dampfen silikatschnur

Wieder eine dieser Glaubensfragen aus der Rubrik des Dampfens, ja ich weiß. Aber sie taucht eben mit einigen anderen Fragen aus dieser Glaubenskiste immer wieder auf, nicht nur bei den Neulingen. Deswegen will ich hier meine ganz persönliche Erfahrung preisgeben und Dir damit vielleicht ein wenig helfen „Deinen Weg“ heraus zu finden welches Dochtmaterial Du verwenden möchtest und wo nun eine Wicklung mit Silikatschnur ihre Vorteile bzw. Nachteile hat.

Meine Wicklung mit Silikatschnur

Es gibt auf ihre Machart reduziert verschiedene Arten von Silikatschnüren. Gedrehte Schnüre, geflochtene Schnüre und auch für noch bessere Kapillareigenschaften Schnüre mit innen liegenden Baumwollfäden*. Die unterschiedlichen und am meisten vertretenen Stärken der Schnüre liegen zwischen 1 und 6 Millimetern. Welcher Durchmesser in Frage kommt hängt davon ab wie viel Platz der Verdampfer hierfür bietet und auch wie die Coil selbst letztlich werden soll.

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Einige Dampfer berichten davon die gedrehten Schnüre seien die gängigsten, andere wiederum behaupten dies von der geflochtenen Variante. Hier scheiden sich die Geister, an diesem Punkt konnte ich selbst keinen spürbaren Unterschied feststellen, weder in der Verarbeitung noch in der Anwendung des jeweiligen Produktes – also auch nicht bei der Intensität des Geschmacks.

Meine Wahl fiel ohne hier jetzt einen besonderen Grund benennen zu können einfach auf die geflochtene Variante  der Silikatschnur mit 2,5 mm Ø.  Die Schnüre mit den eingearbeiteten Baumwollfäden habe ich bisher noch nicht verwendet und kann dazu leider keine Aussage hinsichtlich der vermeintlich besseren Kapillareigenschaften machen.

Mein erster und stets wichtigster Arbeitsschritt sobald die Schnur hier eintrifft ist die Entfernung der Schlichte auf dem Material. Diese Beschichtung dient eigentlich der besseren Gleitfähigkeit einer solchen Schnur und spielt zu Dampfzwecken absolut keine Rolle. Abgesehen davon wird diese Schlichte zu einem unangenehmen Eigengeschmack führen und besonders appetitlich stufe ich sie generell auch nicht ein . Dieser Eigengeschmack verschwindet zwar nach 1-2 Tankfüllungen, doch das kann man sich wirklich ohne viel Aufwand ersparen.

Ich lege meine Schnur in einen Topf mit heißem Wasser und lass das dann so ca. 5-6 Minuten vor sich hin kochen. Schnur wieder raus aus dem Topf, mit einem Handtuch/Papiertuch trocken drücken und beiseite legen bzw. an der Luft gar austrocknen lassen. Bei 3 oder 4 Meter Schnur hat man nun recht lange Vorrat und somit Ruhe. Es gibt Dampfer die kochen die Schnüre nicht aus, sie flämmen diese mit einem Bunsenbrenner ab. Geht natürlich auch und entfernt die Schlichte, ich ziehe das eben das Auskochen dem Bunsenbrenner vor. Entscheidend ist schließlich das Ergebnis.

Damit sich bei diesem Vorgang die Schnur an den Enden ggf. nicht „aufzwirbelt“ verknote ich diese kurzerhand. Das muss nicht passieren, aber vorbeugen ist in dem Fall besser. Die leichtere Weiterverarbeitung der Schnur wird dadurch begünstigt.

Die Daten meiner Coils:

Und was soll ich sagen – befeuert bei lediglich 15 Watt werfen diese beiden Coils ordentlich viel Dampf. Also ich brauch bei diesem Ergebnis wirklich kein Subohm zum Dampfen mehr würde ich sagen. Und was den Geschmack betrifft, vom ersten Zug an ein geniales Geschmackserlebnis. Ich muss ganz offen gestehen, mit diesem Resultat hätte ich so jetzt nicht pauschal gerechnet. Ich werde wohl des öfteren meine Wicklungen mit einem Silikatdocht bestücken, vielleicht noch ein bisschen experimentieren was die Abteilung Ohm betrifft.

Vorteile der Silikatschnur

  • sehr widerstandsfähig (z.B. Dryburn)
  • deutlich länger als Watte verwendbar
  • sofort der reine und intensive Geschmack vorhanden (subjektiv)

Nachteile der Silikatschnur

  • natürlich teurer als Watte
  • Verarbeitung für Ungeübte etwas schwieriger (Material ist weicher)
  • nicht pauschal für alle Selbstwickelverdampfer geeignet (subjektiv)

Jeder einzelne Punkt bei den Nachteilen von Silikatschnüren ist genaugenommen zu vernachlässigen, insbesondere der letzte Punkt. Er wurde aber der Vollständigkeit halber hier mit aufgeführt, weil eine Silikatschnur nicht in jedem SWV gute Ergebnisse bringt. Manch einer könnte hier jetzt noch die Vorbehandlung, also die Entfernung der Schlichte mit anführen. Da dieser Aufwand aber so gering ist und bei einer „größeren Menge“ an Schnur für einen langen Zeitraum nur einmalig auftritt sehe ich das nun wirklich nicht als einen erwähnenswerten Nachteil.

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Auch Watte ist als Dochtmaterial in Ordnung

Ich will mit diesem Artikel nun nicht vermitteln, dass Watte als Dochtmaterial nichts taugt. Inzwischen gibt es so viele verschiedenen „Watte-Modelle“* unter denen auch sicherlich der eine oder andere Geheimtipp zu finden ist. Es muss ja nicht partout die Watte für nur 0,79 € vom nahe gelegenen Drogeriemarkt sein. Ob man allerdings wirklich gleich 1 Euro für „nur wenige Dezimeter“ investieren muss – eine reine Ermessenssache. In diesem Bereich tobt schon nahezu einen Glaubenskrieg, welche Faser denn nun die in jeder Hinsicht optimale sei.

Watte ist in den meisten Fällen relativ günstig, lässt sich einfach verarbeiten und auch relativ schnell wechseln wenn es Not tut. Watte für die Coil ist vor allem immer dann sinnvoll wenn es schnell gehen muss (z.B. unterwegs). Auch mit diesem Material lässt sich ein sehr guter Geschmack aus dem Liquid herauskitzeln. Doch es ist bestimmt nicht ganz ohne Grund so, dass schon einige unter den „Dampf-Urgesteinen“ auf das Dochtmaterial aus Silikatschnur (ggf. Glasfaser, Ortmann etc.) schwören.

Übrigens: Silikat und Glasfaser sind nicht identisch wenn auch relativ ähnlich im Aussehen und in den Eigenschaften! Auch die Sagen umwobene Ortmannschnur gehört hier nicht hin. Ich selbst bevorzuge die Verwendung einer Silikatschnur, weil sie im Gegensatz zu den Schnüren aus Glasfaser eben nicht dazu neigen zu kokeln. Auch ein leichter Eigengeschmack kann anfänglich bei Glasfaser vorhanden sein. Einen Dryburn mit eingesetztem Glasfaserdocht würde ich deswegen auf keinen Fall empfehlen wenn man den Docht nicht umgehend erneuern möchte. Silikatschnüre dagegen vertragen schon höhere Temperaturen (mein obiges Material z.B. 1300°C). Dochtmaterial aus Watte schneidet an dieser Position natürlich ganz schlecht ab. Ich denke jeder Dampfer hat es schon einmal selbst erlebt oder zumindest Bilder von gut gebräunten Coils gesehen, denen es einfach „etwas zu warm“ geworden ist.

Es ist auch bei diesem Punkt ein bisschen wie mit der Frage nach der besten Base. Ein abgedroschener Spruch besagt „Versuch macht klug“. Abgedroschen mag er ja schon sein, aber sowas von zutreffend. Man muss es wirklich selbst testen um am Ende den für sich aussagekräftigsten Vergleich auf dem Tisch zu haben. „Das Beste“ – es ist und bleibt auch eine rein subjektive Wahrnehmung, wie der Geschmack um den es uns allen am meisten geht auch. Meine erste Wicklung die ich im wahrsten Sinne des Wortes gebastelt habe bestand auch nicht aus diesem Material. Nimm einfach ein Stück Silikatschnur, selbst der Kauf reißt jetzt keine besonderen Löcher in Deine Kasse, mach die nächste Coil mit Silikatschnur und lass Dich was den Geschmack angeht einfach mal überraschen. In diesem Sinne – stehts genügend Liquid im Tank und wie immer Vape on!

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