Weihnachten nicht feiern

Weihnachten, Weihnachten – in diesen Tagen dreht sich nahezu alles und jeder nur rund um Weihnachten. Das Fest der Liebe, des Friedens und der Freude. Das Fest der Familie wie ich erst kürzlich in einem Adventsartikel darüber berichtete. Ich will mit diesem Artikel niemanden „anstecken“ oder die Feiertagslaune oder was auch immer verderben. Wer hier eventuell gefährdet sein sollte hört am besten nach diesem Absatz auf mit lesen und widmet sich wieder völlig anderen Dingen zu.

Ein Blog bietet schlussendlich auch eine Art von Ventil durch das man auch mal Dampf ablassen darf. Und nichts anderes mache ich mit diesem Artikel – Dampf ablassen.

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Der Spagat zwischen Theorie und Praxis in Sachen Weihnachtstradition & Co.  hat das Verhalten einer Schere, er geht seit geraumer Zeit immer weiter auseinander. Jedenfalls empfinde ich es persönlich so. Und ich sehe es nicht als besonders übertreiben wenn ich von einer gewissen Portion an Scheinheiligkeit rede was Weihnachten betrifft. Eine Scheinheiligkeit die sich überall spiegelt, am Arbeitsplatz und leider auch innerhalb vieler Familien selbst.

Lasset die Heuchelei beginnen

Nur weil Weihnachten ist haben sich plötzlich alle wieder furchtbar lieb, vertragen und umarmen sich – für drei lächerliche Tage. Danach beginnt der ganze Wahnsinn wieder von vorne und wir bewegen uns erneut in Richtung des nächsten Weihnachtsfestes. Tolle Wurst. In meinen Augen ist das die reinste Heuchelei, nicht mehr und nicht weniger.

Und enden tut das ganze Theater beim „ungeliebten Besuch“ der unter Umständen „traditionell“ zu Weihnachten aufschlägt, welchen man aber nur deshalb gewähren lässt und eher widerwärtig als von Herzen die Hände schüttelt, damit der Familienfrieden, eben die besagte Scheinheiligkeit gewahrt bleibt. Gute Miene zum bösen Spiel nennt man das dann. Ich finde das schlichtweg einfach nur armseelig. Warum muss man sich sowas antun? Das hat ein wenig von den Ritzern die sich selbst verletzen, wobei hier von krankhaften Handlungen gesprochen wird. Ist das was manche an Weihnachten machen denn wirklich was anderes?

Nein. Ich bin mir sicher, dass es noch einige Leute mehr gibt die so oder ähnlich denken wie ich und nur nach dem Motto stillhalten „das kannst Du nicht machen“. Warum um Himmels Willen sollte man nicht ehrlich sein dürfen? Das muss natürlich jeder selber wissen wie er damit umgeht. Ich für meinen Teil lasse Weihnachten ausfallen und spiele dieses (Trauer-)Spiel nicht mehr länger mit.

Kinderaugen sehen Weihnachten anders

Ja, in früheren Zeiten war Weihnachten auch etwas besonderes für mich. Nicht wegen der Geschenke die es gab, jedenfalls nicht vordergründig. Und wenn ich von „früheren Zeiten“ spreche ist damit nicht der Zeitraum vor 3, 5 oder 10 Jahren gemeint. Hier muss ich schon sehr viel weiter in Richtung Kindheit zurück gehen um tatsächlich von schönen Weihnachten sprechen zu können. Da fehlte mir einfach der Blick auf die Dinge wie sie wirklich sind.

Wohl genau deswegen ist Weihnachten in den Augen von Kindern auch heute noch etwas ganz besonderes – und das darf es gerne auch bleiben. Gleiches gilt für diejenigen, die sich diese „kindliche Sichtweisen“ trotz allem Erlebten erhalten konnten und für die noch heute Weihnachten etwas magisches ist.

Und noch ehe sich hier jemand in seiner religösen Sichtweise „auf den Schlips getreten fühlt“ – Religion gehört hier überhaupt nicht hin, es sind die berühmten zwei Paar Stiefel und hat mit dem „gesellschaftlichen Treiben“ nichts zu tun.

Mein Fazit zu Weihnachten

frohe-weihnachten

Und all denen sowie ihren Familien die hiervon nicht betroffen sind, meinen Leserinnen und Lesern sowie den vielen Kommentatoren das ganze Jahr über wünsche ich ein paar schöne und ruhige Tage. Möge Weihnachten für Euch wie durch Kinderaugen stattfinden!

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Weihnachten….. ich kann es nicht mehr hören, man nehme es mir bitte nicht für übel.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
15 Kommentare
  1. Marcus sagte:

    Es stimmt durchaus, was Du schreibst, Thomas.

    Doch welche Zeitspanne, außer der Zeit zwischen den Jahren, gibt uns auch die Möglichkeit, wieder aufeinander zu zugehen, wenn man sich denn zerstritten hat?

    Natürlich kann / könnte man das das ganze Jahr über tun. Doch dann geht man sich mit Ausreden wie ‚keine Zeit‘ oder ähnlichem aus dem Weg.

    Auch wenn viele sich an Weihnachten zoffen, gibt es für andere hingegen auch die Möglichkeit, sich auszusprechen, ohne das irgendwer dazwischen funkt.

    Also auch da gibt es die zwei Seiten der Medaille. Es ist nicht alles nur Lug und Trug oder dunkelschwarz.

    Antworten
    • Thomas Liedl sagte:

      @Marcus: Klar ja die Medaille zwei Seiten. Veronika hat es sehr gut beschrieben… das Beispiel mit der dementen Oma verdeutlicht es sehr gut. Das Aufeinanderzugehen mag sicher in einigen Fällen hinhauen und ehrlich gemeint sein. Leider ist aber auch bei diesem Schritt immer der Hintergrundgedanke mit dabei…“ob´s wohl nicht nur Floskeln sind?“.

      Antworten
  2. maik sagte:

    Machst Du nicht das gleiche, wie die, die Du anprangerst? Nämlich das ganze dramatisieren?
    Für mich sind diese Tage nichts anderes, als der Rest des Jahres. Dieser ganze Trubel geht an mir vorüber. Wenn irgendwo Stress aufkommt, ziehe ich mich zurück. Sollen andere Hektik machen.

    Antworten
    • Thomas Liedl sagte:

      @Maik: Ne finde ich jetzt nicht. Dramatisieren muss man das nicht, es sind Fakten die um einen herum einfach da sind. Jedenfalls aus meiner Sicht. Aber Dein Schlusssatz wiederum trifft es ganz gut – sofern dies möglich ist.

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  3. Veronika sagte:

    Das grundlegende Problem an Weihnachten ist doch das es eigentlich ein religiöses Fest ist und in Deutschland die Religion öffentlich sogar verstaatlicht ist. Meinetwegen können Menschen aufgrund ihres Glaubens gerne Fasten, ignorieren das Jesus im Sommer geboren wurde oder denken das sie zu einem auserwählten Volk gehören, solange es ein Privatvergnügen bleibt.

    Weihnachten ist jedoch kein religiöses Fest mehr sondern ein öffentliches Ereignis. Es ist zum einen ein Konsumtag. Weihnachtsgebäck gibt es im August bereits zu kaufen und Luxusartikel und neuste Unterhaltungselektronik wird einige Woche vor Weihnachten auf den Markt geworfen, damit diese rechtzeitig und fertig verpackt zu diesem Tag bereit liegen.

    Weihnachten ist auch ein Familientag. An diesem Tag holt man die demenzkranke Oma aus dem Heim und macht einige Fotos, um das ganze Jahr über bei Nachbarn anzugeben wie sehr man sich um die Familie kümmert und tauscht Geschenke mit Leuten aus, von denen man sich bereits seit Jahren verfremdet hat.

    Ich persönlich liebe Weihnachten. 3 Tage lang nichts tun weil es nichts zu tun gibt, weil die meisten Mitmenschen sich dein beschriebenes Joch auferlegen und sowieso mit sich selbst beschäftigt sind.

    Wer Weihnachten also wirklich als stille Nacht ansieht, hat meiner Meinung nach nur gewonnen.

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    • Marcus sagte:

      Das ist aber auch nicht nur die Schuld der anderen.

      Man darf – was die meisten tun – nicht erwarten, das der andere den ersten Schritt macht, auch wenn er einen beleidigt oder gekränkt hat.

      Der Wandel in der Gesellschaft hin zu mehr Eigennutz zeigt sich hier besonders deutlich: Warum soll ich auf den anderen zugehen, der hat ja angefangen!

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  4. Aquii sagte:

    naja, es kommt immer auf die persönliche Situation an, ich mach mir schon seit Jahrzehnten keinen Stress mehr. Heiligabend gibbet, wenn ein Teil der mittlerweile kleinen Familie anwesend ist das Traditionelle Essen, 1 Feiertag wird dann groß aufgekocht, wobei das auch etwas eingeschränkt ist, wenn der Bruder dabei ist und am Zwoten dann die aufgepimpten Reste. Geschenke: Fehlanzeige, genau wie der Naturfrevel Baum. also alles im allem, ein klein wenig Stress beim Frischlebensmittelkauf. In diesem Sinne: Frohes Fest ;)

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  5. Alex sagte:

    Jedem seine Sichtweise. Ich kann die eine Seite, ich kann die andere verstehen. Ich mag das Fest, da die Kinderaugen funkeln, ich freie Tage genieße und somit stets alles in allem ein wunderbares Fest ist. Euch allen auch weiterhin noch schöne Weihnachtsfeiertage. Wie man diese angeht, ist jedem selbst überlassen! ;)

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Trackbacks & Pingbacks

  1. Nicht-spurlos.de in der Vorstellung sagt:

    […] In der rechten Sidebar finde ich solche Inhalte wie aktuelle Praxistests, zuletzt veröffentlicht, zufällige Artikel, ein wenig Werbung, was man auch auf den meisten Blogs zu sehen bekommt. In der Footerbar werden oft gelesene Artikel, zuletzt kommentiert und weitere Blogseiten platziert. Die Artikel lassen sich gut lesen und kommentieren, es gibt ein Kommentar-Abo, was ich sehr sehr schätze und die Beiträge sind mit Social Media Buttons ausgestattet, was das Teilen der Inhalte um ein Vielfaches erleichtert. Soweit ich mich entsinnen kann, ist der Thomas sogar in unserer Blogger-Community auf Google+. Im letzten Artikel, soweit ich es erfasst habe, ging es um Weihnachten. […]

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