Seit 2019 wird der Ausbau von 5G-Masten in Deutschland vorangetrieben. Diese sollen den neuen Mobilfunkstandard bilden, der bis 2023 im ganzen Land verfügbar sein wird. Deutschlands derzeitiges Mobilfunknetz ist für viele Menschen nicht immer nutzbar, besonders in ländlichen Regionen beschweren sich Kunden über die schlechte Verbindung. 5G soll diesem Problem auf den Grund gehen und eine gute Anbindung für alle ermöglichen. Aber nicht nur das: Auch viele Industriezweige profitieren von der Entwicklung.

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Bildquelle: Franck V. – unsplash.com

Robotik setzt auf 5G-Netzwerk

Besonders in der Entwicklung von leistungsstarken Robotern wird die 5G-Technologie einen bedeutenden Einfluss nehmen. Bei der CEBIT 2018 wurden bereits erste Modelle vorgestellt, die das damals noch brandneue Netz genutzt haben, um in Echtzeit zu lernen. Dank der schnellen Datenübertragung konnten die Roboter in wenigen Minuten Dinge erlernen, für die Menschen viele Jahre benötigen und dieses Wissen noch dazu an andere Roboter weitergeben. Roboter im Maschinenbau nutzen derweil das schnelle Internet, um die Sicherheit zu erhöhen. So werden z. B. bei Audi Roboter verwendet, die Airbag-Module in Lenkräder einsetzten.

Lichtschranken helfen den Robotern dabei zu erkennen, wenn sich ein Objekt in ihrem Arbeitsbereich befindet und stellen daraufhin ihre Tätigkeit sofort ein. Das ist wichtig, denn es könnte sonst zu einem Unfall kommen, wenn ein Mitarbeiter unabsichtlich zwischen den Roboter und das Lenkrad greift. Damit diese Reaktion innerhalb weniger Millisekunden abläuft und wirklich sicher wird, benötigt es ein Netzwerk, das eine schnelle Kommunikation mit extrem kurzer Latenzzeit ermöglicht. Und hier kommt 5G ins Spiel.

Smart-Home-Markt entwickelt sich weiter

Eine weitere Branche, die dank 5G einen großen Schub erleben wird, ist die der Smart-Homes. Unter dem Begriff Smart-Home versteht man eine digitale Ausstattung in den eigenen vier Wänden, die verschiedene Prozesse im Haus steuern kann. Dazu gehört z. B. die Regulierung der Temperatur, das Steuern der Rollläden und Lampen und sogar die Verriegelung der Türen durch Smart-Locks. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Smart-Homes zu nutzen. Fertige Module können beispielsweise von Experten im Haus installiert werden. Natürlich können Kenner aber auch an ihren eigenen Konzepten tüfteln, denn es gibt passende kostenlose Software-Angebote online.

Zwar gibt es die Smart-Homes schon seit vielen Jahren, die entweder mit dem WLAN im Haus agieren oder das mobile 4G-Netz nutzen, dabei gibt es jedoch immer wieder Probleme. So können z. B. Geräte, die außerhalb des Hauses sind, oftmals nicht mit der Reichweite des WLANs bedient werden. Das zählt z. B. für Sicherheitskameras, die vor dem Haus montiert sind. Gleichzeitig ist das derzeitige 4G-Netz in vielen Regionen Deutschlands nicht verlässlich genug, um eine durchgehende Verbindung zu garantieren. Bei Ausfällen funktioniert die Steuerung per Smartphone nicht mehr, außerdem entstehen Sicherheitslücken. Bestes Beispiel dafür ist wieder die Sicherheitskamera, die Bilder eines Einbrechers an das Smartphone schicken soll. Schlägt die Verbindung fehl oder hat eine hohe Latenzzeit, ist dies ein großes Ärgernis für den Besitzer.

5G soll deshalb die große Revolution für Smart-Homes bringen, denn die Verlässlichkeit und kurze Latenzzeit des Netzes räumt alle Bedenken aus dem Weg. Dazu wird auch die Kommunikation zwischen den Geräten im sogenannten „Internet of Things“ schneller und besser. So können sich unterschiedliche Geräte absprechen und damit kosten- und energieeffizienter arbeiten.

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Smartphone-User genießen Vorteile

Natürlich sind die Veränderungen im Bereich der Smartphone- und Tabletnutzer auch nicht unerheblich. Sie dürfen sich über ein schnelleres und leistungsstärkeres Internet auf ihren Geräten freuen – solange sie ein 5G-fähiges Gerät und die passende SIM-Karte besitzen. Die heutigen Anforderungen an mobile Geräte benötigen in vielen Fällen dringend den neuen Mobilfunkstandard. Auf dem Smartphone möchte man beispielsweise vermehrt Filme und Serien in HD streamen, dazu gibt es von vielen Streaming-Diensten schon die passenden Apps. Derzeit kommt es in vielen Regionen Deutschlands jedoch noch zu lästigen Wartezeiten und Unterbrechungen beim Abspielen der Inhalte. Sogar die sozialen Netzwerke werden immer datenlastiger.

Viele von ihnen verfügen über Livestreaming-Funktionen, die sowohl bei Senden als auch beim Ansehen eine gute Verbindung benötigen. Die Spiele im mobilen Browser werden ebenfalls komplexer und neue Smartphones können dank der stärkeren Hardware schon bald mit Handheld-Konsolen mithalten – nur die Internetverbindung spielt oft nicht mit. Bricht die Verbindung ab, ist das besonders ärgerlich. Wer im Online Casino spielt, findet mittlerweile viele Slots, Roulette- und Blackjack-Spiele, die hochauflösende Animationen beinhalten. Besonders die dort vermehrt angebotenen Livespiele benötigen eine gute Verbindung, denn hier wird ebenfalls mit einem Livestream gearbeitet, der den Croupier direkt auf den eigenen Bildschirm projiziert. 5G ermöglicht die schnellere Nutzung des Internets, wird aber auch dafür sorgen, dass deutlich mehr Menschen gleichzeitig

Daten senden und empfangen können. Wer kennt das nicht: Die an Silvester um Mitternacht abgeschickten Nachrichten brauchen viele Minuten, um endlich beim Empfänger anzukommen. Kein Problem mehr mit 5G. Einziger Nachteil der neuen Technologie: Die Akkus der mobilen Geräte werden etwas schneller leer, eine Powerbank löst jedoch das Problem effektiv. Der neue 5G-Mobilfunkstandard ist derzeit erst in einigen, großen Städten Deutschlands verfügbar, wird jedoch innerhalb kurzer Zeit großflächig verfügbar sein. Bis 2023 soll jeder Deutsche das Netz empfangen können. Das verändert jedoch nicht nur die private Smartphone-Nutzung, sondern auch einige Industriesektoren.

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