Von Ratten und sinkenden Schiffen

Abschied Rücktritt

Das anstehende Frühjahr scheint in der abgelaufenen Woche für eine erhebliche (Amts-)Müdigkeit bei dem einen oder anderen gesorgt zu haben. Offenbar mit letzter Energie reichte es gerade noch für den Rücktritt aus den „Amtswürden“. Oder sollte man vielleicht doch besser von einer Flucht sprechen?

Der halbherzige Hinwurf von AKK

Sturmtief Sabine kam und Annegret Kramp-Karrenbauer ging. So könnte man dies durchaus auch übertiteln. Eine AKK ist eben kein AKW und somit für niemanden wirklich „angsteinflößend“. Genau deswegen haben gewisse Teile der CDU wenig auf das gegeben was „bei denen in Berlin“ so gewünscht bzw. vorgegeben wurde. Der Fall Thüringen war hier lediglich der Tropfen welcher das (Pulver-)Fass zum Überlaufen gebracht hatte.  Ein Vorsitzender – egal bei welcher Institution – der keinen Respekt genießt wird es in seinem Amt nicht einfach haben. AKK hat diese Erfahrung schneller machen müssen als ihr wahrscheinlich lieb gewesen ist. AKK hätte mal lieber im Saarland bleiben sollen, dort war die politische Landschaft überschaubarer und lenkbarer gewesen als dies bundesweit der Fall ist.

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Allerdings – und das zeugt in meinen Augen schon wieder von erheblicher Inkonsequenz – ist dieser Rücktritt nur halbherzig. Rückgrat beweisend und konsequent wäre gewesen das Buch des Parteivorsitzes ganz zu schließen. Und das hier jetzt und heute. So ein Funke von der Gier nach Macht scheint in ihr immer noch zu glimmen. AKK bildet hier absolut keine Ausnahme was auch das Auftauchen der „neuen Kandidaten“ zeigt. In der politischen Landschaft bleibt alles beim alten, man beschäftigt sich lieber mit internen Problemen und Personalien als dass man sich dem „Job“ zuwendet, für den man eigentlich vom Volk gewählt wurde.

In den sogenannten Volksparteien jagt ein Beben das nächste, Abstürze in der Wählergunst inbegriffen. Maximal kann ich es als belustigend bezeichnen und das über die Karnevalszeit hinaus. Für Ernst nehmen kann man das schon lange nicht mehr. Und wer nun in der sogenannten K-Frage als möglicher Kandidat geführt wird, da kann ich für mich nur feststellen: „Oh Herr verschone uns“!

Der Abgang eines Tonnentreters

Lange liegt es zurück, dass Jürgen Klinsmann so vor Wut schäumte und seine Energie in eine Werbetonne am Spielfeldrand abgab. Während er damals noch lauthals seine Meinung kundtat kündigte er seinen Trainerposten bei Hertha BSC via Facebook. Das ist mehr als billig wie ich meine, so handeln vielleicht Jugendliche denen es an der nötigen Reife fehlt. Ein Erwachsener Mann sollte schon etwas „mehr Hintern“ in der Hose haben und seinen Rücktritt persönlich mit den zuständigen Leuten klären. Anschließend dann auch noch davon auszugehen, dass es nun im Aufsichtsrat für ihn weitergeht ist schon wirklich sehr vermessen. Dem Verein ernst ins Gesicht schlagen und dann denken es habe keiner gemerkt…. Klinsi Du musst wahrlich noch viel lernen.

Tschüss Herr Kardinal

Politik und Sport hatten wir schon, fehlte nur noch ein „Abgang“ in kirchlichen Kreisen. Mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx hatten wir den nächsten der „seine Segel streicht“ und für das Amt nicht mehr zur Verfügung steht. Ist Marx dem bischöflichen Kollegium „zu volksnah“ geworden, zu sehr bereit für Veränderungen die unsere Zeit nun einmal erfordert? Standen seine Mitbrüder nicht mehr so hinter ihm wie man dies eigentlich erwarten würde? Unbeweglich wie die Katholiken diesbezüglich nun einmal sind wäre dies durchaus vorstellbar für mich, zugeben würde man das natürlich nicht. Ein Schelm der hier Parallelen zur Politik ziehen will…..!

Die ewigliche Diskussionen um die zahlreichen Missbrauchsfälle bei denen es nicht wirklich voran geht könnten auch ein Grund sein, dass Marx von der Front – umgangssprachlich formuliert – verschwinden möchte. Wie dem auch sei, es wird sich auch hier ein Nachfolger finden. Ob dieser sich auch als etwas weltoffener gibt muss die Zeit zeigen. Und auch hier gibt es einen Schnittpunkt zur Politik. Der Begriff Macht spielt auch in kirchlichen Kreisen eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

Der nächste bitte…!

Ob die „Keinen-Bock-mehr-Mentalität“ von letzter Woche vielleicht schon heute oder morgen ihren Vorsatz findet…. man darf gespannt sein. Gründe für Rücktritte gäbe es durchaus noch genügend, diese werden nur durch die Gier der jeweiligen Personen in den Schatten gestellt.

Wenn nun einer der selbsternannten Internetwächter da draußen auf den glorreichen Trichter kommt, dass die eine oder andere hier erwähnte Person als „Ratte“ bezeichnet wurde/wird soll sich lieber an der eigenen Nase fassen und muss sich die Frage gefallen lassen ob er den berühmten Schuss nicht gehört hat. Mitnichten ist dies erfolgt oder beabsichtigt. Wer kennt ihn nicht den ausgelatschten Spruch, die Ratten verlassen das sinkende Schiff? Und diese eben geschilderten Fluchtszenen aus den jeweiligen Ämtern passen irgendwie perfekt. 

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