Als vor knapp einem Jahr das Kölner Stadtarchiv eingestürzt ist und historische Schriften enormen Schaden genommen haben dachte ich einfach an einen Unfall. Einen Unfall ausgelöst durch falsche Berechnungen, Baumängel und dergleichen. Das kann überall passieren, sollte es natürlich nicht.

Inzwischen stelle ich mir schon ernsthaft die Frage, ob die Stadt Köln gut daran täte, den gesamten öffentlichen Nahverkehr auf die Oberfläche zu beschränken und den U-Bahnbetrieb komplett einzustellen. Der Einsturz des Stadtarchivs war kein Unfall sondern schlichtweg Pfusch am Bau. Anstelle Stahlträger in den Tunnels zu befestigen wurden diese lieber an Schrotthändler gewinnbringend verhökert – der Tunnel wird es schon verkraften.

Das Stadtarchiv war nicht die einzigste Panne. Am Kölner Heumarkt wurden nur 1/5 der ursprünglich vorgesehenen Stützen verbaut um die Wände ausreichend zu stabilisieren. Jetzt droht bei der kommenden Schneeschmelze der nächste Tunnel unter dem Druck des naheliegenden Rheins einzustürzen. Vorsorglich baut man deswegen ein zusätzliches Schott ein um den Tunnel zu fluten und damit Gegendruck zu erzeugen. :shock:

Das sind ja Zustände wie in Neapel oder Palermo, Korruption an jeder Ecke. In Düsseldorf waren wohl die gleichen Firmen am Bau der U-Bahn beteiligt wie in Köln, weswegen man dort inzwischen auch das große Zittern bekommt. Die Entlassungen von dem einen oder anderen Bauleiter scheinen mir da nicht ausreichend zu sein. Firmen, die auf solch „gewinnorientierte“ Weise das Leben anderer aufs Spiel setzen sollten von Gesetzes wegen nie wieder einen Stein auf den anderen setzen dürfen!

Von Karneval haben sie ja Ahnung die Kölner, auf U-Bahnen sollten sie zunächst lieber verzichten! Wer will wirklich wissen und darauf vertrauen, dass das Stadtarchiv und Heumarkt die einzig tickenden Zeitbomben im Schienennetz des KVB waren? Die Angst fährt nun immer mit, auch nicht gerade werbeträchtig für die kommende Touristensaison in der Domstadt.