Datenschutzkonforme Statistiken zu erstellen ist in den heutigen Zeiten gar nicht mehr so einfach. Mir ganz persönlich will zwar immer noch nicht einleuchten wie Otto Normalverbraucher – also wir – anhand einer IP feststellen sollen wer hinter dieser Nummer sitzt, aber egal. Die Datenschützer des Landes brauchen ja auch ihre Daseinberechtigung und müssen diese mit immer neuen Einwänden und Bedenken untermauern. Statistiktools gibt es viele, drei davon habe ich mir mal näher angesehen.

So ganz ohne Blick „hinter die Kulissen seines Blogs“ möchte man aber auch nicht bleiben. Nicht zum Zwecke von „Bewegungsprofilen“ oder anderem Unfug sondern einfach deswegen um ein bisschen mehr über die Abläufe zu erfahren. Schließlich hinterlässt nicht jeder Besucher einen Kommentar….. trotzdem war er da! Statistiktools gibt es jede Menge, so wirklich hundertprozentig überzeugen können nicht viele, speziell dann wenn es diverse Beschneidungen wegen des Datenschutzes gibt.

Sergej Müller, von dem auch das WP-Seo stammt gibt es  Statify. Schlank, einfach zu konfigurieren aber dafür ohne eine tiefergehende Möglichkeit der Auswertung von Besucherströmen. Statify gibt einen Überblick viele Leute hier waren und woher sie gekommen sind, damit bin ich aber auch schon am Ende angelangt. Sergej bezeichnet das Plugin selbst als schnick-schnack-los. Statify ist absolut gesetzeskonform und damit vielleicht nicht der „Traum“ eines jeden Bloggers mit dem Hang zu Statistiken.

Stats von WordPress – direkt von den „Machern“ selbst liefert eigentlich gute und informative Auswertungen für eine Webseite. Doch leider kollidiert es mit dem deutschen Datenschutzgesetz und ist daher mit Vorsicht zu genießen. Mit einem kleinen „Eingriff“ ist das Plugin dennoch zu verwenden wie bei Spreerecht zu lesen ist (Update am Ende des Beitrages). Dies sollte jedoch in der Datenschutzerklärung entsprechend erwähnt werden. Eine Mustertext hierfür ist ebenso bei Spreerecht zu finden.

Piwik – meines Erachtens am ehesten mit Google Analytics zu vergleichen. Das Tool ist sehr umfangreich ausgestattet und bietet sehr gute Anpassungs- / Auswertungsmöglichkeiten. Allerdings – man kann es bereits vermuten – eckt auch Piwik bei den Datenschützern etwas an. An 3 Stellen sollte man eingreifen und Anpassungen vornehmen:

  1. IP-Adresse anonymisieren
  2. Datenschutzerklärung anpassen / erweitern
  3. Opt-Out für Besucher bereitstellen

Piwik – IP-Adresse anonymisieren

Unter Privatsphäre  wird empfohlen 2 Bytes einer IP zu entfernen um diese gesetzeskonform zu anonymisieren.

Die Anpassung der Datenschutzerklärung wird zusammen mit allen Empfehlungen für Piwik vom ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz) als pdf-Dokument angeboten.

Piwik – Opt-out

Am besten innerhalb der Datenschutzerklärung bindet man den oben gezeigten Codeschnipsel ein, mit dem Besucher sich von der statistischen Erfassung ganz ausnehmen können.

Mit diesen 3 Anpassungen ist Piwik nicht nur das leistungsstärkste Statistiktool sondern auch mit den Bestimmungen des Datenschutzes auf Augenhöhe. Der Verwendung von Piwik sollte somit nichts mehr entgegenstehen… zumindest zunächst!

Häufige Irrtümer im Datenschutz

Der Datenschutz in Deutschland ist für den Laien einerseits alles andere als durchsichtig und andererseits vielfach und unterschiedlich kommentiert. Dies fängt bereits bei der Impressumspflicht an und ziegt sich durch den gesamten Webauftritt, eben bis hin zur statistischen Auswertung. Zur Rechtssicherheit trägt dies nicht bei.  Wie unsicher Betreiber von z.B. Blogs sind zeigt diese aktuelle  Diskussion im Forum von WordPress.

Das große Karussell namens „Datenschutz in Deutschland“ wird sich immer weiter drehen. Was heute noch zutreffend ist gilt übermorgen schon nicht mehr oder in einer wieder mal abgewandelter Form.

Es wäre wünschenswert, wenn gerade im Zusammenhang mit Blogs von offizieller Stelle eine rechtsverbindliche und vor allem klar verständliche Richtlinie herausgegeben werden würde. Tipps, deren Sätze mit „das kommt ganz drauf an….“ beginnen nützen nämlich niemandem.