Kein Geld haben, aber La Paloma pfeifen

Der Ausfall von Unterrichtsstunden ist landesweit nichts Neues, es gehört fast zur Tagesordnung.

Nein es geht jetzt nicht um das leidige Thema Griechenland und die Daueraufträge die Deutschland dorthin eingerichtet hat, auch wenn dies genau genommen Grund genug für einen eigenen “Aufreger des Monats” wäre.

Heute bleibe ich mal im “eigenen Stall” und somit in Hamburg – genauer ausgedrückt dem Schulsystem in Hamburg. Das ich wahrlich kein Freund davon bin dürfte Euch nicht unbekannt sein, Artikel darüber hatte ich immer wieder mal geschrieben. Dabei ging es nicht selten um die Unterrichtsausfälle. Dass dabei selbst in Abschlussklassen kein Halt gemacht wird und m.E. “drittklassiges” Personal hingeschickt wird verdeutlicht mein letzter “Aufreger des Monats” zum Thema.

Hamburgs Schulbehörde sieht sich derzeit jedenfalls außerstande die Frage zu beantworten, wie viele Stunden an Hamburgs Schulen ausfallen bzw. wie diese – sofern überhaupt – vertreten werden. “Eine Erhebung kann wegen Mangel an technischer Ausrüstung nicht erhoben werden” so ein Behördensprecher. Um Ausfälle und Vertretungen zu erfassen soll jetzt ein Computerprogramm angeschafft werden.

Alleine hier stellt sich mir schon die Frage warum es ein solches Programm bzw. eine Auswertung zu Unterrichtsausfällen generell nicht schon lange vorhanden ist und erst jetzt angestrebt werden muss. Die Herren Direktoren der jeweiligen Schulen müssen doch Aufzeichnungen haben, das kann doch nicht sein. Fällt Unterricht aus oder wird er ggf. durch eine andere Lehrkraft vertreten, dann muss dies in der Verwaltung doch bekannt sein!? Lehrer sind doch keine freischaffenden Künstler die kommen und gehen können wie sie möchten!

Software mit einem Kostenpunkt im dreistelligen Millionenbereich soll jetzt Klarheit schaffen und endlich verlässliche Zahlen liefern.

Für die schnelle Schaffung von  barrierefreien Haltestellen kein Geld haben aber Millionen für eine Software ausgeben die im Endeffekt nichts andres macht als die billigste Stechuhr in einer Werkshalle. Das muss man nun wirklich nicht verstehen.

Und was bringt uns diese Software?  Nichts, denn dann haben wir lediglich am Bildschirm stehen was wir heute auch schon wissen, Unterricht fällt aus ohne Ende oder wird nicht qualitativ vertreten. Hauptsache man hat wieder Haushaltsmittel verschwendet die andernorts garantiert sinnvoller hätten eingesetzt werden können. :nenene:

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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