Die Organspende – in Deutschland wird dieses Thema eher stiefmütterlich behandelt. Der Grund warum dieses Thema in Deutschland eher als „heißes Eisen“ anzusehen ist liegt an den Skandalen rund um die Organspende in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger festhängt. Nichts bleibt länger in Erinnerung als ein Skandal wie zum Beispiel der Organhandel. Verantwortlich für diese Skandale sind namhafte Kliniken in Essen, Münster, Leipzig, München, Göttingen und Regensburg.

Von der bisherigen Lösung – ich muss explizit einen Organspendeausweis haben der mich zum Organspender macht – soll nun abgewichen werden wenn es nach der Idee unseres Bundesgesundheitsministers geht. Demnach muss ich nicht mehr zustimmen Organe nach meinem Tod zur Verfügung zustellen sondern ich muss konkret widersprechen Organe zu spenden. Das Unwort dazu ist Widerspruchsregelung. Angesichts der bereits angesprochenen Skandale stößt dies vielen eher bitter auf, mir zugegeben auch.

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Denn so einen Widerspruch „kann man“ gegebenenfalls schneller verschwinden lassen als man eine Zustimmung herbei zaubern kann. Und schon wird aus einem Patienten ein Organspender.

organspendeIch gebe zu, das hört sich vielleicht alles auch ein wenig nach Verschwörungstherorien an, mag sein. Doch da sind eben immer noch die Skandale bei denen auch bei weitem nicht alles „korrekt“ abgelaufen ist. Es gibt da ein altes Sprichwort, doch ich glaube es beschreibt sehr genau was ich hiermit zum Ausdruck bringen möchte. „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht“.

Nachdem es wieder und immer wieder zu, wie man es so beschwichtigend betitelt, Unregelmäßigkeiten gekommen ist dürfte es sehr schwer sein hier wieder Vertrauen in die Bürger rein zu bringen.

Das traurige daran ist, dass es am Ende die falschen trifft, nämlich jene die auf Wartelisten stehen, dringend ein Organ benötigen und leider vorzeitig versterben weil es kein Transplantat gibt. Und die Zahl der Organspender in Deutschland ist bei 10000 Menschen auf den Wartelisten weiter rückläufig. Ob sich daran etwas ändert wenn der Gesetzesvorschlag letztlich durchgesetzt wird bliebe abzuwarten.

Die Änderung zur Widerspruchsregelung wäre im Hinblick auf die „Fahrtrichtung“in Sachen Datenschutz usw. ein Schlag ins Gesicht der Bürger weil es bei einem so heiklen Thema dann genau anders herum laufen würde als dies in allen anderen Dingen meine Persönlichkeit betreffend der Fall ist.

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Die Entscheidung ob Organspende oder nicht ist eine Entscheidung von sehr hohem moralischen Wert. Was im Endeffekt eine Art von Zwang wäre kommt bei der breiten Masse nicht unbedingt positiv an und könnte sich der Problematik kontraproduktiv entgegenstellen.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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2 Kommentare
  1. Theo Kurth sagte:

    Ich finde grundsätzlich hat doch jeder mal das Recht auf den eigenen Körper über den Tod hinaus. Wozu brauche ich einen Ausweis für etwas selbstverständliches.
    Transplantation, Leben wollen um jeden Preis; wer möchte darf es ja mit seiner Organspende unterstützen. Wieso muss ich tätig werden wenn ich meinen Körper behalten will.
    Ich habe übrigens nicht „gut reden“ denn die Ärzte versuchen mich schon seit Jahren von der Dringlichkeit einer Lebertransplantation zu überzeugen.

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  2. Miki sagte:

    Wer einmal gesehen hat, wie mit den „Spendern“ umgegangen wird (keine Narkose, alle entnehmenden Ärzteteams springen mit ihrer Beute davon, der leere Körper wird achtlos, unwürdig behandelt), wird garantiert kein Spender. Oder man sagt „mir ist das egal“, aber guckt mal z.B. bei Youtube, wo es Berichte überforderter Eltern gibt, die ihr Kind so geopfert haben. Geopfert auch einen würdigen Sterbeprozess. Und die Leichen sehen – den Berichten zufolge, die sich seltsamerweise ähneln- aus, als kommen sie aus dem Schützengraben …. und dass es zur „Pflicht“ werden soll, gibt dem Ganzen noch einen schlimmeren Beigeschmack. Schon „in-Frage-kommende“ Patienten, werden zum Spender und entsprechend behandelt…das weiß ich nicht (nur) aus Berichten…ich bin ursprünglich Krankenschwester. Also passt auf euch auf…. oder auf eure Lieben! Schlimmes Thema, wir wissen ja auch nichts über Wach-Koma usw., wer soll das entscheiden können, wer eine Chance auf Leben hat und wem es bereits entglitten ist? Da haben ja „Opfer“ schon Bücher geschrieben, ich will nicht wissen, wie viele „geschlachtet“ wurden…

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