Einem Menschen Rassismus vorwerfen – das geht in unserer Gesellschaft sehr schnell. Mit einer frei geäußerten Meinung die nicht in das Weltbild des anderen passt landet man ruck zuck in der Schublade der Rassisten, Rechtsradikalen, Menschenfeinde und dergleichen mehr. Dass diese geäußerte Meinung nicht selten die Ansicht sehr vieler anderer Mitbürger ist spielt dabei keine Rolle. Fakten im stillen Kämmerlein kund tun ist aber nicht immer eine akzeptable Lösung.

Rechtsradikalismus in den Kreisen von Fussballanhängern ist nichts Neues, das gibt es von den untersten Ligen bis rauf zur Bundesliga. Dass diese Leute mit dem Fussball gar nichts am Hut haben wird dabei sehr gerne vergessen. Man spricht landläufig einfach und pauschal von Fussballfans. Ich vertrete durchaus die Ansicht, dass Gewalt nichts auf den Tribünen der Stadien und auch darum herum zu suchen hat.

Dortmund spricht sich dafür aus, Fussball und Politik strikt zu trennen. Das ist vom Grundsatz her schon richtig, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Aber Fussball und Politik sind auch Stammtischthemen ob man das möchte oder nicht. Demnach lässt es sich ggf. für die 90 Minuten Spielzeit voneinander trennen, was danach folgt steht wieder auf einem anderen Blatt. Das eine komplette Trennung von Politik und Sport nicht möglich ist räumt der BVB zwar ein, rief aber dennoch die Aktion Kein Bier für Rassisten ins Leben.

fussball-aktion

Für mich persönlich ist das eine eher PR-trächtige Aktion, weil das Thema Rassismus in unserer heutigen Zeit ein Dauerbrenner ist und sich hervorragend dafür eignet sich ins Gespräch zu bringen wenn es schon sportlich nicht so richtig rund läuft. Nachhaltig verändern wird man mit dieser „Biersperre“ rein gar nichts oder möchte man in Dortmund am Ausschank erst nach der politischen Gesinnung fragen ehe bedient wird? Am „grünen Tisch“ lässt sich viel planen, die Umsetzung ist wieder etwas komplett anderes.

Es bleibt hier trotzdem noch eine Frage unbeantwortet stehen.

Sind nur Rassisten die Bösen?

Politik besteht nicht nur aus Rassisten die unter Umständen als gewaltbereit gelten und beim Fussball zu finden sind. Das gibt es auch noch das „linke Lager“ welche ebenfalls kein Kind von Traurigkeit ist wie zahlreiche Demonstrationen schon bewiesen haben und immer wieder beweisen werden. Wird dieses Klientel dann ungeachtet seiner politischen Gesinnung bewirtet, denn es wird hier ja nicht erwähnt? Das eigentliche Vorhaben des BVB würde damit komplett umgestoßen.

Wie man es drehen und wenden möchte es bleibt eine Ansichtssache eines jeden einzelnen. Möge das Stadion in Dortmund dadurch frei von jeglicher politischer Ansicht werden. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge.