Im Artikel 5 des Grundgesetzes heißt es: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Bekanntlich ist Papier – demnach auch Gesetzesbücher – sehr geduldig und die Realität weicht nicht selten weit davon ab.

Wie frei ist die Meinungsäußerung? Eine Frage die der Webmasterfriday diese Woche passender Weise aufgegriffen hat, denn noch nie in den zurückliegenden Jahrzehnten wurde soviel um die freie Meinungsäußerung diskutiert wie in diesen Tagen nach den Terroranschlägen von Frankreich, u.a. beim Satire-Magazin Charlie Hebdo.

Nimmt man speziell die Bloggerszene, so hat man zu den Anschlägen von Paris und/oder den dazugehörigen Umständen sehr wenig zu lesen bekommen, erheblich weniger als man dies von anderen schlagzeilenträchtigen Ereignissen her kennt. Viele halten sich einfach zurück und schweigen lieber anstelle sich gewissermaßen in die Nesseln zu setzen, den Anschein macht es mir jedenfalls.

Die Vorkommnisse von Frankreich waren ein Schlag gegen die freie Meinungsäußerung und wenn man jetzt buchstäblich den Schwanz einzieht und schweigt unterstützt man auf eine Art und Weise (un-)bewusst das eigentliche Ziel der Attentäter. Das Aufzwingen einer in meinen Augen sehr merkwürdigen Denkweise und die Zerstörung eines demokratischen Eckpfeilers einer alles andere als friedlich gesinnten Gruppierung – und das weitab deren Herkunft. Das kann und darf nicht das Ziel sein.

 

Gibt es Meinungen mit denen man schnell aneckt?

Alle gesellschaftlichen Themen von denen mehr als nur eine Hand voll Leute betroffen sind stellen einen Stolperstein dar, greift man sie auf und bezieht Stellung dazu. Politik und Glaube sind hier ganz klare Vorreiter. Das Thema „Paris“ ist ganz sicher ein heißes Pflaster mit vielen Stolpersteinen. Sehr schnell hat man sich sprichtwörtlich „das Maul verbrannt“ und erntet teils heftigen Gegenwind. Diesem gilt es sich zu stellen, womit ich persönlich kein Problem habe.

Zu den Inhalten meiner Artikel stehe ich, jeder kann sie lesen, mit mir teilen oder seine ganz persönliche Sichtweise dazu mitteilen. Auch das ist praktizierte Meinungsfreiheit, seine Meinung anderen nicht aufzuzwingen.

meinungsfreiheit

Einseitige Toleranz

Ein Wort das dann auch sehr schnell in den Diskussionen auftaucht ist Toleranz die nicht selten aber nur einseitig eingefordert werden darf. Wenn sich A das Recht nimmt von B Toleranz einzufordern muss A im Gegenzug auch die Gegebenheiten von B tolerieren und diese nicht mit Füßen zu treten. Ziehe sich derjenige diesen Schuh an dem er passt.

Meinungsfreiheit und Wahrheiten

Meinungsfreiheit und Wahrheit passen nicht immer pauschal zusammen. Nicht selten bilden sich Meinungen aus sogenannten Stammtischparolen und werden dann als „Wahrheit“ betitelt. Dabei handelt es sich nur um die Sichtweise einer eigentlich relativ kleinen Personengruppe. Das ist so und wird wohl immer so sein.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass die ausgesprochene – oder auch geschriebene – Wahrheit in unserem Land nicht immer gerne gehört/gelesen wird. Sehr schnell wird man in eine bestimmte Ecke gestellt, abgestempelt um nicht gebrandmarkt zu sagen. Auch eine Art von „Gefahr“. Doch damit muss man leben, das ist der Preis den jeder bezahlen muss wenn er von Artikel 5 Gebrauch macht. Jeder hat die freie Wahl welchen Weg er gehen und welche Meinung er vertreten möchte.

Nicht immer kann man dabei Rücksicht nehmen was „die anderen“ dann denken. Muss man auch nicht, denn das wäre der freiwillige Verzicht auf Artikel 5.

Wie frei ist die Meinungsäußerung?

Meinungsfreiheit – sie ist ein großes Gut in unserem Lande. Manchmal wird sie sehr ausgedehnt genutzt, wenn es ins „Eingemachte“ geht eher spärlicher oder gar nicht. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit und/oder unter Nennung des eigenen Namens. Unsere Meinungsfreiheit ist also mancherorts nicht eingeschränkt, sondern wir geben sie völlig freiwillig auf in dem wir „uns einfach raushalten“ und stattdessen im stillen Kämmerlein vor uns hin meckern.

Richtig ist das nicht. Nehmt Euch ein Beispiel an den Franzosen, die bekamen in siebenstelliger Höhe den Hintern aus den Kissen und „waren einfach da“ und standen für ihr Land. Der Deutsche bleibt lieber in seinem Pupskissen hocken und lässt die anderen machen…! Wen es allerdings wirklich interessiert bzw. vor überhaupt davon erfährt wenn eine Hand voll Leute ihre Papptafel durch die Gegend schwenken?

Und wenn tatsächlich eine größere Zahl an Menschen ihre Meinung kundtut, sich hinstellt und sagt „Freunde so gehts nicht weiter….“, ja dann kommen auch die Kissenpupser aus ihren Häusern und wettern los. Nicht aber für die Sache… nein… gegen jene die das Maul aufmachen und für ihr Land, für die Werte ihres Landes stehen. Diese werden dann im Handumdrehen als Nazi’s beschimpft, als brauner Abschaum und weiß der Geier was noch.

Ich bin nicht fremdenfeindlich. Ich habe nichts gegen unterschiedliche Rassen, Sprachen, Gebräuche und Glaubenseinstellungen. Und wenn ich z.B. nach Marokko in den Urlaub fahre bin auch ich ein Ausländer! Nein Freunde von der „Schönmalerei“ und „wir haben uns alle lieb – Fraktion“, so einfach ist das nun wirklich nicht. Ich kann es nur auf den Tod nicht ausstehen, wenn unser Land an die Wand gespielt werden und sich fremden Gebräuchen regelrecht „unterwerfen“ soll.

So wie ich in Marokko respektiere, dass ich nicht freizügig gekleidet durch die Altstadt spazieren kann – weil es eben nicht landesüblich ist und ich Gast bin – so fordere ich von den Gästen in Deutschland, dass sie sich den hiesigen Gebräuchen und Werten stellen und sie respektieren. Und das natürlich vorbehalt- und forderungslos.

Und nur weil ich das so sehe bin ich ein Nazi? Na herzlichen Dank auch.

Meinungsfreiheit in Deutschland ist ein schwieriges Thema dessen Auslegung sehr unterschiedlich aussieht. Den Umgang damit muss jeder für sich üben, die steife Brise die ihm entgegenweht muss er selbst schlucken.

In diesem Sinne……