Der Webmaster Friday beschäftigt sich das Wochenthema diesmal mit der Frage, ob grundsätzlich kritisch eingestellte Leute besser zum Bloggen geeignet sind? Schließlich zählen Meckerbeiträge nicht gerade zu den am schlechtest besuchten im Netz.

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Stimmt – allerdings nur zum Teil. Zum Teil deswegen, weil es doch sehr stark davon abhängt wenn ein Meckerbeitrag veröffentlicht wird, worüber der handelt. Zu aktuellen Themen die nicht nur sehr kleine Teile der Gesellschaft betreffen kann ein gut recherchierter Beitrag durchaus höhere Zugriffszahlen bedeuten. Hier gilt natürlich auch zu beachten, dass man selbst nicht der Einzigste ist der darüber schreibt. Und bei einer großen Masse von Beiträgen zu ein und dem selben Thema verteilt sich die Leserzahl wieder bzw. es hängt davon ab an welcher Stelle bei den Suchmaschinen mein Beitrag gelistet ist.

Ein kritischer Beitrag zu gesellschaftlichen Themenbereichen tut sich leichter häufiger gelesen zu werden als nur ein Bericht über die frisch gepflanzten Rosen im Vorgarten. Das bedeutet allerdings nicht, dass der „Rosenbeitrag“ schlecht geschrieben ist. Wer viele kritische Beiträge schreibt hat natürlich schnell den Ruf des großen Meckerers. Doch letztlich muss jeder Autor selbst wissen welchen Themen er sich widmet, was er aufgreift, lobt oder zerpflückt. Es muss ja keiner lesen wenn er nicht möchte.

Eine gesunde Mischung an Beiträgen macht es aus. Ich selbst habe eine wie ich finde gesunde Mischung an Beiträgen. Ich schreibe kritische Beiträge genauso gerne wie auch Geschichten aus dem Alltag, Sport oder anderen Dingen die für verschiedene Leser vielleicht wieder belanglos sind. Jedem Leser kann man es nicht recht machen, so sehr man das auch versuchen mag. Die von mir gelesenen Blogs schreiben auch nicht täglich über Themen zu denen ich was sagen kann oder möchte, deswegen sind sie aber nicht schlecht.

Blogger als die Kritiker der Nation zu sehen ist relativ betrachtet. Tatsache ist, dass Blogger Dinge aufgreifen und sie aus ihrer Sicht darstellen und somit eine gute Alternative zu den herkömmlichen (Print-)medien sind, die mit deutlicher Kritik oftmals hinter dem Berg halten (müssen). Blogger nennen Probleme oftmals schneller und direkt beim Namen ohne lange um den heißen Brei zu reden.

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Nichts desto trotz, ob böser Blogger oder guter Blogger. Ich betreibe meinen Blog zum Hobby sowie als Ausgleich zum Alltagsgeschehen. Ich sehe mich weder als gut noch böse, weder als groß noch klein – ich bin einfach da, schreibe und freue mich wenn darüber diskutiert wird. Denn letzteres ist es was Blogs ausmacht, das Austauschen von Meinungen und unterschiedlicher Sichtweisen.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
11 Kommentare
  1. LexX Noel sagte:

    Hm, der Punkt ist wie ich finde eher ob der Kritik-Beitrag gut geschrieben und vielleicht sogar auch recherchiert wurde oder es schlicht weg ein so genannter Troll Beitrag ist. Obwohl mancher so genannter Troll auch mitunter gute Zugriffszahlen vorweisen kann.

    Nach wie vor gebe ich dir aber Recht im Bezug auf die Mischung, denn die Mischung macht es auch meiner Meinung nach. Wobei ich auch für meinen Teil sagen kann das meine Mischung an Artikel/Beiträgen mehr als ausreichend ist, da ich über jede Thematik schreibe und kein spezielles Thema habe. :mrgreen:

    Nun habe ich allerdings auch Zwei Blogs in betrieb wobei ich auf dem Einen Blog mehr längere Texte verfasse und auf dem Anderen Blog eher kürzere Texte, auch mal im Minuten Takt veröffentliche. Wobei dieser Blog auch etwas an den Twitter Stil angelehnt ist, aber halt als Blog fungiert und nicht als zentralisiertes System namens Twitter. ;)

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    • Thomas sagte:

      @Jürgen Schick: Willkommen bei nicht spurlos.

      @all: Danke für Eure Sichtweisen die sich ja zum Teil mit den meinen decken. Es wird immer ein gewisser Zwiespalt bleiben, was ein guter Blogger, ein böser Blogger oder was weiß ich für ein Blogger ist. Die Meinungen sind hier sehr breit gefächert. Die Vielzahl an Blog ermöglicht es ja sich jene auszusuchen, die man lesen möchte. Unwahrscheinlich wird bleiben, dass ein Blog IMMER nur Beiträge liefert, die mich zu 100% interessieren bzw. zu denen ich was kommentieren kann.

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  2. Daniel S. sagte:

    „Eine gesunde Mischung an Beiträgen macht es aus.“ ist genau meine Meinung zu dem Thema. Hier und da kritisch zu werden ist kein Problem, aber immer nur unkonstruktiv zu kritisieren hilft auch keinem.

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  3. dimido sagte:

    Ich sag mal so, es kommt auf den Blogger und auch auf sein Blog selber an.

    Ich habe mir abgewöhnt, politische Blogs zu lesen. Ersten haben die an jeder politischen Entscheidung und Tatsache zu kritisieren – mir fehlt immer die gesunde Selbstkritik dabei, und leider sind viele politische Blogger so weit Links, dass sie rechts angekommen sind!

    Allgemein, finde ich Blogs gut, weil viele Menschen dort ihre freie Meinung äußern könne. Dazu kommt der Umstand, dass ein Blogger mit offenem Visier argumentiert, da er im Impressum ausfindig gemacht werden kann. DAS ist ein positiver Umstand, bei den ich Blogs 100fach mehr bevorzuge, als irgendwelche Foren oder Spiegel Online!

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  4. Marc sagte:

    Eine Kritik muss ja nichts negatives sein, von daher ist ein Kritiker ja erst einmal nichts schlechtes.
    Und ja, die Mischung machts. Und vor allem die Mischung, die dem Schreiber Spass macht :yes:

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  5. Jürgen Schnick sagte:

    Hallo, interessante Diskussion, wie ich finde. Meiner Meinung nach gibt es viel zu viele „me too …“ Blogger, die eigentlich immer nur das wiederkäuen, was andere schon geschrieben haben. Wenn man als Blogger erfolgreich sein will, muss man sich von der Masse abheben. Und das schafft man ganz bestimmt nicht, indem man alles das, was andere schon gebracht haben, nachplappert.

    Also sind wohl die Chancen, als „böser“ Blogger mit einer zwar kontroversen, aber wenigstens eigenen Meinung, größer, oder?

    Wenn ich als Blogger eine treue Leserschar haben will, die regelmässig in meinen Blog kommt und gerne das liest, was ich schreibe, dann muss ich zumindestens manchmal bewußt polarisieren, provozieren – finde ich.

    Jürgen Schnick

    Antworten
  6. Melvenue sagte:

    Ich denke auch dass die gesunde Mischung es ausmacht doch vor allem dass der Blogger sich selbst treu bleibt und nicht nur Beiträge schreibt um anderen zu gefallen. Die eigene und ehrliche Meinung finde ich sehr wichtig, denn das spiegelt die Persönlichkeit des Blogs wieder. Ich mag kritische Beiträge, lustige, traurige und was es sonst noch alles gibt, Hauptsache sie sind authentisch!

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  7. Andersreisender sagte:

    Ich denke, man muss hier in der Diskussion vielleicht auch berücksichtigen mit welchen Themen sich der jeweilige Blog befasst. Warum sollte man zB. nicht auch einen kritischen Beitrag übers Rosen-Pflanzen schreiben können? Wenn der Beitrag interessant geschrieben ist und vielleicht sogar eine neue Perspektive beinhaltet – warum nicht?

    Natürlich kann man auch – wie zB. in meinem Fall – in einem Reiseblog kritisch berichten. Hier beschränke ich mich persönlich aber oft aufs Beschreibende und Erzählende. Wie sieht es hier aus? Was fühle ich persönlich? Interpretationen auf Kultureller, Politischer, etc. Ebene lasse ich oft bewußt aussen vor. Vor allem deshalb, weil für eine professionelle Aussage oft eine viel intensivere Auseinandersetzung mit manchen Themen notwendig ist, als sie in einem Reiseblog-Eintrag möglich wäre.

    Dass die Blogs im Stil so unterschiedlich geführt werden macht letzten Endes genau den Reiz des Bloggens aus, finde ich. :mrgreen:

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