Politik Gesetze

In der letzten Zeit hört und liest man viel über Hartz IV, deren Rechtfertigung und und und. Die Festsetzung über die Höhe des Regelsatzes werden von Leuten – unseren Volksvertretern – getroffen, für die 100 Euro nicht mehr als einen Zahlenwert darstellen und das hundertfache davon monatlich selbst einstecken. Solche Leute entscheiden auch, wie viel Geld ein Mensch zum täglichen Überleben braucht – ohne Festbankett, Fahrservice etc. versteht sich.

Der gleiche Volksvertreterkreis ist sich immer dann einig, wenn es um Erhöhung der eigenen Diäten geht von deren prozentualem jeder andere Arbeitnehmer nur träumen mag. Selbstverständlich gibt es die ganz klugen Politiker, die sich bei der Abstimmung darüber enthalten und dann doch die Hand aufhalten wenn Zahltag ist – nur immer schön den Schein nach außen waren.

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Wiederum die gleichen Leute stecken nach Ende ihrer kurzen politischen Laufbahn eine Pension ein, für die der Otto-Normalverbraucher gefühlte 200 Jahre arbeiten müsste um die gleiche Geldleistung zu erwirtschaften – Riester wird hier wohl kaum benötigt, diese Erfindung ist mehr fürs gemeine Volk.

Und dann kommen da die ganz großen Schlaumeiers aus dem Volk, wettern gegen jeden Cent der für Leute ausgegeben wird, die Hartz IV auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind oder es zur Untermauerung der Niedriglöhne benötigen um den Monat irgendwie ums Eck zu bringen – Erhöhungen kommen ja gar nicht in die Tüte. Soweit so gut ihr Lieben…

… habt ihr Euch schon mal Gedanken gemacht, dass dieser oben beschriebene Staat auch Eure Renten in Händen hält? Bei der Rente handelt es sich auch um eine staatliche Sozialversicherung. Wer garantiert Euch denn, dass Berlin nicht irgendwann die Rentenschraube drastisch nach unten dreht? Denn Berlin weiß ja bestens Bescheid was das tägliche Leben kostet, wie viel Geld   ein Rentner zum Überleben braucht – Hartz IV zeigt es doch.

Also überlegt das nächste mal ganz genau bevor ihr Menschen verurteilt die etwas beziehen was sie eigentlich gar nicht wollen aber zum Überleben dringend brauchen. Schneller als ihr glaubt rutscht ihr in diese Fahrrinne und fallt im sozialen Raster immer tiefer und tiefer. Schwarze Schaafe gibt es immer und überall, schau vor deine eigene Tür und du wirst es sehen. Nicht jeder ist deswegen gleich dem anderen.

Unsere Volksvertreter versprechen viel, noch viel mehr wenn es um deine Stimme bei der nächsten Wahl geht. Hinterher greift regierungsweit eine schreckliche Amnesie um sich und niemand kann sich an Gesagtes erinnern, deklariert es als „vom Volke falsch verstanden“ oder sucht es mit noch größerem Blödsinn zu kompensieren.

Es wird Zeit zum Umdenken. Unsere Politiker stopfen sich die Taschen voll und setzen die Höhe ihrer Gehälter auch noch selbst fest. „Bezahlt“ werden sie eigentlich durch die Steuern des Volkes, nur Mitsprachrecht hat zuletzt genanntes leider nicht.

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Vielleicht sehe ich alles nur viel zu eng, dann lass ich mich gerne eines besseren belehren…..

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
8 Kommentare
  1. Wolf sagte:

    Zu eng sehen? Sicherlich nicht, aber mit zu leiser Stimme gesprochen. Leider fehlt Dir und vielen sehenden Leuten die Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Das was bei Wahlen heraus kommt ist doch eh schon seit langen eine Farce. Es regieren immer die gleichen Leute, damit meine ich allerdings nicht die Marionetten, die sich als Politiker bezeichnen und doch nur an den Fäden des Großkapitals hängen. Es sind die gleichen Leute, die seit Jahren die Fäden fest in der Hand halten und nach Gutdünken daran ziehen.

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  2. Thomas sagte:

    Das mit der „Stimmverstärkung“ ist halt nicht so einfach. Sich wirkliches Gehör zu verschaffen ist auf dem Papier einfach(er), in der Realität sieht es jedoch komplett anders aus. So bleibt mir eben nur der Weg über meinen Blog die Meinung in die Welt zu rufen – vorerst mal.

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  3. Luigi sagte:

    Die tatsächlichen Machthaber in unserer Bananenrepublik treten doch gar nicht in Erscheinung. Da hat Wolf schon recht.
    Ich habe mir abgewöhnt die Nachrichten oder diese tollen Talkrunden zu schauen, sonst würde ich über kurz oder lang kapitulieren.
    Ich versuch einfach mein Ding durch zu ziehen und meine Familie am fressen zu halten. Was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig.
    Seit Jahren bin ich Protestwähler. Meine Stimme bekommt kein Marionettenverein und auch kein Sprachrohr der Großindustrie.

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  4. Aquii sagte:

    Soweit ich informiert bin, braucht der Deutsche Durchschnittsverdiener 243 Beitragsjahre um die Höhe der Ruhestandsgelder von normalen Abgeordneten zu erreichen. Aber ich will mal nicht kleinlich sein ;)

    Zu den zu Aufwendungen, die sie ja, genau wie ein ALG 2 Empfänger vom Staat erhalten, fliessen ja noch üppige Nebeneinkünfte, die ja nicht offengelegt werden. Spötter könnten auch Bestechungsgelder nennen, viel Unterschied ist da ja nicht.

    Und was macht Riester eigentlich? Es entbindet den Staat von seiner Pflicht, aus dem Geld der Beitragszahler etwas zu machen. Allerdings bereichert sich in erster Linie die Finanzwirtschaft an den Leistungen aus der Riesterrente, die Verwaltungskosten betragen im Durchschnitt 10% p die gesetzliche Rentenversicherung kommt mit einem Drittel aus (3,3%).

    Ich hoffe mal, das Herr Westerwelle und seine Gefolgschaft schon im Mai die Quittung für ihre Menschenverachtende Politik bekommen und mit grandiosen 4,9% der Stimmen der noch verbleibenden Wählerschaft schitern werden und draussen bleiben, also vor dem Düsseldorfer Landtag.

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    • Thomas sagte:

      @Luigi: Zufriedenstellend ist es nicht, aber eben der einzige Weg um sich und seine Familie durchzubringen. Den Protestwähler kann ich verstehen, aber leider ändert das auch alles nichts. Ich möchte keine schlafende Hunde wecken, aber Protestverhältnisse wie in Frankreich sind auch bei uns nicht mehr weit entfernt. Irgendwann bricht jeder Krug – der Deutsche braucht eben nur viel zu lange dafür.

      @ollerOsel: Ich habe das Zitat neulich im TV gehört und fiel dabei fast vom Glauben ab. An dieser Stelle bleibt mir eigentlich nur zu sagen „Vortäuschung falscher Tatsachen“ und wenn ich noch einen Schritt weiter gehe „Meineid“. Letzteres zumindest die Passage bei der Vereidigung betreffend „zum Wohle des deutschen Volkes“.

      @Aquii: 43 Jahre mehr ich ich angab… ok. War meine fühlte Schätzung gar nicht so sehr daneben. So mies wie CDU und FDP startete meiner Erinnerung nach noch nie eine Regierung. Versprechungen über Versprechungen und nahezu nichts bleibt davon übrig. Die Quittung wird sicherlich kommen – aber was kommt dann? Ein Sprichwort sagt doch „was Besseres kommt nicht nach“. :-(

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  5. Aquii sagte:

    @Thomas
    gut, zugegeben, 43 Jahre ist nicht viel, nur ein normales Arbeitsleben des vielbeschworenen „Eckrentners“ Was seit dieser Regierung noch deutlicher geworden ist, das es nur noch ums Abzocken geht, gleich in welcher Form. Der Normalsterblich hat ja keine Chance mer sich auch nur ansetzweise zu wehren.

    Was das Radikale aus Frankreich angeht: in Deutschland dauert es immer sehr lange, bis sich aus dem Volk was rührt, nur wenn es sich bewegt, dann wird es immer sehr heftig….

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  6. Thomas sagte:

    Wenn man nun Herrn Westerwelle hört, wie er sich über Hartz IV Empfänger auslässt und alles mit dem römischen Reich vergleicht, dann muss ich mich echt fragen, was dieser Mann überhaupt in der Politik will. Dass von dieser Pusteblumenpartei (FDP) nicht viel kommen kann war mir schon klar. Doch dass es jetzt dermaßen abscheift ist schon beschämend.

    @Aquii: „Wenn es kracht, dann immer sehr heftig“ – da magst Du durchaus recht haben. Wundern muss man sich allerdings nicht. Wer stetig auf einen Hund einprügelt sollte damit rechnen irgendwann ordentlich gebissen zu werden.

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