tag, kennen Sie dieses Produkt? (drückt mir einen Prospekt in die Hand)
Ich: Ja kenne ich, die sind nicht schlecht, aber zu teuer.
Vertreter: Was denken Sie denn, was so einer kostet?
Ich: 10 Mal soviel wie ein herkömmlicher Sauger.
Vertreter: (etwas entsetzt) Das kommt überhaupt nicht hin.
Ich: Oh doch, davon bin ich überzeugt.
Vertreter: Was verstehen Sie denn unter einem herkömmlichen Sauger?

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Ich: Die für 39,95 vom Discounter.
Vertreter: (etwas kleinlaut) Dann kommt es in etwa hin.
Ich: Sage ich doch, zuzüglich der Folgekosten für Verbrauchsmaterial zu teuer.
Vertreter: Es geht auch mit Ratenzahlung.
Ich: Das wäre dann, als würde ich jeden Monat einen neuen Sauger kaufen, nein danke.
Vertreter: (enttäuscht) Ja dann. Kennen Sie dann jemand der Arbeit sucht?
Ich: Nein.
Vertreter: In Ordnung, schönen Tag noch!
Ich: Danke auch so und viel Erfolg weiterhin.
Vertreter: (zieht leicht grummelnd ab) Danke.

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Klar müssen die Vertreter eines Wuppertaler Herstellers auch leben. Und sie leben bekanntlich nur von dem, dass sie letztlich auch wirklich verkaufen. Mein Ding wäre es definitiv nicht, Leuten etwas zu verkaufen müssen, nur um einen guten Lohnstreifen zustande zu bekommen. Und dem Vertreter jemanden zu empfehlen, der dann als Vertreter durch die Lande tingelt werde ich schön bleiben lassen. 

Ich möchte schließlich nicht irgendwann hören müssen: Du hast mir das empfohlen!

 

4 Kommentare
  1. Ralf
    Ralf sagte:

    Sowas kenne ich auch. Diese Vertreter tun mir zwar immer etwas Leid, da sie ja wirklich nur durch ihre Provisionen Geld verdienen, aber irgendwelchen Mist kaufe ich dennoch nicht für einen viel zu hohen Preis. So einen Job würde ich aber auch nicht freiwillig machen, zumindest nicht von Tür zu Tür tingeln…

    MfG,
    Ralf

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  2. Thomas
    Thomas sagte:

    Selbst machen sowieso nicht, ne. Klar tat er mir auch irgendwo leid. Aber aus Mitleid kann ich keinen in meinen Augen überteuerten Staubsauger kaufen. Auch dann nicht, wenn er wirklich gut ist.

    Vertreter sein ist irgendwie ein sehr undankbares Geschäft, egal auf welchem Sektor man tätig ist.

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  3. Marek
    Marek sagte:

    Die Staubsauger sind weniger gut, als ihr Ruf… Ich hatte einst auf Wunsch meiner Gattin einen beim Onlinauktionator gekauft. Der erste und letzte.

    Allerdings halte ich den Beruf des Vertreters an sich nicht zwingend für undankbar. Wer dafür geboren ist, kann es zu Wohlstand bringen. Leider sind die wenigsten dafür geboren, sondern lassen sich aus Existenznot vor die Karren diverser Vertriebsorganisationen spannen, um nach kurzer Zeit in ebenjene Existenznot zurückzufallen.

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  4. Thomas
    Thomas sagte:

    @Marek:
    Gut, die Meinungen wegen der Güte des Produkts gehen mit Sicherheit immer auseinander. Trotzdem würde ich für den Preis keinen Sauger kaufen.

    Für zwingend undankbar muss man den Job sicherlich nicht sehen. Aber trotzdem muss m.E. ein Vertreter Dinge anpreisen (egal ob Versicherung, Staubsauer o.ä.) von denen er selbst nicht überzeugt ist – seines Wohlstandes wegen. Und spätestens da tut es mir leid, nur dass ich gute Leben kann, kann ich keine Zitronen für Äpfel verkaufen, nur weil ich gut reden kann.

    Muss jeder selber wissen. Ich mag den Berufsstand nicht.

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