Willkommen zu Söckchen zwei des diesjährigen Blog Adventskalenders, heuer nun schon die 10. Ausgabe. In mein Söckchen für 2018 habe ich eine Kindheitserinnerung gepackt die es so sicherlich vielfach gibt und trotzdem ist jede einzelne davon ganz individuell. Zur Vorweihnachtszeit gab es „früher“ keinen schöneren Aufenthaltsort für mich als die Küche wenn dort gebacken wurde….. abgesehen von der Vorratskammer in der die Leckereien gelagert wurden. Und in diese Zeit möchte ich kurz mit Euch entschweifen. Vielleicht findet sich in dieser Zeitreise der eine oder andere darin wieder.

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„Nimm die Finger aus der Schüssel“

adventskalender tag 2Was wäre die Vorweihnachtszeit ohne die vielfältige Backkunst, die wohlriechenden Düfte welche aus den Küchen schleichen und natürlich die ganzen Schleckermäuler die sich letztendlich auf all diese Leckereien stürzen? Ja, dieser Zeit würde definitiv etwas fehlen. Und vielen unter Euch wird es ähnlich ergehen, diese Zeit weckt Kindheitserinnerungen, so natürlich auch bei mir.

Ich sehe noch heute den fuchtelnden Zeigefinger wenn ich wieder einmal an einer der vielen Teigschüsseln erwischt und der Inhalt darin Löffelchen für Löffelchen von mir minimiert wurde. Nicht selten war dies seitens der Mutter von der Angst begleitet, der Teig könne für das eigentliche Ziel nicht mehr ausreichend sein.

Doch all diese „Drohungen“ hielten mich keineswegs davon ab es stetig wieder zu versuchen wenn der Teig – wenn auch noch so kurz – unbeaufsichtigt auf dem Tisch gestanden hat. Schon seinerzeit vertrat ich die Ansicht, dass jeder Kuchen in seinem Rohzustand am allerbesten schmeckt. Diese Ansicht sowie der fuchtelnde Zeigefinger haben sich bis heute nur sehr wenig verändert. Eine Teigschüssel auskratzen ist einfach verführerisch, da wird mir wohl kaum einer widersprechen wollen.

Eines dieser Rezepte aus meiner Kindheit, dass es geschafft hat bis heute in meiner wilden Rezeptzettelsammlung zu verharren möchte ich gerne mit Euch teilen. Es ist nichts außergewöhnliches, nichts was wahrscheinlich nicht schon in sehr vielen weihnachtlichen Rezeptsammlungen vorhanden sein wird. Ich will damit auch „das Rad nicht neu erfinden“. Es ist das Rezept von Elisen-Lebkuchen und es kommt geschmacklich den Lebkuchen eines bekannten Nürnberger Fabrikanten verdächtig nahe. Manch einer mag sich nun vielleicht denken, „nicht noch ein Rezept zu Weihnachten“, man sehe es mir bitte nach.

Zutatenliste

  • 6 mittelgroße Eier
  • 175g Rohrzzucker (brauner Zucker)
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • 2 EL Honig
  • 2 TL Zimt
  • kleine Prise Salz
  • 350g gemahlene Haselnüsse
  • 350g gemahlene Mandeln
  • jeweils 100g Zironat u. Orangeat
  • Oblaten (70mm Durchmesser)
  • Kuvertüre, Puderzucker, flüssige Zitrone, ggf. ganze Nüsse zur Garnierung

Die einzelnen Arbeitsschritte

Zitronat und Orangeat zusammen mit den Eiern in eine Schüssel geben und mittels Zauberstab nach eigenem Ermessen zerkleinern. Im nächsten Schritt Honig und Rohrzucker hinzugeben und gut 3 Minuten mit dem Mixer kräftig rühren. Wenn alles einen schaumigen Charakter hat ist es genau richtig.

Jetzt kommen die restlichen Zutaten (Nüsse, Salz, Zimt und das Lebkuchengewürz) hinzu und werden zu einer homogenen Masse vermengt. Hier lieber 1 Minuten länger mischen als zu wenig, damit sich auch alles schon verteilt und verbindet. Anschließend die Masse mit einem Handtuch abdecken und für eine Stunde ruhen bzw. quellen lassen.

Die Teigmasse sollte sehr kompakt / zäh sein, damit sie auch auf den Oblaten bleibt. Ggf. kann man hier unter Zugabe von gemahlenen Nüssen nachhelfen wenn erforderlich.

Lebkuchen im Backofen

Lebkuchen im Backofen

Als Richtmaß für die Teigmenge pro Oblate hab ich mir 50 Gramm gesetzt. Damit erreicht der Lebkuchen die meines Erachtens „passende Stärke“ und die Masse reicht für ~ 30 Lebkuchen. Die Backzeit betreffend ist es immer so eine Sache verlässliche Angaben zu machen – jeder Ofen ist eben anders. Bei 180° C Ober- und Unterhitze blieben die Lebkuchen für 20 Minuten im Backofen. Am besten immer wieder einen kontrollierenden Blick in den Ofen werfen.

Ein kleiner Anhaltspunkt – fertig sind die Lebkuchen wenn der Rand leicht bräunlich wird.

Die fertig gebackenen und abgekühlten Lebkuchen entweder mit geschmolzener Kuvertüre oder Zuckerguss überziehen und nach eigenem Ermessen z.B. mit Nüssen belegen.

Ich liebe Lebkuchen, das war schon immer so gewesen. Mein absoluter Favorit ist der schnörkelfreie aber eben leckere Elisen-Lebkuchen. Und so frisch gebacken (natürlich ausgekühlt) sind sie einfach unwiderstehlich, da kann ich nicht nein sagen. Wenn es nur nach mir ginge, dann dürfte es Lebkuchen auch im Sommer geben – was spräche dagegen?

Elisen-Lebkuchen

Elisen-Lebkuchen

Für diese Einstellung wurde ich auch schon liebevoll als „Spinner“ bezeichnet. Meinetwegen gerne, damit lässt es sich bestens leben.

Vielleicht konnte ich mit diesem Rezept und der kleinen Geschichte dahinter Anreiz schaffen es einmal nach zu backen. Zeit genug dafür ist allemal. Ich bin mir sicher, dass ihr hiermit bei Lebkuchen-Freaks punkten werdet. Und nie vergessen, ein Lebkuchen geht immer und sei es nur als kleine Zwischenmahlzeit. Sag natürlich ich als Lebkuchen-Verfechter schlechthin :-)

Natürlich geht es morgen weiter mit Söckchen .

Das nächste Türchen des diesjährigen Adventskalenders öffnet sich morgen. Kleiner Tipp, begebt Euch einfach auf die Suche bei Miki, einem Bücherwurm oder gar in einer von vielen Traumwelten und ich bin sicher, dass es dort einen schönen, auf Weihnachten einstimmenden Beitrag zu lesen geben wird.

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Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Alex von OffenesBlog für die Organisation und dass ich auch dieses Jahr wieder dabei sein durfte. Ich wünsche allen teilnehmenden Adventsbloggerinnen und Adventsbloggern sowie all jenen die hier vorbei stolpern werden nebst den jeweiligen Familien dahinter eine friedliche, besinnliche sowie sorgenfreie Vorweihnachtszeit.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
10 Kommentare
  1. Stephan sagte:

    Vielen Dank für das sich lecker anhörende Rezept.
    Für Lebkuchen bin ich auch immer zu haben (ok, auch für Spekulatius, für Nussecken, für Punschwürfel, für… ;-) ).

    Ich wünsche dir und deiner Familie eine schöne Advents- und Weihnachtszeit!

    Antworten
  2. Miki sagte:

    Hallo Thomas…stell dir vor: ich mag keine Lebkuchen. Ich bin sonst wirklich eine tolle Naschkatze, aber natürlich ist man geprägt, solch selbst- gebackene sind mir noch nie untergekommen ;-)
    Was ich aber doll mag: solche Reisen in die Vergangenheit und Kindheitserinnerungsgeschichten… und das mit dem Finger und dem Löffelchen..und dem Teig… das kenne ich gut! Hab ich bei meinem Sohn dann auch so gemacht, verboten schmeckt es ja viel besser… aber ich hatte diese kleinen Raubzüge- im Gegensatz zu deiner Mutter- mit eingeplant :D
    Also vielen Dank für deine süße Geschichte!
    Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit für dich! Miki

    Antworten
  3. Alex sagte:

    „Schon seinerzeit vertrat ich die Ansicht, dass jeder Kuchen in seinem Rohzustand am allerbesten schmeckt.“ Das kann ich – noch heute – zu 100% so unterschreiben! :D
    Danke dir für deinen nostalgischen Ausflug, ein schönes Söckchen.
    Danke ebenfalls, dass du auch dieses Jahr wieder und vor allem eben auch zur Jubiläumsausgabe mit an Bord bist. Das bedeutet mir viel und weiß es zu schätzen.
    Eine angenehme Vorweihnachtszeit Euch allen ‚hier drin‘!

    Antworten
  4. Daggi sagte:

    Lieber Thomas,

    danke für das Rezept. Lebkuchen habe ich noch nie selbst gemacht.

    Als die Kinder noch kleiner waren, haben wir regelmäßig Plätzchen gebacken. Die Große will schon gar nicht mehr und die Kleine war letztes Jahr ungefähr 15 Minuten Feuer und Flamme, danach saß ich alleine mit der ganzen Arbeit da.

    Vielleicht lasse ich dieses Jahr von den beiden Omas backen und spar mir das „Gedöns“. Andererseits würde mir dann vermutlich auch was fehlen.

    Dir und Deinen Lieben auch ein frohes Fest.

    LG
    Daggi

    Antworten
  5. Thomas Liedl sagte:

    @Stephan: Punschwürfel….. bring mich jetzt nur nicht auf dumme Gedanken :-)

    @Christiane: Diese 3 Wochen werden schneller verfliegen als uns das lieb sein wird.

    @Miki: Kein Problem, da gibt es den Spruch „Die Katze mag Mäuse, ich aber nicht“ und der trifft hier voll und ganz zu.

    @Alex: Also noch so ein „Teigdieb“, Gott sei Dank bin ich damit ich alleine :-)

    @Daggi: Ich bis dato auch noch nicht, aber es ist wirklich einfacher als ich dachte…. und so saulecker.

    Freut mich dass ich mit diesem Söckchen ein wenig Freude – entweder fürs Backen oder die Zeitreise – bereiten konnte. Wenn beides dann um so besser. Danke für Euren guten Wünsche die ich natürlich gerne zurück gebe. Habt eine schöne Adventszeit.

    Antworten
  6. Sabiene sagte:

    Früher hat man wenigstens noch vom Teig naschen dürfen, ohne Angst haben zum müssen, krank zu werden! Für mich war das nämlich auch immer das Highlight, wenn ich die Schüssel auslecken durfte.
    LG Sabienes

    Antworten
  7. Marcus sagte:

    Ja, die Weihnachtsplätzchen.

    Wurden früher bei uns auch jedes Jahr gebacken. Aber da es bei uns eh jede Woche Kuchen gibt, hat sich das irgendwie verlaufen. Zudem, wenn man eine Schwester hat, die in einer Confiserie arbeitet, braucht man keine Kekse backen.

    Und in den Kuchenteig greif ich heute auch noch regelmäßig rein, wenn ich zufällig da bin

    Antworten
  8. lesen und mehr sagte:

    Gute Rezepte kann man nie genug haben… da spricht die Hausfrau ;-)
    Hört sich wirklich lecker an, Lebkuchen habe ich noch nicht selbst gemacht, werde ich aber jetzt mal versuchen.
    Eine schöne Adventszeit
    Tanja

    Antworten

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