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In der kürzlich erhaltenen AGB-Änderung der Deutschen Post AG im Rahmen meiner E-Postbrief Nutzung teilte diese mit, dass zum 25.09.2012 die bisher angebotene Verschlüsselung sowie die persönliche Signatur nicht mehr angeboten wird. Die Post vertritt die Ansicht, dass der allgemeine Sicherheitsstandard völlig ausreichend ist und den bestmöglichen Schutz bietet. Vorneweg genommen, ich halte diese Sichtweise des „gelben Riesen“ für eine Fehleinschätzung die sich sicherlich über kurz oder lang rächen wird.

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Zwar stellte die bisherige Signatur des E-Postbriefes vor dem deutschen Gesetz nie etwas „Besonderes“ dar und war als Ersatz für die herkömmliche Schriftform absolut nicht geeignet, doch anstatt diesen Dienst weiter auszubauen bzw. nachzubessern und sich um die gesetzliche Anerkennung der Signatur zu bemühen einfach eine Einstellung zu erwägen ist alles andere als kundenfreundlich. Die Bemühungen zum „Kundenfang“ waren meines Erachtens einst sehr ausgeprägt und haben auch so manches versprochen. Offenbar alles nur Schall und Rauch wie mir diese Entscheidung zeigt.

Großer Rückschritt in Sachen Sicherheit

epost screenshot

Screenshot E-Postbrief

Noch viel schlimmer als den Wegfall der Signatur ist die Abschaffung der Verschlüsselung. Bisher musste ich meine verschickten Dokumente nicht selbst verschlüsseln, künftig wird mir wohl  nicht anderes übrig bleiben. Doch nicht jeder Privatkunde hat die erforderliche Kenntnis zur Dokumentenverschlüsselung. Geschäftskunden werden auch selbst verschlüsseln müssen, haben aber auch das notwendige Equipment im Vergleich zum Privatmann, der hier schlichtweg von der Post ins Aus gekegelt wird.

Noch so ein Unding ist, dass bisher auf dem System gespeicherte und verschlüsselte Dokumente zwar vorerst noch gelesen werden können, diese aber binnen 4 Wochen nach der Umstellung ins pdf-Format exportiert werden müssen, so die Empfehlung der Deutschen Post AG. Wer das versäumt schaut wohl in die Röhre was die archivierten Dokumente betrifft, irgendwann können diese einfach nicht mehr geöffnet werden.

Die modifizierte AGB des E-Postbriefes, gültig ab 25.09.2012 ist hier in ganzem Umfang nachzulesen.

Mein Fazit

Der Dienst wird einfach beschnitten ohne Rücksicht auf Verluste. Ob es an der mangelnden Auslastung des Angebots liegt bleibt unbeantwortet.

Sicher ist allerdings, dass die Kunden des E-Postbriefes – zu denen ich augenblicklich auch noch zähle – sicherlich nicht begeistert sein werden und die Nutzung entweder nur reduzieren oder ganz einstellen. Denn der E-Postbrief hat ab September nicht nur eine Mangelerscheinung an Sicherheit sondern krankt unter anderem auch bei den Beförderungszeiten von Briefen wie mein Praxistest gezeigt hat.

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Unter dem Strich ist die jetzt folgende Änderung der AGB eine Verschlechterung und lässt mich ernsthaft zweifeln, ob ich nicht in Sachen Postdienstleister auf das falsche Pferd gesetzt habe!

 

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
7 Kommentare
  1. Aquii sagte:

    Grundsätzlich was das von Anfang an zu teuer und zu unsicher, also weg damit. Die letzten Nutzer können sich ja damit rühmen, das sie das mitlesen jetzt jedem einfacher machen.

    Antworten
    • Thomas sagte:

      Als zu teuer kann man es nicht bezeichnen, zumindest nicht durchwegs. Unsicher war und ist es bis zum 25.09.2012 auch nicht, was dann kommt begrüße ich auch nicht. Der E-Postbrief wird für mich dann definitiv keine Alternative mehr sein.

      Antworten
  2. Trudi sagte:

    Auch wenn wir das Computerzeitalter haben, muss man nicht alles mitmachen.
    Der E-Postbrief ist so ein Teil.
    Für einige Geschäftskunden mag das ja anders sein, aber ich laufe lieber mit den Briefen zur Post oder nächsten Briefkasten. Das ist vielleicht nicht bequem, aber so kommt man auch mal an die frische Luft. Ausserdem ist das billiger wie Du schon angemerkt hast. Von dem ganzen Ärger mal abgesehen, ich habe da auch schon meine Erfahrungen gesammelt.

    Grüßchen
    Trudi

    Antworten
    • Thomas sagte:

      @Trudi: Nicht alles mitmachen… stimmt. Es bleibt ja auch grundsätzlich jedem selbst überlassen woran er teilnimmt oder auch nicht. Den E-Postbrief zähle ich persönlich (bis zum 25.09.) nicht zu die „Nichtmitmachaktionen“ unserer vernetzten Welt. Unverständlich teurer sind nur Zusatzleistungen, der Standardbrief kostet exakt das gleiche wie am Postschalter. Vor- und Nachteile sind immer Ansichtssache des Einzelnen und das ist ja auch gut so.

      Nur eben die Änderung der AGB, die macht den E-Postbrief zur Lachnummer. Mit dem Wegfall der Verschlüsselung ist es ungefähr so, als würde man Briefe auf einem herkömmlichen Postamt nur noch offen abgeben können. Kann sein dass einer reinschaut und den Text liest, muss es aber nicht. Alleine so eine Idee zu haben :nenene: . Glücklicherweise gibt es Alternativen zur Deutschen Post AG, bei denen ich trotzdem online UND verschlüsselt versenden kann :wink: .

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  3. Alexander Trust sagte:

    Also wenn du mich fragst wird hier gespart, weil zu wenig von dem Angebot Gebrauch gemacht wird und weil die nächsten Hartz-Manager ihren xxxxx-Urlaub finanzieren müssen. ;)

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