… schön wäre es. Die Berufsunfähigkeitsversicherung  ist immer noch eine Versicherungspolice die man auf freiwilliger Basis abschließen kann, eine Verpflichtung dazu gibt es leider nicht. Dabei unterschätzen gerade jüngere Menschen die große Gefahr durch Krankheit oder Unfall von einer Minute auf die andere am Abgrund des Existenzverlustes zu stehen. Nicht selten höre ich eben gerade von den Jungen die ebenso leichtsinnigen wie unterschätzenden Worte „… was soll schon passieren, ich pass´ ja auf?!“

Wäre das so einfach, dann würden die jährlichen Statistiken speziell bei Unfällen vollkommen anders aussehen. Im Jahr 2012 waren es etwas über 1 Million an meldepflichtigen Arbeits- bzw. Wegeunfällen. von denen zwar nicht alle die Auswirkung einer bleibenden Berufsunfähigkeit hatten, aber die Zahl soll verdeutlichen wie oft etwas unvorhergesehenes während der Arbeit oder auf dem Weg dorthin passiert. Es sind immerhin durchschnittlich rund 2800 Unfälle pro Tag und es kann jeden treffen.

Den Lebensstandard binnen kurzer Zeit verlieren

Im Laufe eines Berufslebens erarbeitet man sich einen gewissen Lebensstandard den niemand einfach so wieder aufgeben möchte. Zwar gibt es auch andere Faktoren welche diesen gefährden können wie z.B. ein Arbeitsplatzverlust. Dieser ist jedoch nicht zwangsläufig dauerhaft und bis zum Erreichen der Altersrente vorherrschend. Anders bei einer Berufsunfähigkeit. Deren Einschränkungen machen es unmöglich den erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben. Je nach Art und Weise der Einschränkung bleibt auch der restliche Arbeitsmarkt verschlossen.

Wenn Kranken- bzw. Verletztengeld eingestellt werden – in der Regel ist dies nach 78 Wochen der Fall – ist alles was bleibt der Bezug von Arbeitslosengeld 2 (ALG II). Spätestens jetzt ist der u.U. gute Lebensstandard nicht mehr zu halten. Entweder müssen diverse Luxusgüter verkauft werden oder es ist mit den vom Amt bezahlten Geldern nicht möglich gewisse Dinge aufrecht zu erhalten. An dieser Stelle hat man das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange erreicht und steht ganz klar vor einer Existenzgefährdung.

Gesetzliche Absicherung unzureichend und weltfremd

Die gesetzlichen Bandagen bei einer Berufsunfähigkeit sind sehr straff und die Rentenversicherung, die auch bei einer Berufsunfähigkeit eintritt macht es einem Betroffenen alles andere als leicht. Zum einen ist der Stichtag 01.01.1961 als großer Stolperstein anzusehen. Nach diesem Stichtag geborene Arbeitnehmer haben seit dem Jahr 2001 nur noch Anspruch auf die sog. gestaffelte Erwerbsminderungsrente. Wer nach Ansicht der Rentenversicherung noch mindestens 6 Stunden arbeiten kann erhält keine Erwerbsminderungsrente, wer zwischen 3 und 6 Stunden arbeiten kann die halbe Erwerbsminderungsrente und nur wer unter 3 Stunden täglich fähig ist zu arbeiten hat den vollen Anspruch.

Das „Problem“ sind die Gutachter der Rentenversicherung. Diese bewerten eine körperliche Einschränkung in vielen Fällen so, dass nach deren Meinung noch min. 6 Stunden gearbeitet werden können. Somit ist die Rentenversicherung raus aus der Leistungspflicht. Mit Glück – so dumm sich das hier anhören mag – erreicht man den Status der halben EM-Rente. Mindestens den vollen Anspruch muss man sich in ggf. jahrelangen Prozessen vor dem Sozialgericht erstreiten. Das kostet zusätzlich viele Nerven und treibt Betroffene immer weiter in den finanziellen Abgrund.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch die abstrakte Verweisung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein gern genutztes Mittel der Rentenversicherung um aus der Leistungspflicht „zu entkommen“. Das bedeutet, es wird angenommen dieser und jener Job wäre auch mit den Einschränkungen möglich. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Verweisung auf einen Arbeitsplatz als Schrankenwärter eines Firmengeländes. Dass es den Job auf dem Markt gar nicht gibt zwar auch das Jobcenter zu, doch die RV besteht auf dieser Meinung.

Es ist eine Spirale nach unten in der sich Betroffene befinden, deren Verlassen nicht mehr in eigenen Händen liegt. Deswegen ist aus meiner Sicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung absolute Pflicht.

Früher Abschluss einer BU spart Geld

Je früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Verträge zu bekommen. Selbst unter vermeintlich guten Angeboten gibt es immer noch Preisunterschiede bei gleichem Leistungsumfang die aufs Jahr betrachtet mehrere hundert Euro ausmachen können. Was spricht gegen einen Abschluss bereits während der Berufsausbildung? Ich meine nichts, im Gegenteil. Unter http://www.berufsunfaehigkeitsversicherung-sofort-vergleich.de kann man Beiträge und Versicherungsbedingungen verschiedener Tarife vergleichen.

Ich würde in jedem Fall darauf achten, dass der Vertrag eine abstrakte Verweisung auf andere Berufe definitiv ausschließt. 30 Euro im Monat sind nicht viel, können aber Deine Existenz stabilisieren und helfen zumindest weitestgehend ein normales Leben zu führen wenn Du von einem derartigen Schicksal betroffen bist.