Nicht alles kann der Wohnungsbesitzer beim Renovieren selber machen (besonders an die Heizungsvorrichtung sollte man nur Experten heran lassen), aber manches das wüst aussieht ist trotzdem auch als Laie relativ einfach zu reparieren. Dazu gehören kleinere Risse an Wänden oder der Zimmerdecke.

Natürlich gilt das aber nur wenn auf keinen Fall die Gefahr echter Instabilität herrscht – falls Sorge besteht, dass das Haus vielleicht statisch nicht sicher ist sollten sofort Experten angeheuert werden um den Bau zu evaluieren.

Die Art von Riss erkennen

wand renovierenFeine Risse in Wänden, Decken und Putz können aus ganz harmlosen Gründen auftreten und die Standsicherheit ist in der Regel nicht beeinträchtigt – nur das Aussehen. Natürliche Bewegung der Bauteile, die sich aus verschiedenen physischen Gründen (z.B. Temperatur, Bodenvibrationen, und Setzen der Materialien nach Neubau) zusammenziehen und dehnen, kann zu kleinen, vertikalen Rissen führen.

Wichtig ist es zu eruieren ob der Riss noch aktiv ist, das heißt ob er sich noch erweitert oder eine feste Größe hat, da aktive Risse ein Risiko darstellen und von Experten begutachtet werden sollten. Rissüberwachung ist auch ohne spezifisches Zubehör möglich. Eine Methode ist es starkes Klebeband über den Riss zu kleben, die vertikalen Enden zu markieren und jegliche Bewegung des Klebebandes zu überwachen. Eine zweite Methode besteht daraus einen trockenen Holzkeil in den Riss zu hämmern (dies natürlich nicht so heftig, dass der Riss sich weitet) – bei jeglicher Bewegung fällt der Keil einfach heraus. Wer ganz sicher sein will kann aber auch ein professionelles Rissüberwachungskit kaufen.

Reparatur

Nicht mehr aktive Risse lassen sich relativ leicht mit Klebeanker sanieren. Zuerst den Riss mit Bürste und Staubsauger säubern, dann mit Spachtel und etwas Druck den Klebeanker über und in den Riss verstreichen. Dabei sollte die Oberfläche möglichst glatt gehalten werden. Nach ein paar Tagen können mit Sandpapier verbliebene Unebenheiten noch abgeschmirgelt werden. Die Stelle dann noch verputzen oder wenigstens überstreichen und schon ist der Riss nicht mehr zu sehen. Bei Tapete muss meist jedoch das betroffene Stück ersetzt werden damit der Riss in der Tapete selbst nicht mehr zu sehen ist. Dafür muss aber nicht neu gestrichen werden.

Bei ganz kleinen Rissen auf intaktem Putz mag sogar nur ein Farbanstrich mit füllender oder rissüberbrückender Farbe ausreichen.

Risse an Innenwänden und Decken sind in der Regel nicht aktiv, da dynamische Risse auf größere, unerwünschte Bewegung im Gebäude zurückgehen und eher im Mauerwerk auftauchen. Ist ein Riss laut eigener Überwachung aktiv, ist von eigener Behandlung abzuraten – da muss dann doch der Experte ran.