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Tatort Bremen ARD

Der Bremer Tatort vom Sonntagabend spiegelt auf dramatische Weise die Tatsachen im deutschen Sozialsystem wieder. Gutachter die Probleme nicht erkennen wollen oder weil sie gekauft wurden ganz bewusst übersehen. Völlig überfordertes und schlecht ausgebildetes Pflegepersonal welches auf die zu Pflegenden losgelassen wird und ein Verwaltungsapparat der alte und kranke Menschen in manch schwieriger Situation schlichtweg einfach hängen lässt.

Der eine oder andere wird jetzt vielleicht sagen, dass dies alles übertrieben dargestellt und aus der Luft gegriffen sei. Es ist ja nur ein Film. „Im toten Winkel“ ist nur ein Film, richtig. Allerdings einer der auf weiten Strecken sehr nahe an der Realität liegt. So würde ich vielleicht auch denken, hätte ich nicht selbst die traurige Erfahrung machen müssen wie es wirklich läuft. Deutschland hat sicherlich kein schlechtes Sozialsystem, dies soll hier von mir nicht suggeriert werden. Allerdings erstickt dieses Sozialsystem nicht selten in einem Wust von Verwaltungsvorschriften, die  erheblich mehr Theorie sind als dass Sie praxisnah wären. Oder aber es existieren „entsprechende Seilschaften“ welche eine schützende Hand über manchen Missstand halten um ihn als „ungeschehen“ zu deklarieren. Beides ist für eine gute Pflege untragbar.

Gute Pflege, ausgeführt von gut ausgebildeten Fachpersonal kostet viel Geld, keine Frage. Und Geld ist das was am wenigsten zur Verfügung steht wenn es um Pflegebedürftigkeit geht. Dennoch ist die Pflege ein einträgliches Geschäft. Das kann man einerseits daran erkennen, dass Pflegedienste in großer Zahl existieren und auch weiterhin aus dem Boden gestampft werden. Andererseits – wo hohe Summen Schweigegeld etc. gezahlt werden muss eine gute finanzielle Substanz vorhanden sein.

Nicht alle Pflegedienste sind gleich pauschal schwarze Schafe, ein Großteil arbeitet gut und ehrlich. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass bei dem einen oder anderen Pflegedienst nicht die Pflege im Vordergrund steht sondern eher das gut gefüllte Bankkonto und die eigene Bereicherung. Nicht erbrachte Pflegeleistungen die letztlich doch abgerechnet werden sind Fakten die der ganzen Pflegebranche mehr Schaden als Nutzen bringen. Nur wenige schwarze Schafe reichen vollkommen aus eine ganze Branche in Misskredit und Misstrauen zu stürzen. Ob sich hier mit dem zukünftigen Gesundheitsminister Jens Spahn etwas grundlegend verbessern wird gilt es abzuwarten. Ich für meinen Teil habe Zweifel daran.

Dies alles zu klären soll nicht Aufgabe dieses Beitrages sein. Ich finde es aber sehr gut, dass der Tatort wieder einmal eine Thematik aufgegriffen hat die mehr denn je aktuell und besprechenswert ist. Es wäre wünschenswert, das künftige Drehbücher von Tatort folgen die ebenso gesellschaftskritische Themen aufgreifen und verarbeiten. So ist es teilweise möglich, die Probleme in unserem Land einer breiten Masse vor Augen zu führen. Denn leider ist es so, dass vieles was wir uns nicht vorstellen können erst dann glaubhaft für uns wird wenn wir selbst davon betroffen sind. Dann allerdings ist es meistens zu spät.

Fernsehen

Es gibt seitens der Besetzung sehr unterschiedliche Tatortfolgen. Da sind welche die auf weiteren Strecken realitätsnah sind, dann sind da noch jene Folgen die mehr das „zwischenmenschliche“ Kommissardasein in den Vordergrund stellen und nur auf den zweiten Blick einen echten Krimi erahnen lassen. Der Tatort aus Münster bildet hier eine Ausnahme. Hier steht zwar auch immer wieder das „zwischenmenschliche“ in erster Reihe, das aber auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise.

Tatort ist nicht mehr das was er in früheren Zeiten einmal war – ein echter und spannender Krimi. Doch daran habe ich mich inzwischen gewöhnt, ich entscheide sehr differenziert welche Tatortfolge ich mir wirklich „antue“ und welche nicht. Die Geschmäcker sind eben verschieden wie ein Krimi bzw. dessen Drehbuch gestrickt sein soll.

Willkommen in Hamburg

Der gestrige Tatort tritt in jedem Fall aus der ganzen Reihe der Tatortdrehorte hervor. Allerdings – und das ist meine ganz persönliche Meinung – tut er das in einer Art und Weise die mich eher denken lässt, „ein zweites Mal muss ich das nicht haben“, auch wenn unter den 12,5 Millionen Zuschauern einige vielleicht anderer Meinung sein mögen.

„Willkommen in Hamburg“ fehlte eine ganz wichtige Komponente – die wirkliche Krimispannung nach dem Motto „wer hat denn nun wen ermordet“. Dass dieser Tatort in seiner Produktion teurer war als alle bisherigen Folgen anhand der übertriebenen Effektszenen ist nachvollziehbar. Teurere Produktionen sprechen dennoch nicht pauschal für die wahre Qualität eines Films wie gestern erneut bewiesen wurde.

Til Schweiger ist in meinen Augen nicht der „geborene Kommissar“ und passt nicht zur Tatortreihe, in Filmen anderer Genre ist er besser aufgehoben.

Tatort ist nicht Hollywood

Til Schweiger hat im Vorfeld Action versprochen, die hat es durchaus gegeben wenn auch in völlig übertriebener Form. Ich fühlte mich immer wieder in die RTL-Sendereihe „Alarm für Cobra 11“ versetzt und nicht zum altgedienten Tatort. Zwar gab es keine fliegenden und explodierenden LKW ´s, die Glaubwürdigkeit oder besser gesagt eine gewisse Realitätsnähe fehlte über weite Strecken der Sendung. Ein Kripobeamter der so unvoreingenommen mit Gewalt umgeht passt nicht zum Tatort.

Wer jetzt argumentiert, dass Kriminalfilme im TV sowieso nie realitätsnah sind dem muss ich widersprechen. Es ist zwar richtig, dass TV-Krimis mit der Wirklichkeit nicht im Gleichschritt gehen, trotzdem kann man es die Abweichungen dazu betreffend auch maßlos übertreiben. Dies ist dem Tatort von gestern in jedem Fall bestens gelungen. Eine Revolution der Tatort-Serie konnte ich durch die gestrige Folge auch mit viel Anstrengung nicht erkennen.

Ein Tatort nach Hollywoodmanier mag seinen Fankreis haben, ob dieser allerdings so groß ist um das Sendungsformat dahingehend zu revolutionieren wage ich zu bezweifeln.

Konna hat mir ein Stöckchen zugeworfen und stellt mir darin einige Fragen zu Filmen. Wenn der wüßte, dass ich jetzt nicht der Fachmann in solchen Dingen bin :cool: . Aber ich versuche trotzdem mal die passenden Antworten zu finden.

Mein absoluter Lieblingsfilm: Auf Anhieb würde ich da Das Boot nehmen. Der 6-teilige U-Boot-Film (U96) hat einfach was. Mit heutigen Filmen nicht vergleichbar.

Meine Lieblingskomödie: Ohne dies näher begründen zu können – Hangover.

Bei diesem Film habe ich geweint: Puh, nicht dass ich mich schämen würde es zuzugeben, aber hier fällt mir echt kein Film ein der solche Gefühlsregungen ausgelöst hätte.

Mein Lieblingsregisseur: Jackie Chan.

Mein Lieblingsschauspieler: Nicolas Cage.

Diese Filmfigur finde ich obergeil: Robin Hood – er nahm es Reichen und gab es den Armen.

Diese Filmszene ist schuld…: Wo denkst Du hin, Filme beeinflussen mich doch nicht derartig.

Diesen Film habe ich nie gesehen obwohl alle Welt ihn sooo toll findet: Krabat

So alt und doch so gut: Alt trifft allemal zu, da war Heinz Rühmann noch verdammt jung gewesen – Feuerzangenbowle.

Diesen Film kann ich schon mitsprechen: Da gibt es nur eine Antwort auch wenn ich es eben schon schrieb – Feuerzangenbowle.

Davon muss es eine Fortsetzung geben: The Transporter – da geht richtig die Post ab.

Warum hab ich mir bloß diesen Scheiß angeguckt: Keinohrhasen – in meinen Augen eine absolute Fehlproduktion.

Der Kultfilm schlechthin: Rocky Horror Picture Show – sollte man auf jeden Fall gesehen haben.

Als ich das letzte Mal im Kino war hab ich gesehen: Oh Gott, das letzte Mal im Kino gewesen…. 4-5 Jahre dürfte das locker her sein. Aber da hab ich Madagascar gesehen.

Damit das Stöckchen hier nicht vergammelt schleuder ich das Holz gleich weiter zu Fischkopp, Tonnendreher und Gentle-Rocker. Viel Spaß beim Abarbeiten des Fragenkatalogs.

Das Duo Lannert und Bootz ermittelt in Stuttgart gegen einen Waffenhändler. Lannert wartet seit 4 Jahren mit einer ganz persönlichen Rechnung den Waffenhändler endgültig zur Strecke zu bringen was im letztlich auch mit Bravur gelingt.

Diese Ausgabe von Tatort passte mal wieder recht stimmig in mein persönlich bevorzugtes Krimi-Schema, da noch einiges an Ungeklärtem für den Zuschauer übrig blieb.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen zu erwähnen… ein Trollinger ist nicht nur im Weinregal eines Supermarkt s zu entdecken, so dann und wann tragen auch Hunde diesen wohlklingenden Namen :wink: .

Das schwäbische Meer als Schauplatz für den Sonntags-Tatort im Ersten mit der Konstanzer Kommissarin Klara Blum und ihrem Kollegen Kai Perlmann. Ein Tatort, der die teilweise berechnende Niedertracht der oberen Zehntausend wiedergibt, aber auch das staatliche Bewertungssystem welches vielmehr nach Quotenregelung als nach Leistung geht, dreht es sich um Beförderungsmaßnahmen. Das aber nur am Rande bemerkt.

Die Drehbücher von Tatort haben sich verändert, verändert in eine früher undenkbare Richtung. Bereits nach 9 Minuten Laufzeit des Streifens war das Mörderduo für den Fernsehzuschauer bekannt. Die restlichen 81 Minuten widmeten sich „lediglich“ noch der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Klar, dass die typische Spannung eines Kriminalfilms versickert. Letztlich sitzen auch die Zuseher vor der Mattscheibe und ermitteln, raten und fachsimpeln mit.

Dem Hobbydetektiven daheim wurde diese Art der Spannung für mein Empfinden zu schnell genommen. Gehen künftig alle neuen Tatorte in diese Richtung? Blum und Perlmann sind eigentlich immer ein gutes Gespann gewesen – waren sie heute natürlich dennoch. Aber die „neue“ Schreibeweise der Drehbücher gehen auch gewissermaßen zu Lasten der Tatortkommissare.

Eines ist im direkten Vergleich zum Tatort vom letzten Sonntag unbedingt noch festzuhalten. Die massiv realitätsfremden Szenen tauchten nicht auf – auch ein Lichtblick. Wenn gleich das Fahrsicherheitstraining unnütz wie der berühmte Kropf war.