fussballkultur

Der Londoner Fussball-Club Westham United, bekannt auch unter den mächtig anmutenden Namen The Irons oder The Hammers würde auf der Insel – wenn ich nicht ein völlig überzeugter „Roter“ wäre – definitiv der Fussballverein meiner engeren Wahl sein.

Zum Club von Westham United würden sich noch Vereine wie die schottischen Glasgow Rangers und der FC Liverpool dazugesellen. Das mag sich jetzt im direkten Vergleich mit dem FC Bayern sehr konträr anhören weil die genannten Vereine absolut nicht wirklich mit den Münchnern vegleichbar sind. Doch wer schon mal bei einem Spiel in den jeweiligen Stadien gewesen ist wird dies wahrscheinlich viel eher verstehen.

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Es ist das gesamte Umfeld der Vereine gerade auch im Vorfeld zu Spielen als auch danach. Dies zielt jetzt allerdings nicht auf die regelrechten Fan-Kriegen ab, die sich bei Spielen des Londoner Clubs zeigen. Bei Westham United konnte ich das leider schon zweimal sehr intensiv miterleben. Vielmehr geht es um die gesamte Fussballkultur der einschlägigen Pubs rund um den Boleyn Ground – dem Stadion von Westham.

Die in den Vereinsfarben rot-blau getünchten Pubs sind schon viele Stunden vor den Spielen brechendvoll und die Stimnung kocht regelmäßig über als wäre das noch anstehende Spiel bereits zweistellig gewonnen worden. Immer mit dazu gehört bei den Gesängen auch die englische Nationalhymne was unter Umständen Besuchern wie mir einen gewissen „kalten Schauer“ über den Rücken rieseln lässt. Auch als Fussballgast ist man in den Pubs stets willkommen und wird vollkommen in die Vorgänge integriert.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, es war die Partie Westham United gegen den Londoner Erzrivalen vom anderen Ende der Stadt – der Millwall FC. Beide Vereine ähneln sich in ihrer Gründungsstruktur, weswegen die Rivalität wohl besonders hoch gesteckt wird. Jedenfalls wurde ich am Eingang eines Westham-Pubs nahezu gefilzt, ob ich nicht eventuell ein Spion aus dem gegnerischen Lager sein könnte.

Sowas ist mir bis dahin auch noch bei keinem einzigen Kneipenbesuch passiert gewesen.

Aber… nachdem ich als Westham-Sympathisant identifiziert worden bin war die Begeisterung und das Willkommen umso besser. Ein Fussballfan aus Deutschland, der sich für den Londoner Vorortclub interessiert ist dann doch auch nicht alltäglich. Jede Menge an Fragen gab es und eine Runde Ale nach der anderen ohne dass ich auch nur eine einzige davon selbst bezahlen musste. Die Stunden bis zum Spiel verflogen äußerst geschwind.

Nachdem Spiel „musste“ ich unbedingt wieder kommen hieß es aus den Reihen der Iron-Supporters was ich auch tat. Durch den Umstand, dass es sich um einen Pub handelte mit „geschlossener Gesellschaft“ spielte die Sperrstunde keine Rolle und es ging bis zum frühen Morgen – gerade rechtszeitig für den Rückflug nach Good Old Germany :-) . Als Geschenk bekam ich noch ein Trikot mit dem aktuellen Werbesponsor von Westham United.

In jedem Fall war dieser Besuch ein sehr empfehlenswertes Erlebnis.

Wenn Westham United dann ab 2016 im Olypiastadtion London spielen wird steigen sicherlich nicht nur die Zuschauerzahlen. Das Fassungsvermögen am Boleyn Ground liegt bei rund 35000 Plätzen, im Olympiastadion sind das mehr als doppelt so viele. Ob dieser Umzug allerdings stimmungstechnisch von Vorteil sein wird wage ich zu bezweifeln, denn ausverkauft werden die Spiele wohl nicht mehr sein. Ich möchte auf jeden Fall versuchen noch vor diesem Wechsel des Stadions ein Spiel am Boleyn Ground zu sehen.

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Westham United… immer wieder gerne.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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