Ach war das noch eine schöne Zeit als die Bloggerszene in Deutschland ihr Wachstum erlebte…..! Es gab viel zu lesen, man kommentierte gegenseitig, auch wurden Artikel erwähnt und verlinkt. Ich konnte es eine gewisse Zeit lang noch selber miterleben. Das war noch wirkliche Kommunikation untereinander. Lang ist’s her. Heute sieht die ganze Internetszenerie komplett anders aus. Alles – oder zumindest sehr vieles – verlagert sich auf die sozialen Netzwerke. Verdammt ruhig ist es geworden was RSS & Co. betrifft.

Schnell hin und schnell wieder weg

Die Zeit im Netz ist schnelllebig, ja. Doch solange ist es nun auch noch nicht her, dass es einfach zum guten Ton gehörte in jedem sozialen Netzwerk vertreten zu sein. Facebook, Google und Twitter waren oder vielmehr sind heute die Plattformen auf denen die Kommunikation stattfindet. Aber ist das wirklich – von den einschlägigen Shitstorms mal abgesehen – immer noch so?

Zumindest Twitter geht es nicht ganz so gut. Hat der Hype um die Kurznachrichtenzentrale tatsächlich nachgelassen? Geht man nach einem Bericht von Heiner, dann steuert Twitter geradewegs in seinen Untergang. Von Reanimationsversuchen ist die Rede was nicht unbedingt den Eindruck vermittelt alles sei in Ordnung. Und wenn es dann ganz schlimm kommen sollte kauft Internetriese Google Twitter letztlich auf. Auch wenn diese Gerücht schon etliche Tage auf dem Buckel hat ist es nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Zeit wird es uns zeigen.

Die Kommunikation bleibt auf der Strecke

Mit den anderen Netzwerken ist es aber doch nicht anders. Jedenfalls empfinde ich es so. Mal ein Like hier, mal eine Teilung dort, vielleicht mal sogar ein kurzer Smaltalk – das war es dann auch schon gewesen. Viele „Freunde“ bei Facebook hat man doch nur um sich möglichst schnell neue Leben bei den zahlreichen Zockerspielen zu erhaschen. Nein ich setze es jetzt nicht voraus, dass man jeden mit dem man befreundet ist auch wirklich real kennen muss. Doch findet dort wirklich Kommunikation auf breiter Schiene statt? Ich würde behaupten – weitestgehend nein.

Google Plus bietet zwar keine Zockerszene an, was manche vielleicht wieder von einem Beitritt dort abhält, doch auch hier hält sich der Gedankenaustausch oft sehr zurück. Mal ein Plus hier mal ein Plus dort – fertig.

Bei den zahlreichen und immer wieder neu aus dem Boden spriesenden anderen Netzwerken ist außer der Teilung von Bilder bzw. Content gar nichts anders vorsehen. Oder soll ich jetzt sagen gar nicht erwünscht?Im Vordergrund steht nur noch die möglichst weitreichende Vernetzung und deren hauptsächlichen Fähigkeit zur Vermarktung. Logisch, je mehr soziale Netzwerke ich mit Content beschicken will desto weniger Zeit bleib auch für anderes…. z.B. eben die Art der Kommunikation von einst.

Unter dem Strich verläuft sich die ganze deutsche Netzgemeinde in immer noch mehr Richtungen von denen keiner weiß wann sie in einer Sackgasse enden werden. Und das geht u.U. sehr schnell.