Das hältst Du manchmal echt im Kopf nicht aus. Eine solche massive Reizüberflutung bei Facebook zu immer wieder ein und dem selben Thema, da brauchst Du wirklich einen guten Magen. Und das nicht nur wegen der oftmals „perfekten Fachkenntnis“ so mancher Facebookakteure. Es geht wie so oft um den Klimawandel bzw. um die damit zusammenhängende Bewegung Fridays for futures die sich jede Woche rund um den Globus zu Demonstrationen für den Klimaschutz trifft. Ursprünglich und mehr durch Zufall ins Leben gerufen von „der kleinen Schwedin“ Greta Thunberg sind diese Demonstrationen inzwischen weltbekannt und in aller Munde. Ein solches Ausmaß hätte sich Greta sicher nicht vorgestellt, wäre sie vorher befragt worden.

Über die Demos, ihre Teilnehmer und den damit verfolgten Zweck kann man nun denken was man möchte. Die Lager der Befürworter und Gegner hierzu sind ohnehin extremst zwiegespalten. Und das nicht selten auch wirklich böse was die Gegner betrifft. Dass es den Klimawandel nicht nur in den Ideen von Forschern gibt wird inzwischen wohl „der dümmste Mensch“ begriffen haben, dass dringend gehandelt werden muss hoffentlich auch.

Ob der Zug zur Rettung des Klimas schon abgefahren ist bzw. ob die bisher unternommenen Versuche unserer Volksvertreter dem Klimawandel begegnen nützlich sind oder eher nicht steht zunächst mal auf einem völlig anderen Blatt. Fakt ist, eine Generation macht sich Sorgen um ihre (lebenswerte) Zukunft die Umwelt betreffend und das ist auch vollkommen legitim weil berechtigt.

Von der Couch aus „lustige“ Facebook-Posts kreieren

Screenshot aus Facebook

Ich wiederhole es gerne nochmals, man kann jetzt über Fridays for Futures denken was auch immer man möchte. Jedenfalls hat diese Institution ganz erheblich mehr Bewegung in die ganz Klimathematik gebracht als es Eure vermeintlich lustigen Facebook-Posts auch nur ansatzweise getan haben. Denn Fridays for Futures hat Euch mindestens eines voraus, sie bringen ihren Hintern jede Woche hoch und treten in Aktion, sie agieren nicht nur tastaturklimpernd vom heimischen Hämorridenkissen aus. Denn damit hätte Fridays for Futures bisher absolut nichts angestoßen, man würde sie gar nicht erst wahrnehmen.

Um einmal das Beispiel der geplanten Benzinpreiserhöhung des Umweltministeriums und den dazugehörigen „Protest-Post“ zu nehmen. Wen wollt ihr mit der Veröffentlichung eines solchen Bildchens beeindrucken? Das Umweltministerium oder den Staat überhaupt als solches?

Nur mal angenommen es würde von den zuständigen Stellen gelesen werden, es würde ihnen wahrscheinlich nicht mal ein schmunzeln auf die Stirn zaubern, geschweige denn von ihren Plänen abbringen. Und dann immer dieses „Teile es wenn Du es auch so siehst“, das ist nicht mehr als eine miese, ganz billige Kettenbriefmasche mit der Absicht größere Reichweite für den eigenen Post zu schaffen.

Nur wenn eben eine Kuh in eine bestimmte Richtung rennt, rennen halt doch einige Kühe pauschal hinterher, zu welchem Sinn und Zweck auch immer.

Hätten die Teilnehmer von Fridays for Futures auch nur „lustige bunte Facebookbildchen“ entworfen und gepostet, meint ihr wirklich das würde da draußen auch nur einen einzigen interessieren, geschweige denn die Politik? Ja, glaubt ihr das wirklich? Dann malt weiter farbenfrohe Posts und veröffentlicht sie von der Couch aus, verbunden mit der Hoffnung, dass sich etwas zum besseren wendet – was auch immer das sein möge. Wenn ihr mit Eurer Zeit wirklich nichts besseres anstellen könnt ist das schon bedenklich genug.

Gegen alles und jeden sein, doch ja nicht den Hintern hoch kriegen. Das macht einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Euch und denen die um ihre Zukunft kämpfen wollen. Das hat irgendwas von „alten, verbitterten Männern und Frauen“ – tut mir ja wirklich leid.

Fridays for Futures – eine Generation begehrt auf

friday for futures

Es sind in überwiegender Zahl Leute, die nicht schon die fünfte oder sechste Lebensdekade hinter sich gelassen haben. Sie haben sie noch vor sich und möchten diese auch gerne tun – in einer bewohnbaren Umwelt. Was u.a. die Generation 50plus mit „versaut“ hat wollen diese Aktivisten eben nicht ausbaden müssen. Ist das wirklich für einige so missverständlich, so verwerflich? Nur weil es vielleicht für die Generalnörgler (nicht nur) bei Facebook noch für die Euch noch verbleibenden 15-20 Jahre einigermaßen reichen könnte muss die junge Generation das nicht einfach so hinnehmen.

50 Jahre nur reden war eben eindeutig zu wenig für den Umweltschutz. Doch zu mehr hat es ja offensichtlich nicht gereicht. Und jetzt in der Politik (zumindest in Teilen davon) einen unschuldig auf „… das konnte man ja so nicht ahnen“ zu mimen ist in seiner gesamten Billigkeit absolut ebenbürtig mit denen die aus dem Kämmerlein heraus gegen alles sind was ihnen nicht auf Anhieb in den eigenen Kram passt.

Ich wünsche den Aktivisten jedenfalls, dass sie noch viel bewegen können. Wenn nicht jetzt wann denn dann? Lasst die ganzen Socialmedia-Spinner einfach reden (und malen) – haltet es mit dem biblischen Spruch, „….denn sie wissen nicht was sie tun…..!“