In Zeiten von Arial, Times New Roman und Verdana ist Sütterlin sicherlich keine Schriftart die noch weit verbreitet ist geschweige denn von sehr vielen Menschen überhaupt gelesen werden kann. Ich selbst kenne zwar den Namen und das Aussehen dieser Schriftart aus den Zeiten als meine Oma noch lebte, lesen konnte ich diese Schreibweise auch noch nie.

Bewundernswert finde ich diese Schreibweise allemal, für die (Vor-)Kriegsgenerationen war sie „ganz normal“. Hauptsächlich vermute ich die Nutzer und Versteher dieser Schriftart in den Älteren unter uns, so ab 75 aufwärts. Aber auch in den 60er-Jahrgängen gibt es Sütterlin-Freaks – hätte ich jetzt so nicht pauschal getippt.

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Ein kurioser Fall kommt da aus dem niedersächsischen Celle, genauer gesagt aus der dortigen Justizvollzugsanstalt. Weil dort ein 37-jähriger Insasse Briefe in Sütterlin-Schrift „nach draußen“ schickte und diese vom Gefängnispersonal nicht „gelesen“ werden konnten sollte der Schreiber die Kosten für eine „Übersetzung“ tragen, andernfalls würden diese nicht verschickt werden. Wie bitte? :roll:

Per Urteil wurde dem Insassen dann die freie Wahl der Schriftart zugestanden.

Mit welchem Kram sich die deutsche Gerichtsbarkeit doch herumschlagen muss. Ob es im Celler Gefängnis nun Kurse für „Geheimschriften“ geben wird besagt das Urteil nicht :cool: .