Ein argentinischer Sportjournalist zeigt sich nach der verlorenen Weltmeisterschaft einfach als schlechter Verlierer und übt sich derweilen lieber im ach so typischen Nachtreten. Doch diese Art der Kritik an den Feierlichkeiten von Berlin geht schon in eine Richtung die hier so überhaupt gar nicht hingehört. Wegen des Gaucho-Tanzes der Nationalmannschaft am Dienstag auf der Fanmeile werden wir – einmal mehr – als ekelhafte Nazis betitelt.

Kurz zusammengefasst ist die Aussage dieses argentinischen Sportjournalisten – Hugo Morales – einfach nur lächerlich. Auch viele Argentinier regen sich über diese Aussagen auf und äußerten ihr Unverständnis für diese Reaktion eines Journalisten.

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Mal ganz abgesehen davon, dass diese Tanzeinlage so absolut gar nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun hat und damit auch in keiner Form in Verbindung zu bringen ist haben einige Leute anscheinend nichts besseres zu tun als sich daran zu stoßen. Jürgen Trittin (Die Grünen) nannte den Tanz als unsportlich, sah aber immerhin kein Nazitum dahinter. Auch von Unsportlichkeit kann hier nicht gesprochen werden.

Es war und ist nichts anderes als eine Form des Ausdruckes der Freude über den Titelgewinn. Nach einer Wartezeit von 24 Jahren ist das für normal denkende Menschen nachvollziehbar.

patriotismus

Patriotismus ist nicht gern gesehen

Dass dieses Gezedere große Diskussionen auf Twitter unter dem Hashtag #gauchogate aufgeworfen hat ist aus meiner Sicht vollkommen verständlich. Sich in unserem Land patriotisch zu zeigen ist anscheinend schlichtweg verpönt, anders kann dies ganze Theater um die Titelfreude gar nicht verstanden werden.

Stolz zu zeigen und sei es auch nur während einer 4-wöchigen Fussballveranstaltung um damit einer Mannschaft Respekt und Anerkennung zu zollen – in jedem anderen Land ist überhaupt kein Problem. In Deutschland sieht das schon völlig anders aus. Wer hier Stolz zeigt, also Nationalpatriotismus durch Jubel und feiern auslebt kann sehr schnell in die Schublade des Nationalsozialismus gesteckt werden. Und aus dieser kann er sich letztendlich auch nicht mehr befreien.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es der „herkömmliche Fussballfan“ auf der Straße ist oder auch ein Spieler selbst. In dieses Schubladedenken passt jeder und vor niemand wird dabei Halt gemacht. Bitte was haben die Zeiten von Holocaust & Co. mit alledem zu tun? Nichts, absolut nichts.

Und jetzt komme keiner und erzähle hier etwas von „rechts angehauchten Fussballanhängern“ wie man sie immer wieder zu sehen bekommt. Erstens sind das keine Fussballfans sondern Leute, die sich den Fussball zur Bühne machen um ihre Meinung kund zu tun. Der Fussball dient hier lediglich als Mittel zum Zweck was man aber nicht dieser Sportart und seinen Anhängern ankreiden darf. Gemacht wird es dennoch immer und immer wieder.

Verstehen muss man das alles nicht. Unter dem Strich betrachtet kann man froh sein, dass es nie zu einem WM-Endspiel zwischen Deutschland und Israel kommen wird. Nicht auszudenken welche Phantasie bei einem deutschen Sieg ausgespielt werden würden… und feiern dürfte man diesen Sieg letztlich eh nicht.

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Blödsinn ist schon recht, doch übertreiben sollte man es zu keinem Zeitpunkt – vor allem nicht Sport und geschichtliche Politik in einen Topf werfen.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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3 Kommentare
  1. Thomas sagte:

    Hallo Thomas,

    sehr schön geschrieben. Das Problem ist ja, das wir so kurz nach dem Krieg (sic!) schon zum dritten mal den Titel gewonnen haben und diesen auch noch mit Fähnchen und einer Spur Stolz gefeiert haben. Das ist für einige Leute in diesem Land, die schon ein Fähnchen am Auto als potentielles Naziverbrechen sehen, natürlich eine ganz schlimme Sache.

    Dazu kommen unsere Medien. Es geht doch nur noch um Klicks auf deren Online-Portale damit Kohle rein kommt. Und was bietet sich da besser an, also so ein „Skandal“. Das ging doch wie rasend durch alle Kanäle, weil alle was von dem Kuchen abhaben wollten. Das Schlimme daran ist, dass dieses Konzept offensichtlich funktioniert – also genug Leute wie wild darauf klicken. Und in der zweiten „Welle“ wird dann alles relativiert, gerade gestellt, als „doch nicht so schlimm“ beschrieben. Damit hat man weitere Klicks und die Masse der Leser ist wieder beruhigt. Das war auch bei dieser Geschichte schön zu beobachten.

    Und nächste Woche wird dann die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Und diese oft an den Haaren herbei gezogenen Nazikacke (sorry) klappt das immer erstaunlich gut. Und bei unserem politisch korrekten Gutmenschentum reicht ja oft ein falsches Wort, um auf das Gleis geschoben zu werden und die Medien über einen herfallen – je prominenter desto besser oder eine ganze Gruppe einfach pauschal aburteilen, wie die von Dir beschriebenen Fußballfans.

    LG Thomas

    Antworten
  2. Alex sagte:

    Damit wäre alles gesagt, danke! :)
    Habe die ganze Geschichte absichtlich nicht verfolgt. Keinen Artikel dazu im Internet (ausser deinen), keinen Zeitungsartikel… da es für mich einfach als überflüssig erscheint.
    Somit ist mein Kommentar dann auch schon zu Ende, denn mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
    So! :)

    Antworten

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