Der diesjährige Blog-Adventskalender des OffenenBlogs feiert sein fünfjähriges Bestehen und ich freue mich auch in dieser Etappe wieder mit dabei zu sein.

Mit diesem Beitrag zum 2. Söckchen möchte ich Euch ein wenig auf die angelaufene Vorweihnachtszeit einstimmen, vielleicht auch zum Nachdenken anregen. Das darf und muss jeder ganz allein für sich entscheiden.

Adventszeit wie sie sein soll

Die Adventszeit ist  – geht man nach deren ursprünglichen Sinn – die besinnliche und ruhige Zeit vor Weihnachten in der die heimische Plätzchenbäckerei anfängt auf Hochtouren zu laufen. Es ist die Zeit in der in allen Dörfern und Städten alles beginnt bunt zu funkeln, würzige Düfte von Nelken, Zimt und Glühwein durch die Straßen ziehen und so stad die Zeit auch scheinen mag sich die Menschen sehr geschäftig durch die Läden bewegen. Weihnachten naht mit langen Schritten.

Die Adventszeit ist aber auch und gerade die Zeit der Familie in der man gemütlich vereint im warmen Zuhause zusammensitzt und ggf. mit einem „selbstgebrauten“ Punsch langsam den letzten Abschnitt des Jahres auf sich zukommen und das ablaufende Jahr Revue passieren lässt. Jetzt ist die Zeit angebrochen in der man Spielraum für all jene Dinge hat die das ganze Jahr aus unterschiedlichen Gründen beiseite geschoben werden und sei es nur das banale Brettspiel mit der Familie.

AdventskalenderMan lässt es trotz aller in nächster Zeit noch anstehenden Weihnachtsvorbereitungen insgesamt etwas ruhiger angehen.

Adventszeit wie sie geworden ist

Die bis hierhin kurz und knapp beschriebene Adventszeit spiegelt die Zeit von vor 50 Jahren wieder. Heute ist die Adventszeit leider von einem Großteil der Bevölkerung zu anderen Abläufen abgeurteilt worden. Aus Ruhe, Gelassenheit und Besinnung wurde Hektik, Konsumrausch und auch Geltungsdrang. Wäre dem nicht so, es gäbe keine dieser unsäglichen Statistiken rund um die Weihnachtszeit.

Traditionen werden von uns zwar rein formell sehr hoch gehängt, doch ist das Jetzt und Heute wirklich noch mit dem Ursprung vergleichbar? Die Zeit verändert sich und somit natürlich auch die Tradition. Würden wir uns nicht von jedem Schnick-Schnack anstecken lassen den uns u.a. die Industrie auftischt hätte Tradition tatsächlich noch eine reelle Chance zur Existenz. Leider wird jener der sich dem Fortschritt widersetzt in unserer Gesellschaft als Outsider betrachtet – und mal ehrlich, ein Outsider möchten wir alle nicht sein.

Ist es also gewissermaßen eine Art von Gruppenzwang welche an der alten Weihnachtstradition kratzt? Ja, zu einem bestimmten Prozentsatz ganz bestimmt. Zu viele versuchen inzwischen einfach „besser“ zu sein. Das beginnt ggf. beim Umfang der Weihnachtsbeleuchtung im Vorgarten und endet letztlich am Gabentisch. Ganz getreu nach dem Motto, „wer das teurere Geschenk hat ist besser als der andere“.

Ausnahmen bestätigen natürlich diese Regel und es gibt trotz allem noch einige die sich nicht von alledem haben anstecken lassen und die Vorweihnachtszeit ganz traditionell begehen.  Hoffentlich sterben diese Menschen nicht irgendwann komplett aus, wenig genug sind es bereits.

Früher war alles besser

Nein, generell würde ich das so nicht zum Ausdruck bringen. Wahrscheinlich, nein sogar ganz sicher liegt es einfach daran, dass man ab einem gewissen Alter den Verlauf des Wandels mit anderen Augen sieht eben weil man einen direkten Vergleich ziehen kann. Viele jüngere unter uns können das meist nicht wirklich nachvollziehen, sie kennen es nicht anders und sind in diesen Wandel schlussendlich hineingewachsen.

Die Vorweihnachtszeit ist nicht mehr was sie einmal verkörpert hat. Ich würde sie deswegen auch nicht pauschal als schlecht bezeichnen. Die Vorweihnachtszeit hat sich unserer hektischen Welt, unserem Streben nach mehr lediglich anpassen müssen weil wir es so wollten. Dieses Streben allerdings sehe ich schon negativ.

Wir sollten tatsächlich wieder einmal versuchen in uns zu gehen und uns ernsthaft die Frage stellen, „braucht es das alles wirklich“?

Nichts desto trotz wünsche ich Euch allen eine schöne Adventszeit, macht das Beste daraus oder viel mehr das was ihr dafür erachtet. Denn wie bei so vielem im Leben muss hier jeder ganz allein für sich entscheiden welchen Weg er gehen möchte.

Söckchen Nummer 3 des Adventskalenders wird es morgen entweder bei newsburger.de, it-runde.de oder zn80.net zu entdecken geben. Mal sehen was dort angeboten werden wird. Schaut doch einfach mal dort vorbei.