Startseite » Politisches » Zapfenstreich – Was erlauben Wulff?

Zapfenstreich – Was erlauben Wulff?

Ihm den richtigen Marsch blasen, das hätte man schon viel früher tun sollen. Statt dessen wirft man ihm Gold und Perlen noch zusätzlich hinterher. Dieser Große Zapfenstreich ist die Lachnummer schlechthin, vielleicht genau deswegen werden die Gäste immer weniger. Wulff kann sich dann auch noch die übrigen Schnittchen einpacken lassen – darauf kommt es jetzt nicht mehr an.

Nun ist es also soweit – Ex-Bundespräsident Wulff streicht endgültig die Segel. Beim großen Zapfenstreich heute Abend in Berlin gibt es aber zwei Besonderheiten. Eingeladene Gäste sagen in großer Zahl ab (160 der 370 eingeladenen Gäste kommen nicht) und werden nicht erscheinen und es werden vom Musikkorp der Bundeswehr vier statt der eigentlich üblichen drei Lieder gespielt.

Anzeige

Drei Lieder sind dem „feinen Herrn“ nicht genug. Nicht einmal bei seinem Abschied kann Wulff Verzicht üben und muss selbst hier noch den nationalen Raffzahn mimen. Anstand sieht in meinen Augen anders aus. Da wird heute Abend ein Mann gefeiert, der durch die unsägliche Kreditangelegenheit schon massiv in die Kritik geraten ist und dem noch andere Vorteilsnahmen nachgesagt werden. Alleine dies wäre schon Grund genug „die Füße still zu halten“ und nicht am letzten Abend noch mit Wünschen Forderungen zu kommen.

trompeteDoch dem nicht genug. Man feiert in Berlin einen Mann der nun plötzlich nichts mehr von der Halbierung des Ehrensoldes wissen will – wohl deswegen weil er ihn selbst sehr gerne einstreicht. Vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten hatte Wulff noch groß getönt, dass er sich für die Halbierung des wahrlich königlichen Solds einsetzen will. Da brauchte er wohl noch Stimmen und versprach genau deswegen das Blaue vom Himmel. Heute spielt das keine Rolle mehr.

Rund 550 € pro Tag Rente für nicht einmal 2 Jahre Arbeit, ein Schlag ins Gesicht eines jeden Bundesbürgers der hierfür gefühlte 250 Jahre zur Arbeit gehen müsste um derartige Ansprüche zu haben. Mal abgesehen davon, dass Otto Normalverbraucher bei auch nur annähernd solchen „Vergehen“ viel früher in die Wüste geschickt werden würde. Wie war das gleich nochmal? Vor dem Gesetz sind alle gleich. Herr Wulff dürfte wohl „gleicher“ sein wenn er trotz allem noch so belohnt wird.

Und dem nicht genug. Zu den 199.000 € pro Jahr und bis an sein Lebensende hat er noch Anspruch auf Auto mit Fahrer und Büro mit Schreibkraft (wahrscheinlich für 7,50 € die Stunde) – die volle Amtsausstattung sozusagen. Es macht nicht den Anschein, dass Wulff auf diese Vorzüge freiwillig verzichten würde und wohl bis zum letzten Tag voll ausschöpfen wird. Für welchen Zweck braucht Wulff noch ein Büro, niemand wird den Ex-Bundespräsidenten zu repräsentativen Zwecken irgendwo hin einladen wollen.

Alles dies läuft dann unter dem Deckmäntelchen von Amt, Würde und Ehre – na Prost Mahlzeit. Irgendwie scheinen meine Erziehung und alles was ich bisher gelernt habe völliger Blödsinn gewesen zu sein wenn man hier ernsthaft noch von Ehre und Würde sprechen mag. Wer hier nur von einer Farce spricht hat sich mit seiner Wortwahl wahrlich noch extrem zurück gehalten. Ich nenne so ein Verhalten wie es Wulff an den Tag legt, mit alle dem was im Vorfeld gelaufen ist für die Volksverarsche des Jahres.

Wulff sollte es Guttenberg gleich tun und nach Amerika abhauen damit man ihn hier nicht sehen oder gar noch hören muss! Auf solche Staatsoberhäupter kann ein jedes Land getrost verzichten wenn es im Ausland auch nur im Ansatz noch ernst genommen werden möchte.

Anzeige

Ich habe fertig!

 

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

Artikelempfehlung

An der Ehre gekratzt

Wie schnell sich manche Leute an ihrer „Ehre“ gekratzt fühlen ist schon erstaunlich. Da verliert …

6 Kommentare

  1. Wir werden es überleben, glaube ich und Guttenberg werden wir eh irgendwann wieder zurück haben ;-). Ich finde es natürlich auch schlimm, dass dieser Mensch noch 200.000 Euro im Jahr bekommt, aber deswegen werde ich mir meinen Tag nicht mehr versauen lassen ;-)

  2. Hae das Gefühl, das dort vom Geist her ein trotzige Junge sitzt, der sich sagt: Keiner von euch will mehr mit mir spielen, also zeig ich es eich nochmal. In diesem Fall 2x. Warum macht er sich mit knapp 200.000 Euronen nicht ein schönes Leben, von mir aus gerne irgendwo im Ausland und gut ist, nein, der Herr muss noch die volle Ausstattung geltend machen, obwohl wirklich keiner mehr mit ihm zu tun haben. Und dann nich diese Haltung beim der Verabschiedung, wo er allen nochmal zeigen will, schaut her, ich bin doch ein Großer und deshalb will ich aber noch ein Liedchen mehr. Ich kann nur hoffen, das die Saatsanwaltschaft es schafft, die Sachen Wasserdicht zu machen, aber dann haben wir immer noch einen Vorbestraften, der fürstlich vom Staat entlohnt wird. Das sind dann für alle Krimminellen völlig neue Perspektiven…. ;)

    • @Aquii: Das Bildnis vom trotzigen Jungen passt sehr gut, vor allem als Begründung für das 4. Lied das Wulff haben wollte. Naja, jetzt ist er weg. Was bleibt sind die Kosten. Und die können durchaus noch gut 20 Jahre bestehen bleiben. Was die Staatsanwaltschaft betrifft – ich hoffe, dass er keine „Kanäle“ hat auf denen er so manches auch heute noch beeinflussen kann. Und trotzdem, für 16500 Euro im Monat kann man sich schon vorbestrafen lassen.

  3. ich wünsche ihm Montezumas Rache auf Ewigkeit.
    Mit der gestrigen Veranstaltung wurde das Volk auf das Übelste verhöhnt und verspottet. Der bockige Herr Wulff wird in die Geschichte eingehen, aber nicht als Präsident der Herzen.
    Nun hoffe ich, dass diese leidige Geschichte endlich ein Ende hat. Glücklich wird Herr Wulff nicht sein – schlechtes Karma sozusagen;-)

    • @Barbara: Ich schreibe lieber nicht was ich ihm alles wünsche… nichts schönes, da darfst Du Dir absolut sicher sein. Der Zapfenstreich war nicht zuletzt aufgrund der vielen Absagen, immerhin fast 50% der Gäste kamen nicht, eine absolute Witznummer. Ich käme mir vorallem als Soldat verschaukelt vor wenn ich jemandem Respekt zollen muss obwohl er ihn alles andere als verdient hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.