Vor knapp drei Jahren schrieb ich einen Artikel über die Gewinnspielabzocke von einschlägigen Callcentern im Namen bekannter Verlagshäuser. Letzteres deswegen um Vertrauen zu schaffen angesichts des renommiert Firmennamens. Der Axel Springer Verlag scheint hier ein besonders beliebtes „Opfer“ zu sein. Mein einstiger Artikel rund um die Abzocke wird bis heute noch regelmäßig mit eindeutige Suchbegriffen gelesen. Das lässt darauf schließen, dass diese Machenschaften bis heute aktiv und von den Behörden nicht nachhaltig gestoppt bzw. geahndet wurden.

Desweiteren scheint es, dass die verhängten Strafen im Vergleich zu den erzielten Einnahmen um ein vielfaches geringer ausfallen. Anders kann ich es mir nicht erklären wie diese Hartnäckigkeit in Sachen „vermeintlicher Gewinnspiele“ aufrecht erhalten werden könnte.

Hier kommen telefonisch so gut wie keine Abzocker mehr durch weil diese Rufnummern allesamt über die Telefonanlage gesperrt wurden. Das schafft zum einen Ruhe, zum anderen spare ich mir die völlig unsinnigen Diskussionen mit den größtenteils unverschämten Callcentermitarbeitern.

Zeitungsabos und Lotterieteilnahme hoch im Kurs

Die hinterhältig verkauften Zeitschriftabos mit angeblichen Gewinnen von Autos, Bargeld und Reisen der namhaften Verlagshäuser sind die eine Seite. Da gegenüber stehen die Callcenter, die angeblich abgeschlossene Lotterieteilnahmen  suggerieren und nun auf Geldforderungen im zwei- und dreistelligen Bereich bestehen. Drohgebärden mit Inkassobüros und somit noch weiter steigenden Kosten gehören hier nahezu zum Standard. Der Tonfall dieser Anrufer-(innen) ist meist harsch, drohend und unfreundlich versucht man sich gegen die Forderung zu wehren.

Die Dunkelziffer jener Leute – überwiegende Opfer dürften im Bereich der Rentner zu suchen sein – welche aus Furcht vor Inkassobüros und weiter steigenden Kosten die geforderte Summe bezahlen ist wahrscheinlich höher als man sie vermuten würde. Es kann hier nur der dringende Rat gegeben werden, auf keinen Fall Forderungen begleichen die man nicht wirklich durch eine Teilnahme selbst verursacht hat. Der Bitte einen „Datenabgleich“ bezüglich der Kontodaten durchzuführen ist auf keinen Fall nachzukommen. Statt dessen den Anrufer auffordern den Vorgang per Post zu schicken. Dies geschieht in 99% der Fälle ohnehin nicht.

Wenig Einsatz – sehr hoher Gewinn

Wenn es so einfach wäre mit geringsten Mitteln große Geldsummen zu gewinnen würde dies jeder tun – ich selbst auch. Die Gewinner dieser Masche sitzen in irgendwelchen Scheinbüros und füllen sich selbst die Taschen. Sie wollen nur unser Bestes, nämlich unser Geld. Die Teilnahmen an Preisauschreiben & Co., welche diese Firmen angeblich durchführen wollen verlaufen alle im Sande und am Monatsende bleibt außer dem Minusbetrag für die Teilnahme nichts hängen.

Auch bei dieser Art und Weise des Betruges scheinen probate Mittel seit Jahren zu fehlen. Die rechtliche Situation wenn man bereits Opfer der Gewinnspielmafia geworden ist erklärt ein Artikel auf der Seite der Rechtsanwaltskanzlei Hollweck. Ein Vertrag durch einen derartigen Telefonanruf kommt nicht zustande, da die Abfrage der persönlichen Daten nebst Bankverbindung und die anschließende Verschickung einer Teilnahmebestätigung noch keinen gültige Vertrag ausmacht.

Wenn also wieder einmal das Telefon klingelt und Dir jemand Reichtum, Reisen oder sonst etwas verspricht – nicht diskutieren sondern auflegen. man erspart sich dadurch nicht nur Zeit sondern ggf. auch viel Geld.