Schon seit längerer Zeit schwirrt mir der Gedanke durch den Kopf eventuell eine Heißluftfritteuse anzuschaffen. Das hat zwei Gründe – zum einen mag ich gerne Pommes als Beilage und zum anderen, eine herkömmliche Fritteuse ist im Singlehaushalt nicht wirklich lohnend. Also hab ich viel verglichen was es an Geräten so gibt und in Sachen Heißluftfritteuse vs. Fritteuse die ganzen Für und Wider abgewogen. Letztlich habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und mir eine Heißluftfritteuse besorgt.

Voller Vorfreude – endlich gibt es mal Pommes auch in den eigenen vier Wänden – hab ich das Gerät* schließlich ausgepackt, entsprechend der Vorgaben gereinigt und betriebsbereit gemacht. Ich hatte mir vorgenommen sowohl handelsübliche Pommes aus der Tiefkühlung zu probieren wie auch die kompletten Hand-Made-Pommes, also aus frischen Kartoffeln selbst geschnippelt. Mit denen hat mein Test und die Feuertaufe für die Heißluftfritteuse auch begonnen.

Selbst gemachte Pommes aus der Heißluftfritteuse

Für eine Person Pommes zu machen ist was den Aufwand betrifft alles noch im akzeptablen Bereich. Isst man gern auch mal eine zweite Portion der knusprigen Kartoffelstäbchen ist er Aufwand schon etwas grenzwertiger. Bei 2, 3 oder 4 Personen könnte ich mir vorstellen wird es sowohl bei den Vorbereitungen arbeitsintensiv als auch bei der Zubereitung. Dazu aber gleich noch mehr.

Werbung

Die Pommes müssen unbedingt ins kalte Wasserbad nach dem sie „in Form“ gebracht worden sind. 2-3 Minuten reichen aus damit die Stärke aus den Kartoffeln austreten kann. Hinterher gründlich abspülen. Ohne dieses Prozedere würden die Pommes im Inneren eher weich/matschig wie ich bereits im Vorfeld gelesen habe. Dann alles wieder schön abtrocknen / trocken tupfen und für die Tour in der Heißluftfritteuse vorbereiten. Jetzt gibt es „Köche“ die besagen man soll die Pommes mit ganz wenig Öl besprühen damit die Außenseite auch knusprig wird. Und wie das in der Kocherei so ist, es gibt auch welche die sagen „nein das braucht es nicht“. Mangels einer „Ölsprühflasche“ hab ich die Kartoffelsticks (Pommes sind es ja noch nicht) in eine Schüssel gelegt, mit ganz wenig Öl beträufelt und händisch gemischt sodass alles minimal mit Öl benetzt war.

Ganz schön viel Brimborium in der Zubereitung – nur für die Beilage wohl gemerkt. Je nach Größe des Korbes bringt man unterschiedlich viel in die Heißluftfritteuse rein. Zu eng soll alles nicht liegen sonst wirds nix. Und nachdem ich zu denen zähle die gerne zwei Portionen Pommes essen habe ich die Zubereitung auf 2 Touren verteilt. Mit Vorheizphase benötigen die Pommes aus frischen Kartoffeln 24 Minuten, die zweite Tour ohne Vorheizphase dann entsprechend weniger. Bei diesem Gerät sind das 4 Minuten. Unter dem Stich als rund 40 Minuten alleine für die Pommes. Bei mehreren ordentlichen Essern biste das ganz schön am rudern.

Der Geschmackstest

Aha. Ja. Also sie sehen aus wie Pommes, haben auch die Färbung wie Pommes und sie schmecken auch wie Pommes. Zumindest ein gewisses Stück weit. Nicht falsch verstehen jetzt, die Pommes aus frischen Kartoffeln sind nicht schlecht aber sie schmecken einfach anders. Anders als das was man erwartet wenn man Pommes kennt, mag und öfter isst. Schön kartoffelig ist der Geschmack in jedem Fall und dennoch irgendwie nicht wie klassische Pommes Frittes.

bewertungUnd was die Knusprigkeit anbelangt, die 1. Runde war mit minimal Öl, die 2. Runde dann zum Vergleich ohne die Zugabe von etwas Öl. Das um was die erste Portion knuspriger war als die zweite ist schwierig in Worte zu fassen oder gar in Zahlen zu verpacken. Wirklich nur ganz, ganz minimal. Und selbst die erste Portion erinnerte mehr an die Pommes einer Schnellimbisskette die auch die gewisse Knusprigkeit weitestgehend vermissen lassen. Die Konsistenz insgesamt war eher in Richtung weicher gehend trotzdem dem vorherigen Wasserbad. Auf einer Skala von 1 bis 5 würde ich hier eine wirklich gut gemeinte 2 geben.

Werbung

Tiefkühl Pommes aus der Heißluftfritteuse

Neuer Tag, neues Glück. Einige Tage später habe ich abermals Pommes in der Heißluftfritteuse* zubereitet. Diesmal ein handelsübliches TK-Produkt aus dem Supermarkt. Hier fällt schon mal die Schälerei, Schnippelei und das Einweichen in Wasser weg was den gesamten Vorgang schon merklich beschleunigt. Auch hier bin ich auf zwei Durchgänge gegangen um den Korb nicht zu weit zu füllen. Den Zusatz von Öl habe ich hier weggelassen. Tiefkühl-Pommes sind anders wie bei frischen Kartoffeln ja bereits „vorbehandelt“. Die Garzeit reduzierte sich pro Durchlauf auf 18 Minuten und damit nicht grundlegend im Vergleich zu ein paar Tage zuvor.

Der Geschmackstest

Hier kommen wir schon erheblich näher an das ran, was man vom Geschmack frischer Pommes erwartet. Der Anfang des vorherigen Satzes lässt es vermuten, auch hier gibt es leider ein „aber“. Denn, auch die TK-Pommes können mich nicht völlig überzeugen. Zwar ist die Außenseite grundsätzliches ein kleinwenig knuspriger, doch innen das selbe Spiel. Die Pommes sind zu weich. Der Bräunungsgrad ist vollkommen in Ordnung. Diese Pommesvariante erinnert mich auf weiten Strecken an Pommes aus dem Backofen, von denen ich auch nicht so viel halte und eigentlich auf eine Heißluftfritteuse ausweichen wollte. Die beiden Testtage enden jeder mit einer ähnlichen Enttäuschung. Meine Erwartungen waren wohl zu hoch gesteckt.

Heißluftfritteuse vs. Fritteuse – meine Erkenntnis

Alles wurde beachtet was man bei einer Heißluftfritteuse so beachten muss wenn es um Pommes geht. Auch nach der halbe Garzeit jeweils den Korb richtig schütteln damit nach oben kommt was unten lag usw. Es wurden frische Kartoffel verwendet und auch Tiefkühl-Pommes aber keine der beiden Variationen konnte mich geschmacklich überzeugen. Und der Grund ist auch relativ einfach zu erklären. Fett ist ein Geschmackträger, es wegzulassen bedeutet auch auf einen gewissen Prozentsatz an Geschmack zu verzichten. Eine Heißluftritteuse* kann eine herkömmliche Fritteuse – mit Palmfett oder was auch immer – definitiv nicht ersetzen. Diese Erkenntnis breche ich jetzt mal nur auf die Zubereitung von Pommes herunter.

Auch der zu betreibende Aufwand, jetzt mal nur auf die Pommes bezogen ist schon relativ hoch. Bei größerer Personenzahl entsprechend höher. Meine Heißluftfritteuse wird mich ganz klar wieder mangels fehlender Überzeugungskraft verlassen müssen. Genau genommen ist eine Heißluftfritteuse nur die „Miniaturausgabe“ eines Umluftbackofens, mehr darf man wohl auch nicht erwarten.

Es mag sein, dass es gesünder ist Pommes (und auch andere geeignete Speisen) in einer Heißluftfritteuse zuzubereiten. Das will ich gar nicht in Abrede stellen. Ob sich aber eine Heißluftfritteuse wirklich rentiert steht wieder auf einem anderen Blatt. Denn wenn Essen zwar „gesünder“ ist, dafür aber nicht schmeckt kann ich gut darauf verzichten. Ich frittiere ja nicht täglich also wird es mich nicht gleich umbringen. Eine weitere Meinung zu Heißluftfritteusen gibt es hier bei moms-blog, hätte ich früher darauf stoßen müssen, dann wäre mir das alles erspart geblieben. Manche Lebensmittel gehören einfach ordentlich frittiert und nicht „geheißlüftet“. Pommes sind hier in jedem Fall mit einzuordnen.

Und meine nächsten Pommes hol‘ ich mir bei – na ihr wisst schon. Die sind lecker, schnell zubereitet und unter dem Strich auch eindeutig günstiger.

Werbung

11 Kommentare zu „Lohnt sich eine Heißluftfritteuse?“

  1. Danke dir, lieber Thomas, für den selbstlosen Test, damit ist so ein Ding auch wieder raus aus meinem Kopf, hatte auch schon mal drüber nachgedacht.
    Viele Grüße
    Miki

    1. Schön wenn ich „helfen“ konnte. Es wird auch garantiert Verfechter von Heißluftfritteusen geben da bin ich sicher. Meiner Vorstellung entsprach das Ding jedenfalls nicht. Und daran würde sich auch nicht ändern wenn ich eine HLF zum Preis von 200 € kaufen würde, das Prinzip ist das gleich: Ein verkleinerter Umluftbackofen. Grüße zurück und angenehmen Tag.

  2. Prima Test, sehr aufschlussreich. Das bestätigt, was ich bereits geahnt habe. Keine noch so geartete Heißluft schafft es, die Röstaromen hervorzuzaubern, die von heißem Fett erzeugt werden. Der Chemielaborant in mir kann auch die Ursache nennen: Es werden kaum sog. „Maillard-Verbindungen“ gebildet (die sind für die Röstaromen zuständig), die beim Erhitzen von aminosäurehaltigen Lebensmitteln im Zusammenspiel mit Fett entstehen.

    Natürlich würde man vielleicht auch mal gerne etwas anders frittieren, z.B. Kroketten oder Fisch oder Frikandeln aus Holland. Wenn das mit den Pommes schon in die Hose gegangen ist, will man nicht wissen, wie solche Lebensmittel aus der Heißluftfritteuse herauskommen.

    Ich denke, als Fan von lecker Frittiertem führt kein Weg an einer modernen, konventionellen Fettfritteuse vorbei. Man kann das Zeug danach ja gut auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann ist es mit dem Fett auch nicht so schlimm. Denn wie Du schon schreibst: es muss einfach schmecken :-)

  3. Moin Thomas, schöner Abriss!

    Ich hatte auch lange eine HL-Fritte. Meine Enttäuschung war dann aber ähnlich wie deine.

    Letztlich hab ich aber diverse andere Sachen darin ausprobiert. Von Steak über Schweinefilet kann das wirklich mit gebratenem mithalten. Man muss bissl rumprobieren bis man den ein oder anderen Kniff raus hat. Halt Garzeiten und wie es zu platzieren ist.

    Aber auch unter den Fritten gibts große Unterschiede. Die erste die ich hatte war ne ActyFry. Die war komplett kagge. Die Zweite war ein Aerofryer, und die habe ich wirklich geliebt !! Absolut toll. Super auch geeignet um mal fix eingefrohrene Brötchen aufzubacken. Frische Bäckerbrötchen nach dem Kauf direkt einfrieren. Und dann einfach tiefgefrohren in die Heißlufthexe. Fast wie frisch vom Bäcker.

    1. Danke.
      Dann waren Deine Erfahrungen „andere“ als die meinen. Ich hatte es bereits erwähnt, es wird garantiert auch Fürsprecher für eine Heißluftfritteuse geben. Das ist ja auch ok so. Was an dem Gerät eben so gar nicht passt ist der Zusatz Fritteuse, denn mit frittieren hat es ganz klar nichts zu tun.

      1. Moin :)

        Ja stimmt, da habe ich mich auch immer drüber aufgeregt. Eigtl. ist es nichts weiter als ein Mini-Heißluft-Ofen.

        Heute habe ich keine mehr und werde mir auch keine mehr holen weil mir nur zum Brötchen aufbacken und gelegentlich mal ein Stück Fleisch die Kosten nicht wert sind.

        Wünsche noch einen angenehmen Tag.

  4. Ich finde die Dinger eigentlich auch total überflüssig. Eine Freundin von mir hat sich so eine zugelegt und mir noch ganz stolz darüber berichtet. Sie hat das Teil sage und schreibe einmal verwendet – für ziemlich mittelmäßige Pommes. Seit dem verstaubt die Fritteuse in ihrer Küche. Da lob ich mir doch meine Pommes aus dem Backofen!

  5. Ohne jetzt deinen Beitrag genau durchgelesen zu haben, kann ich nur sagen: Wenn es die richtige Maschine zum guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist, dann lohnt sich eine Heissluftfritteuse x-mal mehr als so eine Küchenmaschine von einem Teppichhändler. Kurzum, ich möchte meine Heissluftfritteuse nicht mehr missen und die Pommes und Schnitzel sind super :)

    1. Ich setze Dich damit auf die Liste der Verfechter einer HLF. Ist doch gut wenn Du zufrieden bist, denn nur das ist es was zählt. Meinen Ansprüchen genügte das Teil definitiv nicht. :-)

  6. Na, da bin ich ja froh, dass ich mir so Ding noch nicht zugelegt habe. Wir haben eine herkömmliche Fritteuse. Aber seitdem die Jungs ausgezogen sind, gammelt da das Friteusenfett rum. Und der Auszug ist auch schon eine Weile her.
    Ich werde wie bisher ohne so ein Heißluftteil auskommen und meine Pommes (nix TK, Kartoffeln) im Backofen machen.
    LG
    Sabiene

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst Dich informieren lassen wenn es Folgekommentare gibt. Du kannst aber auch abonnieren ohne zu kommentieren.

Scroll to Top