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Der Schwindel mit der mobilen Internet-Flat

Es ist fast schon ein bisschen jämmerlich was so mancher Mobilfunkanbieter unter einer Flatrate versteht. Der Begriff Flatrate steht eigentlich für einen „Pauschaltarif ungeachtet der Abnahmemenge„. Wirft man allerdings einen Blick ins Kleingedruckte – oftmals geschickterweise in hellgrau ganz am Ende des Textes angebracht – dann wird recht schnell klar, dass die „Abnahmemenge“ sehr wohl begrenzt ist.

Da wird groß in der Werbung getönt, dass es sich um schnelles Internet für einen sagenhaften Preis handelt. Doch auch der Begriff „schnelles Internet“ ist sehr relativ. Im Zeitalter von mindestens 3,6 Mbit/s bei einer HSDPA-Verbindung, vielerorts sogar 7,2 Mbit/s sprechen die Mobilfunkanbieter plötzlich von 64 kBit/s. Das ist ja schon fast die Rückversetzung ins Zeitalter der  Akustikkoppler. Und um in diese Extremzeit zurückversetzt zu werden braucht es unter Umständen gar nicht besonders lange. Aber einer Datenmenge von 250 MB ist Schluss mit dem schnellen Internet – jedenfalls für den restlichen Monat.

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250 MB – ich bitte Euch. Ende der 80er Jahre waren das nahezu astronomische Datenmengen. Aber heute im 21. Jahrhundert und mit den modernen Smartphones? Ein paar Apps, vielleicht noch ein kleines Spiel und noch ein bisschen im Internet surfen (dafür hab ich die Flat ja letztlich auch),  Mails abrufen – dann war es das mit HSDPA. Die Bezeichnung „Flatrate“ verdient so ein Produkt für meinen Geschmack jedenfalls nicht.

Zugegeben, es gibt Anbieter die hier erst ab 5 GB den Hahn <strike>zudrehen</strike> drosseln und somit einer Flatrate ein ganz großes Stück näher kommen. Bei 5 GB ist bei normaler Nutzung am Ende des Volumens nicht mehr ganz soviel Monat übrig. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass sich die Anbieter hier ganz schön ins Hemd machen und den Geiz voll raushängen lassen. Ist ja nix Neues… für eine SMS wird ja auch noch 19 Cent verlangt. Was daran 19 Cent kosten soll? Doch das ist wieder ein anderes Thema.

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Mit welchem Datenvolumen müsst ihr im Monat auskommen? Kommt ihr damit locker aus oder wird es gegen Ende auch mal eng?

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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14 Kommentare

  1. Ich habe mir für mein Smartphone die 200 MB – Flatrate von O2 geholt und komme damit auch aus. Aber ich bin mir sicher, sobald der neue Standard Flächendeckend ist (LTE), dann werden auch diese Beschränkungen irgendwann fallen.

    • Besten Dank für Eure Schilderungen. Jetzt kann ich mir ein bisschen ein Bild machen. Was LTE betrifft wird es flächendeckend sicherlich noch etwas Zeit verschlingen – Kinderkrankheiten einbezogen. Es hängt natürlich viel vom Nutzerverhalten ab, das haben mir auch Eure Kommentare gezeigt.

      @Matthias: Guter Tipp das mit dem nachts abstellen :wink: – wenns mal soweit ist. Da kann man glaub ich etliche gute Tipps gebrauchen.

      @Kiri: „Online-immer-erreichbar-Macke“ :shock: , das könnte ein neues Unwort für den ollenOsel werden :lol: . In wie weit man erreichbar ist hat man doch selbst in der Hand, auch mit einem Smartphone. Als Fluch würde ich das nicht sehen – jeder wie er mag. Wenn ich nicht will erreichst Du mich gar nirgends, weder im Tunnel, noch im Funkloch und auch sonst nicht. :cool:

  2. Ich habe auch die O2 „Flatrate“ und bei mir ist meist eine Woche vor Monatsende Schluss mit HSPDA. :no:
    Ich versuche, Updates aus dem Market nur zu Hause über WLan zu laden. Mit einer App stelle ich auch automatisch Nachts immer die Internetverbindung ab.

  3. Die 300MB ab wann meine „Flatrate“ bei T-Mobile dann auf 64KB gedrosselt wird, habe Ich bisher noch nicht erreicht. Was aber wohl daran liegt, das Ich mit dem iPhone auch keine Videos über YouTube oder dergleichen schaue sondern lediglich E-Mail,RSS-Feed uns sonst im Web Surfen mache. ;)

    Das es diese Beschränkungen überhaupt gibt, liegt daran das die Netze jetzt schon mit UMTS und HSDPA fast komplett überlastet beziehungsweise an der Belastungsgrenze sind. In wie weit sich das mit LTE ändern wird, steht in den Sternen. Weil LTE wird zwar ausgebaut, jedoch erst mal nur auf dem Land und bis das dann in die Ballungsgebiete kommt dauert eh noch mal paar Jahre.

  4. Ich sach‘ nur, 1 GB in 30 Tagen für 9.90 Euronen – damit kann ich den ganzen Monat mobil surfen und meine Blogs im Blickfeld haben. Mit diesem Datentarif benutze ich mein Smartphone und bin zufrieden damit. Es ist zwar (nur) das E-Plus-Netz, jedoch reicht das für mich völlig aus.

  5. Tja, das ist das Problem mit dem Begriff „Flatrate“ – es ist ja nicht genau definiert.
    Darum definieren die Anbieter das immer um, wie es ihnen gerade passt ;)

    Zum Glück reichen mir Uni- und Heimnetz vollkommen aus – diese andauernde Online-immer-erreichbar-Macke ist für manche bald mehr Fluch als Segen. Wo kann man mal abschalten und sich zurücklehnen? Genau:
    Im Funkloch oder im Tunnel. :roll:

  6. ALso ich komme mit meinem 200MB eigentlich knapp aus.Ich mache es wie Matthias und lade die großen Sachen (wenn absehbar) zuhause per WLAN, oder wo immer ich WLAN Zugriff habe.

  7. Da die Nutzung der T-Mobile HotSpots nicht auf das Datenvolumen angerechnet wird bezüglich der ab 300MB Drosselung bietet sich mir auch gerne einer der zahlreichen T-Mobile HotSpots für größere Datenmenge an. :D

  8. Stimmt schon, der Begriff „Flatrate“ wird da arg gedehnt. Immerhin steht der Datenzugang ja auch nach der Marke X noch zur Verfügung – theoretisch. Dass man den bei der gedrosselten Geschwindigkeit praktisch oft nicht mehr vernünftig nutzen kann, steht dann auf einem anderen Blatt ;)

    Ich komme aber mit meinen mickrigen 200MB im Monat locker aus. Damit checke ich Mails, regelmäßig meine Feeds beim mobilen GoogleReader, twittere und „facebooke“ ein wenig etc.

    Für einen Surf-Stick wären mir 200MB wohl auch zu wenig, aber im Smartphone komme ich damit aus. Gibt ja auch ein paar Tricks und Verhaltensweisen, wie man das Datenvolumen schonen kann.

    Als Browser nehme ich das Angebot von Opera wahr, die die Seiten vorher über ihren eigenen Server abrufen und in optimierter, kleinerer Datenform ans Handy übermitteln. E-Mails lasse ich nur in längeren Intervallen checken. Ganz ehrlich, wenn ich Einkaufen bin oder im Auto fahre, stört es mich persönlich herzlich wenig, wenn ich erst 15 Minuten später die Meldung über eine neue Mail bekomme… so wichtig sind mir die Dinger nun auch nicht :D Auch das Aktualisierungs-Intervall der Wetter-App ist entsprechend lang… alle halbe Stunde muss ich auch nicht wissen, ob sich das Wetter verändert hat, da reicht mir ein Blick aus dem Fenster.

    Apps werden nur daheim im WLAN geladen und aktualisiert, damit es den Flatrate-Traffic nicht belastet. Und nachts ist eh der Flugzeugmodus an, da will ich eh nicht erreichbar sein. Videos und Musik streame ich nie auf dem Handy, DAS würde richtig reinhauen.

    Hinzu kommt, dass es von vielen Seiten auch mobile Versionen gibt. Ich rede da jetzt nicht nur von Blogs, sondern in erster Linie von Service-Seiten. Sei es nun Google, der heimische Verkehrsverbund, die Bahn etc. Lässt sich meist leicht über die Kombination der Seitenadresse mit dem Keywort „mobil“ oder „mobile“ über die Google-Suche finden. Die so optimierten Seiten glänzen nicht nur durch bessere Fingerbedienbarkeit, sondern auch weniger unnötigen Schnickschnack^^

  9. Über den Missbrauch des Begriffs ‚Flatrate‘ rege ich mich schon ewig und drei Tage auf. Keine Ahnung, wieso noch niemand die Übeltäter mit Klagewellen überzogen hat :(

    • Mit der Vorgehensweise von Sascha scheint man soweit ganz gut hin zu kommen – Danke für die ausführliche Darstellung.

      @Gilly: In Deutschland eine Klage gegen einen Mobilfunkbetreiber starten dürfte von vorneherein aussichtslos sein. Der Begriff wird eben immer unterschiedlich ausgelegt.

      @Markus: Über Deine Erfahrungen kannst Du gerne berichten, sie sind nicht nur für mich eine wertvolle Info. Neueinsteiger gibts ja genügend. Und was die Betreiber einem so erzählen wollen…. naja…. Geschäftsinteresse eben.

      @Marc: WLAN hätte ich hier auch zur Verfügung. Aber eben nur hier. Unterwegs kann ich damit nicht kalkulieren und schnell ins offene Messer rennen. Noch ist es ja nicht aktuell :cool: .

  10. Jo, ne Flatrate ist was anderes…
    Ich surfe über mobilcom-debitel im E-Plus-Netz, und habe im Monat 250 MB zur Verfügung, bevor die Drosselung auf GPRS greift. Ob das Reicht, muss ich mal sehen, denn ich habe den Tarif erst seit Mitte Dezember…

  11. Das diese sogennanten Flatrates verarsche sind, das steht ausser Frage.
    Ich selbst brauche allerdings nicht sehr viel Volumen, da ich zu 90% WLAN habe, da wo ich bin…
    Bleiben ein paar MB im Monat für Mails, schnell ein Foto hochladen oder einen Tweet absenden.

  12. Ich habe 2GB und komme damit recht gut zurecht, nur wenn ich mein Notebook noch damit manchmal versorgen will wird es knapp. Dazu LTE 100MBit/s, dafür muss man dann schonmal 60€/ Monat auf den Tisch legen…

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