Ein Sprichwort besagt, „hinterher ist man immer schlauer“. Für diesen Spruch haben bestimmt sehr viele von Euch schon oft eine Verwendnung gefunden. Doch was nützt uns diese Erkenntnis? Hinterher ist man zwar schlauer, doch da ist der Punkt einer möglichen Entscheidung längst vorbei.

Warum wir falsche Entscheidungen treffen hat meines Erachtens nur zwei Gründe – in den meisten Fällen jedenfalls. Entweder man hat sich täuschen lassen und deswegen einen bestimmten Weg gewählt oder – und das kommt öfter vor als man denkt – weil wir schlichtweg zu gutmütig gewesen sind und einer Sache zugestimmt haben um niemanden zu enttäuschen. Die meisten dieser Fehler begeht man wohl in jüngeren Jahren und mangels der nötigen Portion an Lebenserfahrung, pauschal darf man es natürlich nicht so betrachten.

3 Dinge die ich heute anders entscheiden würde

Fakt 1: Auf gar keinen Fall würde ich mich wieder „dazu hergeben“, dass ein Pfarrer mit mir eine Art „Fleischbeschau“ durchführt. Hört sich merkwürdig an ich weiß, deswegen erkläre ich es Euch schnell. In der Familie meiner ersten Frau gab es einen katholischen Priester – der Onkel meiner damals Verlobten – und der wollte mich vor einer Heirat sehen bzw. sprechen. „Jung und dumm“ war ich, wahrscheinlich auch noch eine Portion von Verblüfftheit wegen dieser Idee. Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, ich hatte des Test bestanden ;-) .

Anders   lässt es sich nicht erklären. Es war seinerzeit die Rede von einer geplanten Hochzeit, nicht vom Eintritt in ein Kloster :-D . Heute kann ich über die ganze Sache nur noch den Kopf schütteln, nochmals auf so einen Schwachsinn einlassen würde ich mich definitiv nicht mehr. Nur gut, dass ich heute eine vernünftige Frau mit einer ebenso vernünftigen Familie im Hintergrund habe.

Fakt 2:   Ebenso wenig würde es mir heute unterkommen, dass ich mich bzw. meine Arbeitskraft von Leuten ausnutzen lasse die im Geld schwimmen (Firmeninhaber, Motorjacht usw.) und glauben, dass ab und zu eine Einladung zu einem durchschnittlichen Mittagessen alles Geleistete wieder ausgleicht. Hier greift der Spruch „von den Reichen kann man das Sparen lernen“ besser denn je. Ich bin mir nicht zu schade jemanden zu helfen – wenn ich helfen kann. Das war auch früher nicht anders gewesen. Jedoch aus einer Selbstverständlichkeit heraus den billigen Handlanger zu spielen… mit Hilfsbereitschaft hat das nichts mehr zutun.

Jetzt hätte ich es beinahe vergessen. Etwas habe ich von den „Neureichen“ dann doch bekommen, nämlich die Kündigung meiner Wohnung als ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so umfangreich zur Verfügung stand als man das ursprünglich „für selbstverständlich“ gehalten hatte.

Fakt 3: Bei der dritten Angelegenheit kann man es weniger auf das (junge) Alter stützen als vielmehr auf eine gewisse Schockstarre. Todesfälle in der Familie – auch wenn diese auf eine gewisse Weise absehbar sind – kommen irgendwie immer „unerwartet“. Und dann geht es seitens einiger Beerdigungsinstitute Schlag auf Schlag was die Planung der Beisetzung betrifft. Man kann selbst noch keinen klaren Gedanken fassen, steht völlig neben sich und soll dann möglichst rasch Entscheidungen treffen die sich später ggf. als falsch – oder sagen wir besser ungünstig – herausstellen.

Warum können diese Unternehmen nicht Rücksicht auf die Situation nehmen? Eine Situation die bei den aktuell Betroffenen nicht so selbstverständlch bzw. alltäglich ist wie für die Außendienstler der Bestatter. Ich würde mich ganz klar nicht mehr drängen lassen „jetzt und gleich“ Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Ja, hinterher ist man wirklich immer schlauer.

Habt ihr auch so gewisse Punkte, welche ihr heute anders entscheiden würdet?