Selbstoptimierung und Ernährung sind in unserer Gesellschaft ein wichtiges Thema, das bei Frauen ebenso wie bei Männern immer mehr Raum einzunehmen scheint. Über 15 % der Schülerinnen unter 12 Jahren geben in Befragungen an, schon einmal eine Diät ausprobiert zu haben. Dabei ist gerade in der Entwicklungsphase längst nicht jede Diät so gesund, wie sie verspricht. Kleine und große Diät-Skandale tauchen nicht erst seit den 1970ern immer wieder auf und scheinen ebenso schnell wieder zu verschwinden.

Eines haben alle Diätpläne gemeinsam: Sie versprechen maximalen Erfolg und eine schlanke Figur in kurzer Zeit. Welche Tipps zum Abnehmen wirklich gesund sind und an welche Stellen Gefahren für die Gesundheit lauern, beantworten wir im Folgenden ausführlich.

Wenn Diäten krank machen

Nicht jede Diät hält das, was sie verspricht. Besonders Fasten-Diäten, bei denen Sie ganz auf bestimmte Lebensmittel oder Nährstoffgruppen verzichten müssen, können zu schweren Mangelerscheinungen führen und das Immunsystem schwächen. In sozialen Netzwerken tauchen regelmäßig neue fragwürdige Trends auf: Die sogenannte „Cinderella-Figur“ und der „tigh gap“ Trend glorifizieren einen möglichst geringen BMI, gleichzeitig bewerben Youtube-Stars und Fitness-Sternchen in sozialen Netzwerken ihre eigenen strengen Sport- und Diätpläne.

Krankmachende Diäten sind bereits seit den ersten Hungerkur-Trends zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Teil der westlichen Kultur. Die meisten ungesunden Diät-Trends werden von Unternehmen zur Vermarktung ihrer Produkte entwickelt: In den 1920er Jahren warben Tabakkonzerne beispielsweise mit der Behauptung, Zigaretten seien ein gesunder Ersatz für Mahlzeiten. Dadurch nahmen die Menschen zwar tatsächlich ab, setzten sich jedoch denkbar großen gesundheitlichen Risiken aus.

Die Qualität eines Diätplans ist also nicht nur am Abnehm-Erfolg messbar, sondern sollte auf den natürlichen Stoffwechsel des Menschen abgestimmt werden.

Diättrends, die kommen und gehen

Ernährung vegetarischNach der Jahrtausendwende erfreuten sich Fasten-Diäten größter Beliebtheit. Die Atkins-Diät schreibt beispielsweise einen strengen Low-Carb-Diätplan vor – das bedeutet viel Eiweiß und möglichst wenig Kohlenhydrate. Für aktive Menschen, die in ihrem Alltag körperlich beansprucht werden, kann diese Form der Ernährung Kreislaufprobleme begünstigen und zu Mangelerscheinungen führen. Noch strenger sind die sogenannten Cleanse-Diäten – hier wird empfohlen, über einen bestimmten Zeitraum überhaupt keine feste Nahrung aufzunehmen.

Zitronensaft und andere Fruchtsäfte stehen stattdessen auf dem Speiseplan. Regelmäßige Hungerphasen sollen dem Fasten-Grundsatz zufolge unsere Ernährungssünden im „normalen“ Alltag ausgleichen. Das klingt bequem, schlägt sich auf der Waage aber kaum nieder oder führt sogar zu übermäßigem Essen nach der Saft-Kur.

Gefährliche Trends aus dem Netz

Soziale Netzwerke und die boomende Influencer-Kultur bringen teilweise absurde Abnehm-Trends hervor, die sogar tödlich enden können. Die von US-Promis wie den Kardashians beworbene Waist Gang Society vertreibt Korsetts für enge Wespentaillen – gerade bei jungen Mädchen kann das häufige Tragen solcher Korsetts zu schweren Haltungsschäden führen.

Einer der absurdesten Trends taucht regelmäßig in verschiedenen Variationen im Netz auf: Das Essen unverdaulicher Masse wie Wattepads oder Schwämmen zur Stillung des Hungergefühls. Auf diese Weise setzen sich junge Menschen nicht nur Vergiftungsgefahren aus, sondern riskieren außerdem lebensgefährliche Darmverschlüsse.