Es gibt keine abgedroscheneren Aussagen wie „einen alten Baum verpflanzt man nicht“ oder auch „das haben wir immer (früher) schon so gemacht“! Ich kann diese Sätze nicht mehr hören und werde aber immer wieder mit denselben konfrontiert. 

Das vermeintlich Beste (einen alten Baum nicht zu verpflanzen) ist aber nicht unbedingt die klügste Handlungsweise. Zumindest dann nicht, wenn der „alte Baum“ an einem Ort steht, an dem sich niemand um ihn kümmern kann, mit einer „Umpflanzung“ aber sein Lebensumfeld deutlich verbessert werden könnte. 

Und jetzt geh ich mal von der beispielhaften Botanik zum älteren Menschen. Ist es da wesentlich anders? Ich bin der Meinung nein. 

Die Problematik wird erheblich komplizierter, wenn aus dem derzeitigen sozialen Umfeld dann Stimmen laut werden, die vehement die o.g. Sätze von sich geben und mit zum Teil an den Haaren herbeigezogenen Argumenten zu untermauern versuchen: „Eine fremde Stadt…. das kann niemals gut gehen“ oder „in einer fremden Umgebung findest Du Dich nicht zurecht“

Wenn die jetzige Umgebung zwar ein „Zurechtfinden“ bietet, jedoch weder direkten Familienanschluss noch altersgerechte Einkaufsmöglichkeiten und auch der Augsburger ÖPNV nur phasenweise Beförderungsmöglichkeiten für gehbehinderte Menschen bietet (veraltete Fahrzeuge mit sehr hohen Einstiegen) – wäre es dann nicht an der Zeit eine Ortsveränderung vorzunehmen? 

Wenn aufgrund körperlicher Leistungsschwäche soziale Kontakte außerhalb der eigenen 4 Wände nicht bzw. nur massivst eingeschränkt möglich sind und sich diese dadurch zu 95% nur auf Telefonate beschränken, ist die „hochgelobte gewohnte Umgebung“ dann noch immer gleich viel wert als früher? 

Die ärztliche Versorgung findet auch nur von Fachidioten (meine Meinung) statt, deren einziges Ziel auch nur die private Krankenkasse meiner Mutter zu sein scheint. 

Doch als Sohn hat man sehr große Probleme gegen die „angstschürenden Windmühlen“ in Form von Mutters Bekannten anzukämpfen. Immer und immer wieder bekomme ich ein „Aber“ zu hören, dessen Inhalt die haarsträubenden Argumente Dritter sind, es ist schlicht und einfach zum Kotzen! 

Ich geb den Überzeugungskampf nicht auf auch wenn ich bislang noch kein Land mit dem Namen „Erfolg“ sehe, kann aber auch nicht garantieren wie lange ich noch stillhalten werde, in Sachen der neunmal Klugen „Freundinnen“ meiner Mutter.