Man sollte es auf der ersten Blick eigentlich nicht für möglich halten. Eine Weltmacht wie die USA eine ist, hoch technisiert und fortschrittlich geprägt, aber die Auszählung einer Wahl dauert und dauert und dauert. Sicherlich, Amerika ist ein großes Land und hat eine entsprechend hohe Zahl an Wahlberechtigten. Bei dieser Wahl waren dies um die 160 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Wahlberechtigt ist in den USA übrigens jeder US-Bürger ab 18 Jahren, der für die Wahl registriert aber nicht vorbestraft ist. Das Wahlprozedere ist im Vergleich zu so manch anderen Systemen ein „sehr verschachtelt“ wirkendes System. Bei der relativ hohen Zahl an „menschlichen Händen“ die hier im Spiel sind bleiben Fehler schließlich nicht völlig außen vor.

Ich bin aber davon überzeugt, man könnte diesen Auszählungsprozess deutlich beschleunigen, damit früher für Klarheiten sorgen und so mancher Diskussion die Grundlage entziehen noch ehe sie entstanden ist. Nur weil ein System seit ewigen Zeiten praktiziert wird muss es nicht gut und gleichzeitig auch zeitgemäß sein. Doch hier scheint man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht wirklich einen Gedanken daran zu verschwenden. Sei’s drum.

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Wenn es nicht noch zu Überraschungen kommt, dann wird die Amtszeit von Donald J. Trump wohl enden und Joe Biden wird seinen Platz im Oval Office einnehmen. Man kann es nun mit den politischen Grundzügen der beiden halten wie man will – der eine Demokrat, der andere Republikaner. Jedes der beiden „Lager“ hat seine Daseinsberechtigung, sein Vor- und seine Nachteile. Was ich selbst nicht so recht nachvollziehen kann ist, dass es immer „so alte Leute“ sein müssen die zum Präsidenten gewählt werden sollen. Trump hat seinen 75. Geburtstag vor sich, Joe Biden geht mit großen Schritten auf den Achtzigsten zu. Letzterer ist in einem Alter in dem man – meine ganz persönliche Sichtweise – eher ein Fall für die Seniorenresidenz ist als wie für den Stuhl im weißen Haus. In seinem dritten Anlauf zum Amt des Präsidenten scheint es ihm diesmal Ernst zu sein nachdem er schon zweimal zurückgetreten ist noch ehe eine tatsächliche Entscheidung anstand.

Trump oder Biden

Ja in der Tat, die letzten vier Jahre hatte sich so mancher Politiker in anderen Länder anders vorgestellt – einfacher. Eine Frau Merkel aus Berlin mit eingeschlossen. Doch mit Donald J. Trump war und ist nicht immer gut Kirschen essen, in vielerlei Hinsicht. Nichts desto trotz hat Trump einen Winkelzug der mir gefällt und den ich mir auch bei manchen Entscheidungen in unserem 700er-Rat von Berlin für unser Land wünschen würde. America first. Erst einmal wir und dann die anderen. Ja ich weiß, daran haben sich viele gestoßen und verurteilen diesen Satz auch bis auf das Äußerste. Doch was ist daran denn so grundsätzlich falsch?

Ich stelle jetzt die politischen Entscheidungen aus den USA nicht mit denen bei uns gleich, mir geht es bei dieser Aussage – America first – um das Grundprinzip. Was um aller Welts Namen ist nicht ok, wenn ich erst mal „nach den eigenen Leuten umschaue“ und mich dann um die anderen kümmere? Ein Prinzip das auch in so ziemlich allen Familien praktiziert wird, „erst mal gucken dass bei uns alles passt“. Das hat nun absolut nichts damit zu tun, dass mir generell andere Menschen egal wären. Ich schließe sie nicht aus, ich stelle sie lediglich nicht vor „meine eigene Sippe“. Ich sage dazu nur soviel:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Diesen Satz kenne wir alle, er wird unter aller Voraussicht nach auch 2021 wieder seine Anwendung finden. Näher darauf eingehen will ich hier gar nicht, jeder kann sich selbst die Frage stellen, ob dieser Eid nicht auch – von seiner Grundeigenschaft her und auf Deutschland bezogen – mit dem von Trump stammenden „America first“ gleichzusetzen ist.

Ein Herr Biden scheint mir eher so gepolt zu sein wie sehr große Teile des 700er-Rates, Schmusekurs. Ob das den Amerikanern gefallen wird lassen wir mal dahin gestellt, zumindest den Teil betreffend der sich in den vergangenen Tagen „der blauen Farbe“ in den USA zugetan fühlte. Er wolle das Volk vereinen, so auch viele seiner Anhänger. Wollen kann man viel, ob es sich dann auch umsetzen lässt steht auf einem völlig anderen Blatt. Mir hat Trump gefallen, vielleicht nicht mit allem was er tat aber trotzdem in weiten teilen seines Schaffens. Und das lag in erster Linie daran, dass er diesen vielen Schmusekurspolitikern aus Europa die Stirn geboten hat. So ein bisschen Zoff von außen mit ansehen hat einfach was….. finde ich.

Was nun aller Voraussicht nach wieder folgt ist das altberühmte Bla… Bla… Bla. Und ob das zur Vereinigung, zum friedlichen Miteinander taugen wird muss die Zeit zeigen. Es darf aber schon heute gezweifelt werden.

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5 Kommentare zu „Trump oder Biden – make America crazy again“

  1. „Wenn jeder an sich selbst denkt, ist auch an alle gedacht.“

    Dieser Satz charakterisiert ganz gut, was „America First“ bedeutet. Bei Trump heißt er so viel wie „der Rest der Welt ist mir scheißegal“. Dazu muss man wissen, wer und was Trump ist. Seine Nichte Mary L. Trump, eine Psychologin, hat das in ihrem Buch sehr gut beschrieben. Er ist ein Mensch, der nur an sich selbst denkt. „America First“ sollte eigentlich heißen „Trump First“. Denn ihm geht es nicht um die USA, sondern in erster Linie um sich selbst. Auf die Bevölkerung seines Landes scheißt er, die meisten sind für ihn „Loser“, wie er treffend angemerkt hat; zum Beispiel bei Soldaten, die für ihr Heimatland alles riskiert haben und gestorben sind.

    Diese Denkweise ist brandgefährlich, vor allem dann, wenn sie von einem pathologischen Lügner und Betrüger stammt, der mafiöse Strukturen geschaffen hat. Er polarisiert sein eigenes Volk und die ganze Welt mit seinen Falschaussagen, geht über Leichen und gefährdet alles, wofür die Menschheit steht – nämlich Zusammenarbeit, Humanität und Menschlichkeit.

    Die Art und Weise, wie er sich an die Macht klammert, die er schon längst verloren hat, spricht Bände. So verhält sich kein Staatsmann, allenfalls ein 6-jähriger Schulhofschläger ohne den geringsten Funken Moral und Anstand.

    Natürlich hat er die Wirtschaft angekurbelt (die nach seinem fatalen Corona-Management wiederum brutal eingebrochen ist), aber diesen Prozess hat schon sein Amtsvorgänger begonnen. Klar, einen Krieg mit einer anderen Nation hat er auch nicht begonnen, sehen wir mal von den Handelskriegen ab gegen China und die EU und der Ausweitung des Drohnenkriegs. Aber er hat gefährlich im Iran gezündelt und eigentlich die ganze denkende Welt gegen sich aufgebracht. Autokraten und Irre zählen zu seinen besten Buddies, z.B. Bolsonaro, Putin oder Kim Yong Un.

    Nein, Trump hat nicht nur den Amerikanern geschadet, sondern der ganzen Welt. Ich bin froh, wenn er seine letzte Gehirnzelle anstrengt und sich in das unvermeidliche fügt: dass er die Wahl verloren hat!

  2. Wenn es jemanden gibt, der gegen „friedliches Miteinander“ alles gegeben hat, dann ist es Trump. Seine unzähligen Lügen haben Medien ausführlichst dokumentiert und widerlegt, seine „alternativen Fakten“ machten schon bei der Amtseinführung klar, dass mit seinem Geisteszustand etwas nicht stimmt. Er tat immer alles, um seine Anhänger weitmöglichst aufzuhetzen, darunter die AltRight-Typen, KuKlux-Clan und andere rassistische Rechtsaußen. Sein „Mauerplan“ ist mittelalterlich (teuer und nutzlos), seine Unterstützung des Fracking hinterlässt jede Menge aufgegebene Bohrlöcher, aus denen jetzt Methan entweicht. Seine Unverschämtheit, mit der er gegen Nordstream2 vorgegangen ist (inkl. Lokalpolitiker in DE bedrohen), um US-Gas über den Atlantik zu shippern und an die EU zu verkaufen, ist beispiellos! Und sein „great again“ hat u.a. dazu geführt, dass die USA die „Charts“ der Coronatoten pro 100.000 mit Abstand anführt – und das im teuersten Gesundheitssystem der Welt, das aber viele ohne Versicherung lässt, die deshalb auch krank arbeiten gehen.
    Man könnte die Liste noch lange fortführen. Wahrlich eine tolle Leistung, das alles! Und jetzt gibt er das trotzige Kinde, das wieder an seinen „alternativen Fakten“ festhält – ich fasse es nicht!

  3. Nee, Thomas. Hätte ich nicht gedacht. Du, ein Anhänger dieses Idioten? Ich glaube, du möchtest uns ärgern oder provozieren. Ernsthaft eingehen mag ich auf die angeblich positiven Wirkungen von Trump lieber nicht. Selbst nach den Wahlen gibt Trump seine zerstörerische Haltung nicht auf. Er legt es lieber darauf an, sein Volk noch mehr zu spalten und vielleicht sogar in einen Bürgerkrieg zu treiben.

    1. Anhänger? Ach nö, so würde ich das nicht sagen. Er bringt ein bisschen „Schwung“ in die Diskussionen. Spaltung des Volkes? Naja, das tun auch in anderen Länder so manche Politiker, nicht zuletzt ist das auch hier so. Oder willst Du sagen dass Deutschland nicht auch auf eine gewisse Art und Weise „gespalten“ ist was so manche politische und gesellschaftliche Themen betrifft? Und Bürgerkrieg? Daran glaube ich nicht. Dass die Amerikaner etwas „roher“ sind als manch andere Völker sieht man allein an den Gesetzen die es dort gibt. „Betrittst Du mein Grundstück und mir missfällt das – peng und Aus die Maus“. Und das sind ganz eindeutig Gesetze die nicht Trump geschaffen hat, die gibt es bekanntlich schon seit Urzeiten dort. Tiefer möchte ich hier gar nicht eintauchen.

      Im Grunde sind mir Politiker völlig egal, wurscht aus welchem Land sie auch kommen. Denn eines haben sie meistens alle gleich „I am first“. Vordergründig auf die eigene Tasche bedacht und dann über manch Zustände im Volk urteilen wollen, von denen sie auch nicht ansatzweise eine Ahnung haben wie sie wirklich sind. Ne ne, Politiker sind grundsätzlich mal fragwürdig in meinen Augen und müssen erst das Gegenteil beweisen. Tun die wenigsten (weil es ihnen eben wurscht ist) und gelingt auch nur sehr selten überhaupt einem. Von daher, meine kleine Trump-Provokation“ wie Du sie nennst hat doch funktioniert. Zumindest bei einer Person aus Berlin hier ganz besonders :-) .

      Regt Euch ab, denn
      a) ist Trump ja nun bald ganz weg
      b) Biden wird alles viel besser machen (mit dem Mundwerk zumindest)
      c) es wird weitergehen wie eh und je

      Aber eines freut mich schon so ein bisschen, alle die, die Trump hauptsächlich wegen Nord-Stream 2 weg haben wollten denen hat Biden nun ordentlich die Suppe versalzen. Lässt er sein demokratisches Gesicht nun schon vor Amtsantritt aufblitzen?. Tja, nicht jedes Schaf lässt den Wolf in sich sofort erkennen!

  4. Damit bringste echte Schwung in jede Diskussion. In Deutschland ist das Lager der Anti-Trump-Leute vermutlich größer als in jedem anderen Land. Du hast Recht, wenn du danach fragst, ob wir nicht eine ähnliche Spaltung auch in unserer Gesellschaft kennen. Jedenfalls sind wir auf dem „besten“ Weg dorthin. Seit 2015 ist das unübersehbar. Ich wünschte, es gäbe Politiker, die sich mehr als Brückenbauer und weniger als Spalter verstehen würden. Davon gibts heute zu wenige, mir fällt ohnehin kaum ein Name ein.

    Wenn du sagst, dass bestimmte „Eigenarten“ der Amis nichts mit Trump zu tun hätten, ist das wahr. Der Mann ist „bloß“ ein Symptom. Davon haben schon viele geredet. Er hat es aber verstanden, die Leute noch weiter aufeinanderzuhetzen. Dass Trump sich vor allem nationalen Interessen widmet, auch da hast du m.E. Recht, ist total normal. Was allerdings überhaupt nicht normal ist, ist, dass er den Wert von multilateralen Abkommen negiert und aus diesen nach und nach aussteigt. Dass er die WHO verlassen hat oder das Pariser Klimaabkommen, ist unentschuldbar. Dass dies vermutlich durch Biden kurzerhand wieder korrigiert wird, ist für mich kein Trost. Ich habe schon häufig die UN – auch die EU – verflucht für ihre Schwerfälligkeit und ihre Vetternwirtschaft. Aber das bedeutet längst noch nicht, dass man solchen Institutionen einfach den Rücken zuwenden sollte. Im Gegenteil. Das Einzige, was hilft die großen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen ist Zusammenarbeit. Stellen wir diese aus vordergründig egoistischen Gründen ein, um einen größeren Nutzen hieraus zu ziehen, so wären wir auf dem Holzweg. Man mag gegen viele dieser Veranstaltungen etwas Negatives vorzubringen haben. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir nicht so viele Jahrzehnte in Frieden gelebt hätten, gäbe es diese ganzen multilateralen Vereinbarungen und Organisationen nicht.

    Von Biden bin ich nicht überzeugt (Kalauer). Es ist jammerschade, dass ein Land wie die USA keine besseren Kandidaten zur Verfügung zu haben scheint als diese beiden alten Männer. Die wenigsten wollten Trump „weghaben“, weil sie unbedingt an Nord Stream 2 festhalten wollten. Es gibt gute Gründe dafür und gute dagegen. Die deutsche Regierung hat ihre Entscheidung getroffen. Sollte dir doch prima gefallen haben. Schließlich unterstützt du america first, wie du ja ausdrücklich herausgestellt hast. ALLES ist besser als dieser dumme, verdorbene Donald Trump. Ich möchte hoffen, dass die Amis nie wieder so einen zum Präsidenten wählen werden.

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