Ich nenne es einen durch Drohung ausgelösten Beugezwang, was Libyen jetzt gegen die Schweiz ausübt, nur weil man sich dort per Volksentscheid gegen den Bau von Minaretts gestellt hat. Die Schweiz sei abtrünnig, ungläubig und zerstöre die Häuser Gottes so der libysche Staatschef beim Aufruf zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz. Und dieser Krieg müsse mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geführt werden. Unter dem Strich bedeutet das nichts anderes als „Minarett oder Krieg“. Das kann man jetzt auslegen wie man es möchte, was „mit allen Mitteln“ genau bedeuten mag.

Einerseits sind Minaretts Bauwerke die, wenn wir ehrlich sind, nicht wirklich in die westliche Baukultur passen. In den Gebirgsstaat Schweiz passen sie noch viel weniger. Andererseits haben sich die Schweizer dagegen ausgesprochen und somit ihren Willen offen gelegt.

Diese Mehrheitsentscheidung haben sowohl Gäste als auch „Einheimische“ zu akzeptieren. Hier endet eigentliche jegliche Diskussion darüber. Es kann ja nicht angehen, dass sich die Schweiz von Libyen vordiktieren lassen muss was getan wird oder auch nicht. Noch ist Bern die Hauptstadt und nicht Tripolis.

So wie ich mich in anderen Ländern an deren Gepflogenheiten anzupassen habe, kann ich das im umgekehrten Falle auch erwarten wenn von „dort“ jemand hierher kommt. Ist diese Bereitschaft der Anpassung und Akzeptanz nicht vorhanden, muss ich da bleiben wo ich bin. Klingt vielleicht hart, mir egal, ist definitiv so! Stell Dir mal vor, Du gehst in ein muslimisches Land, stellst dort Forderungen (gerne auch den Bau einer katholischen Kathedrale) und drohst mit Terror wenn diese Forderung nicht erfüllt wird….. Deine Tage wären gezählt.

Minarett IstanbulDie Schweiz hat ihre Bürger gefragt was sie möchten, sie haben entschieden. In Deutschland wird nicht gefragt, da wird einfach gemacht. Wer sich mit seiner Meinung dagegen stellt wird als fremdenfeindlich abgestempelt. Ja Hallo wo sind wir denn? Der Gast muss sich an seinen Gastgeber anpassen, nicht umgekehrt. Zugeständnisse ja, aber keinen Freibrief der ggf. noch mit Gewalt erpresst wird.

Muss die Schweiz jetzt Angst haben? Müssen nicht, Vorsicht walten lassen auf jeden Fall. Eine Religion, die einen heiligen Krieg verfolgt ist nicht unbedingt berechenbar. Alleine schon die Wörter heilig und Krieg passen für meinen Geschmack nicht zusammen – aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Das Aufzwingen eines fremdländischen Willens kann auf gar keinen Fall eine Grundlage für ein Miteinander sein, in der Schweiz nicht und nirgendwo!

Bildquelle: Wikipedia, Giovanni Dall’Orto