Leitfaden

Immer wieder sauer stößt es mir auf, wenn ich die Reichtumsversprechen mancher Anbieter im Internet lese. Würde man sich tatsächlich darauf verlassen, dann wäre es ein Leichtes binnen kürzester Zeit die Kasse ordentlich klingeln zu lassen. Wer an diesen „Klicks“ im Endeffekt wirklich verdient sind die Werber mit ihren Reichtumstipps selbst. Dass Reichtum absolut kein Kriterium ist hatte ich bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Warum gehen diese „Vorhersagen“ für´s große Geld dennoch mit Erfolg weiter?

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Auf den ersten Blick sind es die zugkräftigen Sprüche welche die Interessenten anlocken. Ich begegne diesen immer und immer wieder.

… bis zu 300 Euro pro Tag sind kein Problem

… werden auch Sie wohlhabend im Schaf

… arbeitest Du noch oder verdienst Du schon

Diese oder ähnliche Sätze überzeugen so manchen der darauf stößt. Da viele von diesen Angeboten eine Geld-zurück-Garantie besitzen hat man zumindest die Sicherheit das Produkt wieder zurückgeben zu können wenn der Inhalt nicht den Erwartungen entspricht. Das war auch der Grund, warum ich mir zwei unterschiedliche „Leitfäden zum Gelddrucken“ bestellt und diese näher angesehen habe.

Erste Enttäuschung

Im Angebot war nirgends gestanden, dass sich gut 30% des Materials mit dem generellen Aufbau eines WordPress-Blogs beschäftigen. Anlegen einer Domain, Einrichten des FTP und die Installation von WordPress selbst brauchen sicherlich die wenigsten die Interesse daran haben den Blog etwas zu monetarisieren.

Zweite Enttäuschung

Kurz und kanpp zusammengefasst: Der Inhalt bestand aus Informationen die ich mit einem relativ gering gehaltenem Aufwand auch im Interet zusammensuchen kann – dafür aber komplett kostenfrei!

Mein Fazit

Sicherlich, die Infos sind ordentlich zusammengetragen, weitestgehend recht „hübsch“ gestaltet und das ist auch Arbeit für den jeweiligen Herausgeber eines derartigen Leitfadens. Wird diese Zusammenstellung dann zum Kauf angeboten (alles war korrekt mit Rechnung etc.) ist dies nichts Verwerfliches. Es muss ja schließlich keiner kaufen.

Allerdings stellt sich mir die Frage nach dem Mehrwert den mir diese Informationssammlung bietet. Diesen konnte ich in beiden Versionen nicht erkennen. Mit einem Satz beschrieben bediene ich mich der Worte eines Romantitels – „Im Westen nichts Neues“. Keine einzige Erkenntnis war den Sammlungen zu entlocken die in mir auch nur einen kleinen „Aha-Effekt“ ausgelöst hätte.

Die Idee welche dahintersteckt bzw. die darin vermittelt wird möchte ich nicht generell als schlecht bezeichnen. Es kann auch durchwegs sein, dass sich damit tatsächlich Geld verdienen lässt. Die tatsächliche Tageseinnahmen und vorallem die Nachhaltigkeit lasse ich einmal dahingestellt. Irgendwie hätte ich persönlich ein schlechtes Gefühl bei der Sache, ähnelt sie doch in gewisser Art und Weise bei einigen Angeboten einem sog. Schnellballsystem. Die von mir getesteten „Leitfäden zum Geldverdienen“ waren aus meiner Sicht das Geld leider nicht wert.

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Mein ganz persönlicher Tipp deswegen: Wenn ein solcher Leitfaden oder wie auch immer diese Angebote bezeichnet werden Dich wirklich neugierig macht, weil Du dahinter DIE Chance siehst Geld zu verdienen – hol ihn Dir und überzeuge Dich selbst vom Mehrwert der Informationen. Achte aber darauf dass es eine Geld-zurück-Garantie gibt. So ist im Fall der Fälle kein finanzieller Schaden entstanden, selbst wenn dieser gering erscheinen mag!

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
6 Kommentare
  1. John sagte:

    Hi Thomas,

    ich bin auch schon auf diese Masche hereingefallen und muss sagen, dass es zwar teilweise brauchbare Informationen gab, dieso jedoch auch „kostenlos“ zur Verfügung standen. Ich kann mich erinnern, dass ich einmal 50 Euro investiert habe (das ist sicher schon 6-7 Jahre her), wobei ich das eBook recht durchwachsen fand.

    Als ich es letztes Jahr wieder hervorgekramt hatte, habe ich viele Zusammenhänge erst „so richtig“ verstehen können und fand das Buch (bzw. waren es gleich vier „Bücher“) dann doch recht gut.

    Allerdings trifft man tatsächlich viel zu häufig auf diese grandiosen Alleskönner, die in 30 Tagen 1000 Euro versprechen, wovon ich wenig bis gar nichts halte. Nach mittlerweile fünf Jahren Online Marketing und locker 15 Jahren Webseiten basteln kann ich sagen, dass nur die Beständigkeit und ständige Verbesserung zu mehr Einnahmen führen – und das dauert i.d.R. seeehr lannge:D

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    • Thomas Liedl sagte:

      @John: Was lediglich beweist, wie lange es dieses Vorgehen schon gibt. Und offenbar immer noch erfolgreich. Nicht aber weil die Konzepte der Leitfäden so verdammt gut sind, sondern weil immer noch genügend Leute darauf reinfallen. Genau deswegen auch hier meine Sichtweise dazu.

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  2. Alex sagte:

    Interessant mal von jemandem zu lesen, der es mal angetestet hat. So Zeug fliegt bei mir – wie der übliche Spam auch – in die Tonne. Danke für deinen Erfahrungsbericht samt Fazit.

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    • Thomas Liedl sagte:

      @Alex: Ich trag´ nur meine Meinung weiter, die muss ja niemand übernehmen wenn er anderer Auffassung ist. Wie gesagt, es gibt vielleicht unter den vielen Angeboten auch seriöse. Meine getesteten waren das jedenfalls nicht.

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