Die Zustände in Kliniken sind nicht immer wirklich rosig. Das war auch verbreitet schon vor der Pandemie und ihren teils extremen Auswüchsen so gewesen. Das ist nicht neu und das ist auch hinreichend bis in die höchsten Kreise bekannt. Klinikleitungen haben natürlich ein gesteigertes Interesse daran, dass – ich nenne es einmal salopp Missstände – nicht zu sehr an die Öffentlichkeit durchdringen. Unter de Teppich kehren ist nicht selten eine Praktik die hier Anwendung findet. Und wenn eine(r) etwas sagt – so wie aktuell in einer Hamburger Klinik, dann wird er ganz einfach über eine Kündigung mundtot gemacht. Das eine derartige Vorgehensweise nur noch mehr Staub aufwirbelt ist den Verantwortlichen entweder gar nicht bewusst oder aber auch völlig egal. Die zuletzt genannte Variante scheint wohl die am nächsten liegende zu sein.

Mundtot machen ist ein sehr beliebtes Mittel um nicht akzeptable Vorgehensweisen und/oder Zustände von der Bildfläche einfach verschwinden zu lassen, es jedoch zumindest zu versuchen. Und gerade im Bereich Kranken- bzw. Altenpflege ist dies ein sehr beliebtes Mittel. Anstelle etwas an Situationen zu verändern, Fehler einzugestehen wen sie denn passiert sind, Haltung zu wahren und auch Verantwortung zu übernehmen greift man lieber zur Keule und zieht sie demjenigen drüber der es gewagt hat etwas verlauten zu lassen und ihn quasi als Nestbeschmutzer stehen lässt. Ein wie ich finde eher trauriges Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wie sich so etwas anfühlt plötzlich zum Täter degradiert zu werden der es gewagt hat das Wort zu erheben habe ich selbst vor einigen Jahren erleben müssen.

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Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht wohl kaum eine Möglichkeit, dass sich die Politik mit dieser „alten Thematik“ wirklich beschäftigt. Corona wird häufig und gerne dafür „missbraucht“ um Dinge auf die längere Bank oder gleich ganz ins Abseits zu schieben. Aber anstatt mit den Fingern auf diejenigen zu zeigen, die auf (gefährliches) Unrecht hinweisen und sie ggf. sogar mit Hilfe von behördlichen Instanzen zum  schweigen zu bringen wäre es hier doch vielmehr angebracht Recht vor der „vermeintlichen Ehre“ von schwarzen Schafen gelten zu lassen. Zum Jahresende wie ich finde ein berechtigter Denkanstoß.

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