Die Schönheit von etwas liegt immer im Auge des Betrachters. Dieser oft und zu den unterschiedlichsten Themen verwendete Spruch findet auch Anwendung wenn es um die Gestaltung eines Vorgartens geht. Geben tut es sie schon ein wenig länger, doch seit letztem Jahr ist ein regelrechter Boom zu beobachten. Die Rede ist von der Steinwüste als Vorgarten.

Der Begriff Steinwüste trifft es recht genau, denn nicht mehr stellen diese Flächen bzw. ehemalige Rasenflächen in meinen Augen dar. Dort vor „vor Kurzem“ noch Grün zu sehen war, wo Sträucher und andere Pflanzen standen liegt heute nur noch ein Hänger voller Schottersteine.

Steinwüste mit Pflanzen

Steinwüste mit Pflanzen

Sicherlich, ein (Vor-)Garten braucht Pflege damit er auch schön ist. Und diese Gartenpflege nimmt Zeit in Anspruch, Zeit die sich die einen nicht mehr nehmen können, andere wiederum nicht nehmen wollen. Pflegeleichter wenn man so möchte ist da die Steinwüste vor der Haustüre oder wo auch immer rund um das Haus.

Vorgarten Schotterfläche

Kieswüste mit Pseudogrün

Speziell an den Häuserfronten finde ich diese Schotterpisten teils extrem karg, sie strahlen absolut nichts von einem „Garten“ aus. Manch ein Hausbesitzer pflanzt – wahrscheinlich um das schlechte Gewissen ein wenig zu besänftigen – noch einen kleinen Busch in die Mitte der steinernen Fläche, das ist es dann aber auch gewesen mit allem was an Grün zu sehen ist.

Bei so manch anderem Vorgarten, wenn man es denn so benennen mag, sieht es sehr einfallslos und karg aus. Mehr als Staub und trockene, graue Tristesse ist dort nicht zu erblicken. Ist es dass, was sich die Häuslebesitzer von ihrem heim wirklich wünschen?

So ein lieblos hin geknalltes Schotterfeld das mehr an eine Gleisbaustelle der Bahn als auch nur ansatzweise an einen Vorgarten erinnert. Es erschließt sich mir nicht, wie man daran wirklich im Gegensatz zu einem „grünen Vorgarten“ einen wirklichen Gefallen finden kann. Muss man tatsächlich jeden Trend mitmachen, nur weil es der Nachbar eben auch hat?

Wenn jeder „etwas“ hat, macht es das noch lange nicht zu einem Must Have. Und das ist natürlich nicht nur beim Vorgarten der Fall.

Der Steingarten als Vorgarten – etwas für die Bequemlichkeit?

Vorgarten Unkraut

welch ein Blickfang

Vorgarten Steinwüste

Unkraut findet immer einen Weg

Ich behaupte ja für mein Dafürhalten, dass diese „Modeerscheinung“ – nichts anderes ist es nämlich – etwas für den bequemen Gartenbesitzer ist um hier das Wort „faul“ nicht verwenden zu müssen. Wie man hier auf den jeweiligen Fotos sehen kann kommt Unkraut immer und überall durch. Es braucht nur ein wenig Zeit und Regen, der Rest geht ohne großes Zutun von Dritten ganz von alleine.

Beides ist ja letztlich irgendwann gegebener Fakt. Und ob dann die vermeintlich „ach so schöne“ Steinwüste immer noch der Blickfang schlechthin in der Umgebung ist lassen ich jetzt mal komplett dahingestellt. Hier soll sich jeder sein eigenes Bild drüber machen. Dann besser gleich alles pflastern und einen Parkplatz daraus machen, immer noch die bessere Variante als eine „Gleisbett-Anlage“ vor dem Küchenfenster.

Die bei der Schaffung der Schotterflächen unter Umständen mit angedachte Bequemlichkeit („dann brauchen ir nicht mehr Rasenmähen….“) schlägt ins Gegenteil um. Denn der Zeitaufwand für die Entfernung des ganzen Unkrauts dürfte je nach Fläche deutlich größer sein als alle 3 Wochen Rasenmähen. Und so wie der Rasen nachspriest braucht auch das ganze Unkraut nicht länger um wieder aufs Neue zu erscheinen. Mit der geplanten Bequemlichkeit ist dann unter dem Strich nicht wirklich was geworden.

grüner Vorgarten

Vorgarten wie man ihn sich vorstellt

Ich vertrete jedenfalls die Meinung, dass all diese Steinwüsten nichts gegen einen schön begrünten Vorgarten sind. Doch wie hatte ich eingangs festgestellt, Schönheit liegt eben immer im Auge des jeweiligen Betrachters.