Ein Todesfall in der Familie stellt einen harten emotionalen Schlag dar den es erst einmal zu verarbeiten gilt. Neben den zahlreichen seelischen Aspekten eines Todesfalls steht nun noch viel teils lästiger Schrift- und Verwaltungskram an der abgearbeitet werden muss. Für die Erledigung von alle dem benötigt man eine Sterbeurkunde. Zwar reicht für einiges auch die Kopie der Sterbeurkunde aus, doch ohne das Original zu besitzen gibt es auch keine Kopie. Wer hier denkt das wäre kein Problem liegt gewaltig daneben. In Hamburg muss man für die Ausstellung einer Sterbeurkunde vier Wochen Wartezeit in Kauf nehmen.

Eine Sterbeurkunde ist doch kein aufwendiges Kunstobjekt

Sterbeurkunden enthalten nur relativ wenige Daten. Diese Daten sind mit einziger Ausnahme des Sterbedatums bereits in digitaler Form vorhanden. Es müssen demnach keine riesigen Registerbücher aus dem Keller geholt und gewälzt werden. Und schlussendlich wird eine Sterbeurkunde auch nicht von Hand mit Tinte in schönster Fraktur auf Büttenpapier geschrieben.

Wo also liegt das Problem eine solche Urkunde in einer deutlich kürzeren Zeit zu erstellen und den Hinterbliebenen zur Verfügung zu stellen?

Die jeweilig zuständigen Hamburger Standesämter sind natürlich neben der Ausstellung von Sterbeurkunden auch noch mit anderen Obliegenheiten beschäftigt. Offensichtlich mangelt es der Hansestadt Hamburg aber an Personal für eine schnellere Bearbeitung. Wer wie Hamburg viel dafür tut, dass die Stadt ständig wächst muss auch beim Personalstand etwas fürs Wachstum tun. Nach außen hin Schönfärberei bei den Zahlen zur Bearbeitungszeit für eine Urkunde zu betreiben ist einfach. Zumal nur die Betroffenen selbst wissen wie es wirklich um die Wartezeit bis zur Ausstellung einer Sterbeurkunde bestellt ist.

Und vier Wochen sind ohne jede in Frage kommende Rechtfertigung einfach zu viel.

Die Sterbeurkunde als solches ist für die Hinterbliebenen selbst von geringerer Bedeutung und „nur ein Stück Papier“. Um- und Abmeldungen diverser Verträge oder auch die Auflösung von Bankkonten machen es aber notwendig diese Bescheinigung vorzulegen. Und Diskussionen, „warum man sich erst vier Wochen nach dem Tod darum kümmert“ sind genau das, was Angehörige nach einem Sterbefall am allerwenigsten gebrauchen können. Darüber sollte sich der Hamburger Senat vielleicht auch mal ein paar Gedanken machen.